'Hidden Figures', 'T2 Trainspotting' und Co: Die Kino-Highlights im Februar

Die Kino-Tipps im Februar
Mark (Ewan McGregor) und Sick Boy (Jonny Lee Miller) sind in "T2 Trainspotting" nach 20 Jahren wiedervereint © Sony Pictures, SpotOn

Fifty Shades, T2 Trainspotting

Das gibt es wirklich selten: Gleich drei Anwärter auf den diesjährigen Oscar für den besten Film kommen im Februar in die deutschen Kinos. Sowohl "Hidden Figures", "Lion", als auch "Fences" von und mit Denzel Washington kämpfen um den Preis in der wichtigsten Kategorie. Dazu gibt es noch ein Wiedersehen mit den kultigsten Junkies der Filmgeschichte in "T2 Trainspotting". Einige saftige Schläge auf das Hinterteil setzt es hingegen wieder für Dakota Johnson alias Anastasia Steele in "Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe".

"Hidden Figures - Unbekannte Heldinnen", 02. Februar

Keine Frage: John Herschel Glenn war ein Held. Immerhin war er der erste Amerikaner, der in einem Raumschiff die Erde umkreiste. Nicht weniger heldenhaft, aber wesentlich unbekannter sind die drei Frauen, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass die NASA diesen Erfolg feiern konnte. "Hidden Figures" erzählt die wahre Geschichte der afro-amerikanischen Mathematikerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughn (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe). Drei herausragende Persönlichkeiten, die zu der Zeit, in der sie lebten, keine öffentlichen Heldinnen sein durften - und es dennoch waren.

Einschätzung:

Underdog-Geschichten über Personen, die sich trotz widrigster Umstände durchsetzen können, üben auf die meisten Menschen eine besondere Anziehungskraft aus. "Hidden Figures" vermengt diese Art der Erzählung mit der - in Zeiten von Präsident Donald Trump - so aktuellen Rassismus-Debatte in den Vereinigten Staaten. In Kombination mit der stets faszinierenden Raumfahrt und den Vorschusslorbeeren der Oscar-Nominierung verheißt "Hidden Figures" beste Kinounterhaltung auf gleich mehreren Ebenen.

"Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe", 09. Februar

Zwar nicht Oscar-verdächtig, dafür ungemein heiß erwartet geht es am 9. Februar weiter. Anastasia (Dakota Johnson) versucht in der Fortsetzung zu "Fifty Shades of Grey", Christian (Jamie Dornan) endlich zu vergessen. Doch auch die Tatsache, dass sie sich in einen neuen Job stürzt, will ihr dabei nicht helfen. Zumal Christian gar nicht daran denkt, sie so einfach kampflos aufzugeben. Als sich Ana seiner Anziehungskraft nicht länger erwehren kann, holt seine düstere Vergangenheit die beiden plötzlich ein.

Einschätzung:

Aus dem ersten Teil der Reihe sind noch viele Zuschauer etwas geknickt gekommen. Nie dagewesene, verboten heiße SM-Romantik wurde einem im Vorfeld versprochen. Für das so züchtige Amerika vielleicht zutreffend, hierzulande sieht man aber teils im Nachmittagsfernsehen mehr Haut. Trotz kräftiger "Eyes Wide Shut"-Anleihen, die es bereits in den aktuellen Trailern zu sehen gibt, trifft das wohl auch auf die Fortsetzung "Gefährliche Liebe" zu. Dem Erfolg der Franchise wird dies selbstredend keinen Abbruch tun. Dafür vermochte die Anziehungskraft der beiden Hauptdarsteller zu sehr zu faszinieren.

"T2 Trainspotting", 16. Februar

Er ist wieder da: Nach 20 Jahren lässt sich Mark (Ewan McGregor) wieder in seiner Heimat blicken. 20 Jahre, nachdem er mit einer Tasche voller Moneten abgehauen und seine Freunde zurückgelassen hat. Kein Wunder also, dass Sick Boy (Jonny Lee Miller) und Co. durchaus erstaunt darüber sind, ihren einstigen Kumpel wiederzusehen. Zwar sind sie alle inzwischen älter und hängen nicht mehr an der Nadel, weniger chaotisch ist ihr Leben allerdings nicht geworden. Da hilft es auch nicht gerade, dass der Psychopath Begbie (Robert Carlyle) frisch aus dem Knast entlassen wurde...

Einschätzung:

Sag "Ja" zu "T2 Trainspotting"! Unglaubliche 21 Jahre ist es her, seit die teils witzige, teils tragische, teils ungemein verstörende Buchverfilmung von Irvine Welsh herauskam und Ewan McGregor weltberühmt machte. Die Vorfreude, all die schrägen Charaktere wiederzusehen, ist ungemein groß. Ebenso aber auch die Skepsis: "Trainspotting" hatte ein wundervolles Ende, eines, das die Fortsetzung ruinieren könnte. Die Tatsache, dass neben Regisseur Danny Boyle aber ausnahmslos alle anderen Stars von damals wieder mit dabei sind, macht große Hoffnung.

"Fences", 16. Februar

Pittsburgh in den späten 50er Jahren: der Afroamerikaner Troy Maxson (Denzel Washington) führt ein einfaches, aber glückliches Leben. Als Straßenreiniger kann er seine Familie gerade so über Wasser halten, die täglichen Anfeindungen aufgrund seiner Hautfarbe sind längst zum traurigen Alltag geworden. Einst träumte er von einer Karriere als Baseballspieler, doch dieses Vorhaben hat er längst als Hirngespinst abgetan. Weswegen er seinem Sohn auch verbieten will, einem ähnlichen Traum nachzugehen. Doch der lehnt sich gegen den zusehends als Patriarchen auftretenden Troy auf.

Einschätzung:

"Fences" ist Washingtons nunmehr dritte Regiearbeit. Der Film setzt sich, ebenfalls wie "Hidden Figures", mit der leider wieder so relevanten Rassismus-Debatte in den USA auseinander. Statt ein großes, globales Thema wie die Raumfahrt aufzugreifen, behandelt "Fences" aber das Schicksal einer einfachen Familie. Das mag zwar auf den ersten Blick weit weniger spektakulär wirken, ist aber nicht minder sehenswert.

"Lion - Der lange Weg nach Hause", 23. Februar

Der fünfjährige Inder Saroo geht seinem Alltag nach: Auf den Bahnhöfen sucht er nach Essensresten, um sich und seine Familie zu ernähren. Als ihn sein Bruder aus den Augen verliert, schläft er in einem der Züge ein und landet am anderen Ende des riesigen Landes. Jahre später lebt Saroo (Dev Patel) ein glückliches Leben mit seiner Freundin Lucy (Rooney Mara) in Australien. Denn Sue (Nicole Kidman) und ihr Mann John adoptierten den einsamen Jungen kurz nachdem er von seiner Familie getrennt wurde. Doch seine Vergangenheit hat ihn nie losgelassen und so macht er sich eines Tages auf die schwere Suche nach seinen Wurzeln.

Einschätzung:

Es ist natürlich unmöglich, bei Dev Patel als Hauptdarsteller und der Thematik des Films nicht sofort an den Hit "Slumdog Millionär" von Danny Boyle zu denken. Patel hatte zuletzt weniger Glück mit Rollen, "Lion" aber dürfte sein Comeback darstellen. In Verbindung mit dem klasse Cast und der interessanten Suche nach der eigenen Vergangenheit auf dem indischen Kontinent verspricht "Lion" einiges: rührende Momente, wunderschöne Sinneseindrücke und eine spannende Story.

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