Helmut Schmidt plante seine Trauerfeier selbst

Helmut Schmidt plante seine Trauerfeier selbst
Helmut Schmidt ist am 10. November 2015 im Alter von 96 Jahren verstorben © ddp images

In seiner politischen Karriere machte sich Altkanzler Helmut Schmidt (1918-2015, "Was ich noch sagen wollte") unter anderem einen Namen als effizienter Krisenmanager, und auch für die Zeit nach seinem Tod überließ er nichts dem Zufall. So hatte Schmidt seine eigene Beerdigung bis ins Detail selbst geplant, erfuhr der "Express" aus dem Umfeld der Politik-Legende. Seine letzte Ruhe findet Schmidt auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg neben seiner Frau Loki (1919-2010).

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Staatsakt in Hamburg

 

Staatsakt in Hamburg

 

Schon vor einiger Zeit soll Schmidt einem Staatsakt zu seinem Abschied zugestimmt haben, doch auch hier setzte er seinen Willen durch: Die vom Bundespräsidenten angeordnete Feier findet nicht wie üblich im Reichstag in Berlin, sondern in der Kirche St. Michaelis in Hamburg statt. In Hamburg gab es bisher nur einen einzigen Staatstrauerakt, den für Ex-Finanzminister Karl Schiller (1911-1994). Einen genauen Termin für den Staatsakt gibt es noch nicht, der "Welt" zufolge soll er in zwei bis drei Wochen stattfinden. Neben der Trauerfeier in St. Michaelis sei ein Empfang für geladene Gäste im Rathaus geplant. Auch dies soll sich Schmidt so gewünscht haben. Zu diesem Ereignis werden neben der deutschen Polit-Prominenz Staatsoberhäupter aus aller Welt erwartet.

 

So wurde die Nachricht von Schmidts Tod aufgenommen

 

Die traurige Nachricht brachte den Politikbetrieb kurz zum Stillstand. Die SPD-Abgeordneten im Bundestag unterbrachen eine Fraktionssitzung für eine spontane Schweigeminute. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte in einer Sitzung der Unionsfraktion den Verstorbenen.

 

Trauerbeflaggung

 

Nach der Nachricht von Schmidts Tod ließ Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Dienstagnachmittag die Flaggen auf dem Reichstagsgebäude auf Halbmast setzen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) ordnete Trauerbeflaggung für die Bundesbehörden an, in den Landesbehörden gaben die jeweiligen Landes-Innenminister die entsprechende Anweisung. Auch vor Schloss Bellevue, dem Hamburger Rathaus und vielen weiteren Einrichtungen wehen die Flaggen auf Halbmast.

 

Kondolenzbücher

 

Kondolenzbücher zu Ehren Schmidts liegen unter anderem im Hamburger Rathaus, im Willy-Brandt-Haus und im Bundeskanzleramt in Berlin aus. Im Kanzleramt haben sich bereits Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel eingetragen. Auch in zahlreichen weiteren Städten können sich die Bürger in Kondolenzbüchern in den Rathäusern eintragen.

 

Wer erbt sein Vermögen?

 

Schmidt machte sich nie viel aus Reichtum, dennoch soll er als Buchautor und Redner ein Millionenvermögen zusammengetragen haben, von dem er viel spendete. Auch der größte Teil seines Erbes - darunter sein Haus in Hamburg-Langenhorn - soll laut "Bild" an die Helmut-und-Loki-Schmidt-Stiftung gehen, die das Andenken des Paares bewahren und im Sinne der beiden Projekte aus Forschung und Umweltschutz fördern soll.

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