'Himmelskind' mit Jennifer Garner: Die wundersame Heilung eines todkranken Mädchens

Himmelskind
Christy (Jennifer Garner) wird einer harten Prüfung unterworfen. Foto: Sony Pictures © DPA

Für gläubige Menschen sind es die Taten Gottes, für viele andere Schicksal oder schlicht das Leben: Wunder gibt es immer wieder, sang Katja Ebstein schon 1970. Es sind unerklärliche Geschehnisse, Wendungen im Leben, die so gar keiner Logik folgen wollen und sich doch ereignen.

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Jeder hat sie im Großen oder im Kleinen schon mal erlebt. Oft lehren sie Demut und Dankbarkeit. Vor allem eignen sie sich hervorragend für pathetische Geschichten auf der großen Leinwand. "Himmelskind" erzählt genauso eine Geschichte.

Das Leben der Familie Beam ist in satte Farben getaucht: saftig grüne Wiesen, goldgelbe Felder, blauer Himmel, eine schöne Ranch in Texas, drei wohlgeratene kleine Töchter, liebende Eltern, eine funktionierende Gemeinschaft in der christlichen Gemeinde. Das ändert sich schlagartig, als die mittlere Tochter Anna von furchtbaren Magenkrämpfen geplagt wird, ihr Bauch zusehends anschwillt.

Laktoseintoleranz, Magenschleimhautentzündung lauten die lapidaren Diagnosen der Ärzte. Doch die verordneten Diäten erzielen keinerlei Wirkung. Ein renommierter Kinderarzt in Boston scheint die letzte Rettung. Mutter Christy (Jennifer Garner) kämpft hartnäckig für ihr Kind, steht eines Tages ohne Termin in der Klinik, fleht die Rezeptionistin an, bis diese Anna auf die Warteliste setzt.

Doch auch Dr. Nurko hat keine guten Neuigkeiten: Anna leidet an einer sehr seltenen Krankheit, bei der der Körper die Nahrung nicht verdauen kann. Nur eine neue, nicht vollständig erprobte Therapie lässt Hoffnung zu, erfordert regelmäßige Reisen nach Boston, die die Familie schon bald kurz vor den Ruin stellt. Vor allem aber ist diese Therapie mit vielen Rückschlägen und einem unglaublichen Leidensweg von Anna, ihrer Mutter und ihrer Familie verbunden.

Es zerreißt einem das Herz, das leidende Kind zu sehen, wie es fleht, doch endlich sterben zu können. Der Mutter zuzusehen, wie sie mit ihrem Kind leidet. Zu Hause in Texas versucht Vater Kevin für die beiden anderen Töchter ein einigermaßen normales Leben aufrecht zu erhalten. Er ist der Fels in der Brandung, der Gottergebene. Derweil verliert Christy ihren Glauben.

Es ist eine Horrorgeschichte für Eltern, die die Familie Beam tatsächlich erlebt und Mutter Christy aufgeschrieben hat. Es ist aber auch eine christliche Erbauungsgeschichte, die schon an sich viel Pathos birgt, den Regisseurin Patricia Riggen auf die Spitze treibt. Bei allem Schmerz taucht sie alles in fröhliche Farben. Die Kinderklinik erstrahlt in bunten Tönen, Besuche im Museum und im Aquarium lassen das Geschehen in transzendente Sphären abgleiten.

Menschen, die unerwartet Gutes tun, pflastern den schweren Weg der Familie: Da ist zum einen die freundliche Klinik-Rezeptionistin, die gegen Regeln verstößt. Da ist Kellnerin Angela (Queen Latifah), die sich Mutter und Tochter annimmt. Und ein Mitarbeiter am Flughafen, der die gesperrten Kreditkarten Kevins ignoriert, als er erfährt, dass Vater und Töchter zu der sterbenden Anna wollen. Glaube, Demut und Dankbarkeit versetzen Berge, lautet die Botschaft - und ein liebender Gott.

Doch damit nicht genug. Eines Tages fällt Anna mehrere Meter in einen hohlen Baum. Das Mädchen wird gerettet und ist nicht etwa verletzt, sondern – nach ihrer Nahtod-Erfahrung inklusive Blumenwiese und Schmetterling – geheilt. Sie hat Jesus getroffen, mit ihm gesprochen. Mutter Christy kehrt zu Gott zurück. Welche Bilder und Farben Riggen dafür wählt, ist aus einschlägigen religiösen Illustrationen bestens bekannt.

Zweifellos, diese Geschichte rührt ans Herz, lehrt Dankbarkeit und Demut für jedes kleine Glück im Leben. Dafür allerdings hätte es auch weniger Kitsch bedurft. Denn allein die Tatsache, dass solche Wunder geschehen, berührt wohl jeden Menschen – mit oder ohne einen liebenden, alles beherrschenden Gott.


dpa

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