Hochzeitskomödie: "Mike and Dave Need Wedding Dates"

Mike and Dave Need Wedding Dates
Bei der Hochzeitskomödie hakt es leider an vielen Stellen. Foto: 2016 Twentieth Century Fox © DPA

Für Film-Komödien sind Hochzeiten ein so beliebtes wie des Öfteren auch höchst dankbares Thema. Von einem Klassiker wie "Der Vater der Braut" mit Spencer Tracy über "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" mit Hugh Grant und Owen Wilsons "Hochzeits-Crasher" bis hin zum herrlich unverschämten "Brautalarm".

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Auch Hollywood-Jungstars Zac Efron und Anna Kendrick sind nun zusammen zu einer Eheschließung eingeladen, und das, obwohl sich ihre Filmfiguren doch eigentlich noch gar nicht so richtig kennen - der Beginn einer quirligen Hochzeits-Partie.

Bei den Brüdern Mike und Dave handelt es sich um ein veritables Chaos-Duo. Wie viel Zerstörungswut und Spaß am Quatsch in beiden steckt, darauf stimmt uns Regisseur Jake Szymanski mit einer Handvoll Rückblenden ein.

Zu blöd, dass ausgerechnet das geliebte Schwesterchen demnächst vorm Traualter stehen wird und die gesamte Familie mit einer großen Bitte an Dave und Mike herantritt: Diesmal mögen sich die Brüder doch bitteschön zurückhalten, kein Feuerwerk und keine anderen bösen Überraschungen!

Damit wirklich alles gut geht, werden die beiden Singles aufgefordert, anständige Begleitungen zur Hochzeit auf Hawaii mitzubringen. Da Dave und Mike ihrer Schwester den Wunsch unmöglich ausschlagen können, machen sie sich tatsächlich auf die Suche nach zwei respektablen "wedding dates".

In Tatiana und Alice (Kendrick), zwei höchst artig anmutenden jungen Damen, werden sie fündig. Ohne freilich zu ahnen, welch Teufels-Weiber sich hinter den sittsamen Gesichtern verbergen.

Selbst die ach so massenkompatible und vermeintlich längst auserzählte US-Komödie hält immer wieder mal hübsche Überraschungen parat: starke und erfolgreiche Reihen etwa wie die "Hangover"-Trilogie, einen Schlag in die Magengrube wie "Brautalarm".

Über "Mike and Dave Need Wedding Dates" nun kann man leider dergleichen nicht wirklich sagen, dafür hakt es hier einfach an zu vielen Stellen. Mal sind es die Dialoge, die nicht funktionieren, mal ist es das Timing. Manch Witz, der nicht zündet.

In schauspielerischer Hinsicht sind es die Kerle, die weniger überzeugen: Zac Efron ("Bad Neighbors") und Adam Devine. Wunderbar erfrischend dagegen ist Anna Kendricks ("Into the Woods") teils offensiv zur Schau gestellter Mut zur Hässlichkeit.

Fraglich auch, ob der längliche Filmtitel knackig genug ist, um hiesige Teenager und junge Erwachsene ins Kino zu ziehen. Dass der Film zudem mit dem Slogan "Wenn die Dates härter sind als die Party" beworben wird, macht die Sache nicht unbedingt besser.

Bei allen Schwächen aber schenkt uns die US-Komödie auch einige wunderbare Momente voller Ausgelassenheit, ja Anarchie. Da ist die skurrile Szene rund um eine vorhochzeitliche Ganzkörpermassage; da ist der völlig überdrehte durch die Partydroge Ecstasy hervorgerufene Moment. Nicht zu unterschlagen die verrückte Sequenz, in der sich Alice und Tatiana plötzlich völlig unerwarteter Weise als wahre Virtuosinnen des Motorsports entpuppen.

Und auch eine kleine Entdeckung hält der Film parat: Nur wenigen Kinobesuchern wird Aubrey Plaza ("Dirty Grandpa"), die hier als mal verführerische, mal hinterlistige Tatiana einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, zuvor wirklich ein Begriff gewesen sein.

Als Spätsommerkomödie mit nicht allzu viel Anspruch schließlich und für all diejenigen, die von Hochzeiten im Kino niemals genug bekommen können, dürfte Mike und Daves buntes Abenteuer dann doch einigermaßen funktionieren.


dpa
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