Henry Maske: Man wird zur Ware

Henry Maske
Henry Maske © Cover Media

Henry Maske (50) hat damals das Image der Boxer aufpoliert und sich laut eigener Aussage an die Medien verkauft.

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Ein Medienprodukt

Der in Brandenburg geborene Athlet bekam von der Öffentlichkeit wegen seines Boxstils, aber vielmehr aufgrund seines kultivierten Auftretens den Spitznamen 'Der Gentleman' verpasst. Er machte den Faustkampf in den 90er-Jahren salonfähig und gilt als einer der Mitbegründer des Box-Booms. Sein Image vermarktete er damals gekonnt, inszenierte sich perfekt. Im Interview mit der 'Frankfurter Allgemeine' sagte er rückblickend dazu: "Es [das Image] hat uns begleitet, und wir haben es genutzt." Dabei wurde Maske regelrecht zu einem Medienprodukt. "Ja, in gewisser Beziehung bin ich zu einem Produkt der Unterhaltungsindustrie geworden", konnte er nur beipflichten und erklärte: "So kann es zugehen im Profiboxen. Man wird zur Ware. Wenn man aber weiterdenkt, erkennt man: Keinem ergeht es anders. Jeder verkauft sich auf irgendeine Weise. Wie, das kann man selbst beeinflussen."

Das Gentleman-Image sei gewiss kein Fluch für den Star gewesen. "Gentleman war nicht negativ. Es ist doch für mich eine nette Sache, wenn man sowohl innerhalb als auch außerhalb des Ringes eine feine Klinge schlägt. Und dass ich gerne mal einen Anzug anziehe, sieht man ja. Deswegen bin ich aber trotzdem immer noch ein sportiver Typ geblieben", betonte er im Interview mit dem 'General Anzeiger'. Leider meinten es die Journalisten nicht immer gut mit ihm - in der Vergangenheit hat der Boxer bereits ordentlich auf den Deckel bekommen. "Ich gehörte schon in der DDR zu den Personen, die von der Presse genau beobachtet wurden", betonte er und fuhr fort: "Und man ging mit mir nicht immer zimperlich um."

Der Profi-Sportler verkündete 1996 seinen Rücktritt, ist mittlerweile ein erfolgreicher Geschäftsmann und leitet zehn McDonald's-Filialen mit 350 Mitarbeitern. Trotzdem blickt Henry Maske positiv auf seine Boxer-Vergangenheit zurück und scheint in seinem Leben alles richtig gemacht zu haben: "Wenn es so bleibt, wie es in den letzten 25 Jahren war, wäre ich unfassbar zufrieden."

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