Hollywood Blog by Jessica Mazur

Hollywood-Blog on the Road

Hollywood-Blog on the Road
Hollywood-Blog on the Road

von Jessica Mazur

Im on the road to nowhere... Oder besser gesagt: on the road to Washington, DC.! In den nächsten zehn Tagen gibt es an dieser Stelle nämlich nicht den regulären Hollywood Blog, sondern den Hollywood Blog on the Road. Gemeinsam mit meinem Freund Christian Oliver habe ich mich nämlich am letzten Wochenende aufgemacht, mit dem Auto die USA zu durchqueren, von Los Angeles nach Washington, DC.!

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Als Schauspieler und Deutscher, der schon seit Jahren in Amerika lebt, ist Christian nämlich am 4.11., dem Tag der US-Wahlen, zu einer Talkrunde in der ARD eingeladen, wo er dann erzählen wird, wie die Stimmung im Land so kurz vor den Wahlen ist. Da bin ich natürlich gleich mit ins Auto gehüpft, denn bislang kenne ich von meiner Wahlheimat nur die West- und die Ostküste, und ich habe das Gefühl, dass das, was mich an Menschen und Meinungen im Landesinneren erwartet, noch mal ein völlig anderes Amerika sein wird...;-)

Von LA nach Washington, das bedeutet für uns: 12 US Bundesstaaten, vier Zeitzonen und vom Klima her alles zwischen heißen Wüstentemperaturen, bis hin zu kühlem Herbstwetter. Ihr könnt euch also in etwa vorstellen, wie viel Gepäck ich ins Auto gestopft habe, Frau will ja auf alles vorbereitet sind...;-)

Für den Anfang reichten allerdings Shorts und Flip Flops, denn unser erster Stopp hieß Palm Springs. Die kleine Wüstenstadt im Coachella Valley, nur etwa 120 Meilen von LA entfernt, war in den 50er und 60er Jahren DIE Anlaufstelle von Hollywoods Moviestars, hier gaben sich Sinatra, Elvis und andere Stars die Klinke in die Hand. Mittlerweile geht es hier allerdings etwas Ruhiger zu, denn in Palm Springs wohnen heute in erster Linie Rentnerehepaare und... VIELE Männer, wie mir mitgeteilt wurde, sind 43% der Bevölkerung in Palm Springs nämlich homosexuell. Und hier wohnt Geld, viel Geld!

Ein Typ in einem Restaurant erklärte mir: "Weltweite Finanzkrise? Nicht bei uns. Hier haben die Leute Geld. Und wenn ich Geld meine, dann meine ich Land, und wenn ich Land meine, dann meine ich Staaten!" Okay, Staaten mag vielleicht ein bisschen übertrieben sein, aber fest steht, während fast überall der Gürtel etwas enger geschnallt werden muss, wird in Palm Springs die "Fundraising Season" zelebriert. Soll heißen, drei-/viermal die Woche finden in Palm Springs Fundraising Dinner statt, bei denen jeder, der teilnehmen will, zwischen 300 und 400 Dollar bezahlt, die dann irgendeinem guten Zweck zugute kommen. Der Typ im Restaurant meinte dazu: Da ist doch super, wie haben hier ja sonst nicht viel zu tun. Na dann...!

Während in Palm Springs für den guten Zweck gefuttert wurde, haben wir uns auf die Route 62 begeben, die uns am Joshua Tree Nationalpark vorbei in Richtung kalifornische Staatsgrenze führen sollte. Auf dieser Strecke bot sich uns nichts außer Sand, Sand, Sand und... SCHUHEN! Kein Quatsch, mitten in der Mojave-Wüste tauchte plötzlich wie aus dem Nichts ein alter Drahtzaun auf, an dem zahlreiche Schuhen hingen. Lederschuhe, Sneakers, Badelatschen, Sandalen... Was war das denn? Eine Oase für Shopaholics wie mich?

Nicht ganz, das Ganze war ein so genannter "Shoe Tree". Wir ich jetzt nachgelesen habe, gibt es diese Schuhbäume wohl öfter in Kalifornien. Sie entstehen, weil irgendjemand ein altes paar Schuhe auf einen Baum (oder in diesem Fall Zaun) wirft und andere es ihm danach gleich tun. Viele dieser Schuhe sind mit kleinen Nachrichten oder Gedichten versehen, und deshalb gelten die Shoe Trees als echte Monumente des "American Spirit". Ein Schuh-Mal, na das ist mal ein Kunstwerk nach meinem Geschmack...;-) Damit hieß es dann aber auch bye, bye California für uns und als nächstes steht Arizona auf unserem Plan.

Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Wer weiß, nach dem Schuhbaum in der Mojave-Wüste, vielleicht ja der Lipstick-Kaktus in Prescott...;-)

Viele Grüße vom Colorado River in Parker, Arizona!

Eure Jessica Mazur

 

 

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© Bild: Jessica Mazur