Heino glaubt "nicht so" an ein Leben nach dem Tod

Heino glaubt "nicht so" an ein Leben nach dem Tod
Heino mit seiner Autobiografie "Mein Weg" © TOTALLY AMAZING PRESS/Martina Mack

Heino (76) wirft in seiner Autobiografie "Mein Weg" (Bastei Lübbe, 328 Seiten, 19,99 Euro) einen Blick zurück. Er habe bis jetzt ein Leben "mit vielen Erfolgen, aber auch mit vielen Rückschlägen wie den Tod meiner Mutter, meiner Tochter, meines Vaters, meiner zweiten Frau" gehabt, erklärt er im Interview mit spot on news. Durch die Arbeit an dem Buch seien auch jene Erinnerungen wieder hochgekommen, "die nicht so glücklich waren. So zum Beispiel auch die Episode, als Hannelore vor zehn Jahren mit Herzinfarkt im Krankenhaus lag. Aber da muss man durch".

- Anzeige -

Interview mit dem Musiker

Auch das Schicksal seines Entdeckers und Produzenten Ralf Bendix, der 2014 starb, ist Heino sehr nahe gegangen. Mit einer Stiftung will er in Zukunft helfen, Menschen das Altern in Würde zu ermöglichen. Dadurch dass er gerade sehr viel unterwegs sei, müsse er das "für den Moment hintenanstellen, aber ich bleibe dran", verspricht der Musiker. "Ich weiß genau, dass Ralf Bendix sich gewünscht hätte, vor seinem Tod noch einmal mit mir zu sprechen. Ich hatte bis vor eineinhalb Jahren einen sehr guten Kontakt zu ihm, wir haben zwei- bis dreimal die Woche telefoniert. Er hat sich mit mir noch über meinen Erfolg in der Rockszene gefreut. Und auf einmal brach der Kontakt ab. Ich bin dann mit Hannelore nach Hergiswil (Vierwaldstätter See) in die Schweiz gefahren, um ihn im Seniorenheim Zwyden zu besuchen. Aber er schlief tief und fest und wachte nicht auf, obwohl mein Besuch angekündigt war. Ich habe dann Anwälte eingeschaltet, um einen weiteren Termin zu bekommen. Das hat aber nicht mehr geklappt." Die ganze Geschichte sei für ihn "sehr traurig", so Heino, "weil wir über 50 Jahre ein sehr gutes Verhältnis hatten. Es gab nicht einmal eine Trauerfeier für ihn".

 

"Ich bin ja noch fit"

 

Auf die Frage, ob er selbst Angst vor Altersleiden habe, antwortet der Sänger: "Das verdränge ich. Ich bin ja noch fit und da will ich gar nicht darüber nachdenken. Ich hoffe, ich habe noch viele Jahre mit Hannelore und darauf arbeiten wir hin. Der liebe Gott wird es schon richten." An ein Leben nach dem Tod glaube er "nicht so". Hannelore sei eher gläubig. "Ich kann mir das nicht vorstellen. Es wäre aber schön - abschlagen würde ich es nicht."

Viel beschäftigt sich Heino mit jungen Menschen - und das nicht erst, seit er mit seinem Album "Mit freundlichen Grüßen" und als "DSDS"-Juror für sie zur Kultfigur geworden ist. Es falle ihm leicht, sich in deren Welt hineinzuversetzen, erzählt er im Interview: "Ich bin ja auch von vielen jungen Leuten umgeben, habe Enkelkinder und bekomme dadurch viel mit, was in den jungen Leuten so vorgeht, womit sie sich beschäftigen. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich wäre immer in dieser jungen Welt gewesen. Die Medien haben früher oft geschrieben: 'Heino singt für alte Leute'. Das stimmt im Grunde genommen gar nicht."

 

"Außer Heino können alle nach Hause gehen"

 

Vor ein paar Jahren sei er auf Schalke vor 30.000 Zuschauen in einem Programm mit vielen Schlagerinterpreten aufgetreten: "15 Minuten nachdem ich angefangen hatte, sang das Publikum: 'Außer Heino können alle nach Hause gehen'. Und da habe ich mir gedacht, dass ich jetzt mal für junge Leute singen muss. Vorher war keine Notwendigkeit da, ich hatte ja immer gute Umsätze. Mit der Volksmusik war ich vertraut und das hat mir Spaß gemacht."

Die Idee mit dem Rockalbum war nicht sofort da: "Am Anfang wusste ich nicht genau, was ich für die jungen Leute singen sollte." Er habe dann seinen "halb so alten" Manager gefragt und "gemeinsam haben wir die Platte konzipiert". Seine Plattenfirma, die Heino einen Vertrag auf Lebenszeit angeboten hatte, "fand die Idee zwar gut, hatte aber Zweifel, ob das jemand kauft". Daraufhin sei er zu einer anderen Firma gegangen, die das sofort aufgegriffen habe, erklärt der Musiker weiter: "Das Album ging dann ja von 0 auf 1. Da ist mein 75-jähriges Herz vor Freude gehüpft."

Dass es teilweise Beschwerden von Bands gab, von denen er dafür Lieder gecovert hat, habe ihn nicht überrascht: "Im Grunde genommen verstehe ich das. Die Jungs in der Rockszene denken, was sie machen, ist das Nonplusultra. Mich hat es aber nicht gestört, dass sie dagegen waren. Die einzigen, die das professionell gesehen haben, waren Rammstein. Die haben bei mir angerufen und gefragt, ob ich mit ihnen in Wacken auftrete. Und ich bin sehr froh, dass ich das gemacht habe. Ich habe tolle Menschen kennengelernt - sehr charmant und tolerant. Das war für mich seit langem die netteste Begegnung mit Kollegen."

— ANZEIGE —