Horst Schlämmer - Isch kandidiere!

Politiker mit Slogans wie 'Yes Weekend!'

Horst Schlämmer - Isch kandidiere!
© dpa, A3322 Constantin Film

Er müffelt immer ein bisschen nach Alkohol, hat Überbiss, Rücken und Schnappatmung – und jetzt hat er auch noch einen Traum: Horst Schlämmer (Hape Kerkeling) will Bundeskanzler werden! Frei nach dem Motto „Wat die andern nisch können, dat kann isch auch“ zieht Schlämmer in den Wahlkampf und geht auf Stimmenfang.

Als stellvertretender Chefredakteur des „Grevenbroicher Tagblatts“ ist Horst Schlämmer höchst unzufrieden – er fühlt sich zu Höherem berufen. Statt Politiker nur zu interviewen, beschließt er, selbst in die Politik zu gehen und für das Bundeskanzleramt zu kandidieren. Zu diesem Zweck gründet er seine eigene Partei: die HSP - die Horst-Schlämmer-Partei. Mit Slogans wie „Yes Weekend!", Fernsehspots und Konzerten gehen Schlämmer und sein trotteliger Praktikant Ulle (Simon Gosejohann) auf Stimmenjagd. Urkomisch wird es, wenn Rüpel-Rapper Bushido zusammen mit Schlämmer den Wahlsong einsingt.

- Anzeige -

Grunzende Schnappatmung: Horst Schlämmer

Horst Schlämmer - Isch kandidiere!

Und das Programm der HSP? Liberal, konservativ und links. Klingt zwar wie die Quadratur des Kreises, aber Schlämmer will eben wirklich jeden potentiellen Wähler zufrieden stellen. Die wichtigsten Forderungen: Schönheitsoperationen auf Kassenkosten, der Bundeshase als neues Wappentier, Grevenbroich als neue Bundeshauptstadt und die Auflösung der Verkehrssünderkartei in Flensburg. Schlämmer schreckt vor nichts zurück und konfrontiert (echte) Spitzenpolitiker wie NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Grünen-Chef Cem Özdemir mit den Abgründen seiner politischen Ambitionen und Anschauungen.

Hape Kerkeling hat bei jedem Auftritt die Lacher auf seiner Seite. Prominente Gäste wie Maren Kroymann, Bully Herbig und Formel-1-Legende Michael Schumacher sorgen zusätzlich für Stimmung. Doch auch B-Promis wie Kader Loth und Jürgen Drews dürfen sich im Glanze von Schlämmers Ruhm sonnen - Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt spielt Kerkeling gleich selber. So fordert das Multitalent als Kunstfigur Horst Schlämmer die deutsche Politik in ihrer Gesamtheit heraus und macht sich herzlich über sie lustig.

Auch wenn der Film keine echte Storyline vorzuweisen hat und manchmal wie sein Protagonist unter Schnappatmung leidet, ist es ein Vergnügen, den chronisch grunzenden Horst Schlämmer auf seinem Kreuzzug ins Glück zu begleiten. So sollte Politik sein: humorvoll, ehrlich und unterhaltsam, frei nach dem Motto: Ich verspreche nichts, aber dafür halte ich alles! Schlämmer-Fans jedenfalls werden voll auf ihre Kosten kommen. Da weiße Bescheid!

Von Mariana Jang

— ANZEIGE —