Hirnlos, aber süß: B.O.B. in Monsters vs. Aliens

Hirnlos, aber süß: B.O.B. in Monsters vs. Aliens

Der herrlich dümmliche Schleimpfropf ist der heimliche Star des neuen Dreamworks-Trickfilms ‚Monsters vs. Aliens’. Zusammen mit einer sexy 20-Meter-Frau jagt er im All Aliens. Ein netter 3D-Spaß für große und kleine Cineasten.

Von Barbara Franck

Man hat im Kino schon einige misslungene Hochzeiten gesehen: Mal kneift der Bräutigam kurz vor dem Altar, mal stört ein unliebsamer Gast die romantische Zeremonie - doch keine Film-Braut wurde bislang so brutal aus ihren Träumen gerissen wie Susan Murphy, die Heldin des Trickfilmabenteuers ’Monsters vs. Aliens’. Das kalifornische Kleinstadtmädchen steht kurz vor der Trauung mit dem ambitionierten Reporter Derek, doch auf dem Weg zum Ja-Wort wird Susan von einem Meteor getroffen, dessen Strahlung die glückliche Braut binnen Minuten in eine 15 Meter große Amazone mit Monsterkräften verwandelt.

Sofort wird Susan in eine geheime Militäranlage verfrachtet, in der allerlei merkwürdige Kreaturen vor der Bevölkerung versteckt werden. Bald lernt ’Gigantika’, wie Susan nun genannt wird, ihre Mitgefangenen kennen: Insekten-Mensch Prof. Dr. Kakerlake ist ein verrückter, aber brillanter Wissenschaftler, der die verhinderte Braut mit Hilfe selbst gebastelter Laborapparate wieder auf Normalgröße schrumpfen will.

Missing Link, eine einzigartige, muskelbepackte Kreuzung aus Affe und Fisch, spielt am liebsten Karten mit B.O.B., einer einäugigen, glibberigen und unglaublich naiven blauen Masse. Komplettiert wird die charmante Freakshow durch Insektosaurus, eine 100 Meter große, flauschige Larve - eine Figur, die Kinder genau wie den liebenswürdig dümmlichen B.O.B. auf Anhieb ins Herz schließen werden. Leben eingehaucht wird dieser ungewöhnlichen ’Wohngemeinschaft’ durch eine Riege hochkarätiger, Comedy-erfahrener Synchronsprecher - u.a. Diana Amft, Oliver Kalkofe und Ralph Möller.

Kaum hat sich Susan an den Gedanken gewöhnt, den Rest ihres Lebens eingepfercht in Militärgefangenschaft zu verbringen, naht Rettung in Form einer Alien-Invasion: Ein außerirdischer Roboter zieht eine Spur der Verwüstung durchs Land, und nichts scheint ihn aufhalten zu können. Der schusselige US-Präsident Hathaway, der auf seiner Suche nach einem genießbaren Kaffee auch mal ganz nebenbei fast einen Atomkrieg auslöst, greift nach dem letzten Strohhalm: Susan und die anderen Monster sollen die extraterrestrische Attacke des verrückten Alien-Despoten Gallaxhar stoppen. Bei Erfolg ihrer Mission winkt ihnen die Freiheit.

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Hirnlos, aber süß: B.O.B. in Monsters vs. Aliens

Der Kampf um den Planeten kann beginnen, ab jetzt heißt es tatsächlich Monster gegen Aliens - und spätestens jetzt wird auch klar, wie liebevoll die Macher von Dreamworks ihren neuesten Streich als Verbeugung vor den B-Movies der 50er konzipiert haben. Wenn sich der überlebensgroße Insektosaurus in der Bucht von San Francisco dem riesigen Alien-Roboter in den Weg stellt, denkt man unweigerlich an die legendären Schlachten von Godzilla im Meer vor Tokio. Wenn Susan über Hochhäuser klettert, erinnert das an Genre-Klassiker wie „Angriff der 20-Meter-Frau“ und wirkt doch frisch, rasant und macht einfach nur Spaß.

Nicht nur als schräge Hommage an Science-Fiction-Klassiker kann ’Monsters vs. Aliens’ überzeugen, auch die Optik des Films genügt höchsten Ansprüchen: Über vier Jahre tüftelten die Dreamworks-Grafiker an den Animationen. In ausgewählten Kinos gibt es den Streifen in 3D-Fassung zu sehen. Da springt einem schon mal ein Gummiball ins Gesicht oder ein Monster fast auf den Schoß, auch wenn die räumlichen Effekte im Mittelteil etwas zu spärlich eingesetzt werden. Doch auch die normale Version ist absolut perfekt animiert und lässt keine Wünsche offen. Schnitt und Tempo sind rasant und mitreißend, doch es lohnt sich, gut aufzupassen, um keine der zahlreichen Anspielungen auf Filmklassiker zu verpassen.

Mit ’Monsters vs. Aliens’ knüpft Dreamworks also nahtlos an frühere Animations-Erfolge wie die ’Shrek’-Trilogie oder ’Kung Fu Panda’ an: Gelungene Familienunterhaltung voller schräger Charaktere. Kinder werden den Film schon allein wegen der lustigen und außergewöhnlichen Figuren lieben, doch auch Erwachsene kommen dank des skurrilen Humors voll auf ihre Kosten. Auch wenn die Story von ’Monsters vs. Aliens’ eigentlich wenig Neues bietet, kommt zu keiner Sekunde Langeweile auf - ein rasantes Filmvergnügen für alle Altersklassen.

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