Hat Dr. Murray die Sanitäter belogen?

Jackson-Prozess: Hat Dr. Murray die Sanitäter belogen?
Dr. Murray soll aus Geiz einen ungeeigneten Herzmonitor angeschafft haben. © La Times pool / Splash News

4. Prozesstag: Weitere schwere Vorwürfe gegen Murray

Auch am vierten Tag im Prozess um den Tod von Michael Jackson sieht es nicht gut für seinen Leibarzt Dr. Conrad Murray aus.

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Als einer der ersten traf nach dem Notruf Sanitäter Richard Sennef ein. Jackos Körper sei "sehr dünn" gewesen, sagte der Mann laut 'Los Angeles Times'. Dr. Murray habe "außer sich" gewirkt. Drei Mal habe er den Arzt nach der medizinischen Vorgeschichte des King of Pop befragt. Doch Murray habe ihm falsche Informationen über die Behandlung gegeben.

Unmittelbar nach Jacksons Tod habe der Arzt vorgegeben, Jackson wegen keiner besonderen Erkrankung behandelt zu haben. Wegen des starken Untergewichts und eines Ständers mit Infusionsbeuteln am Bett des Sängers sei Sennef dies allerdings unglaubwürdig vorgekommen.

(Bild: Splash)

Hat Murray einen schlechten Herzmonitor angeschafft?

Ein Hersteller medizinischer Geräte belastete den Arzt ebenfalls schwer. Bob Johnson von der Firma Nonin Medical warf Murray vor, ein von seinem Unternehmen entwickeltes Produkt falsch eingesetzt zu haben. Die Vorrichtung zur Messung von Puls und Sauerstoffgehalt im Blut sei nicht zur dauerhaften Überwachung des Patienten geeignet gewesen. Das Gerät war nach Jacksons Tod beschlagnahmt worden.

Murray soll ein einfaches Beobachtungsgerät benutzt und am Material gespart haben. Dies habe möglicherweise den Tod des Popsängers verursacht. Hätte der Kardiologe ein anderes Gerät, das monatlich etwa knapp 30 Euro mehr Leihgebühr gekostet hätte, benutzt, hätte es auf die Probleme von Jackson aufmerksam gemacht.

Murrays Anwalt Michael Flanagan fragte daraufhin den Zeugen, ob der einzige Unterschied zwischen den Geräten sei, dass das billigere ständig beobachtet werden müsse. Dies bejahte der Mann. Daraufhin Staatsanwalt David Walgren: "Das ist der große Unterschied, stimmt's? Möglicherweise zwischen Leben und Tod?". Die Antwort des Zeugen: "Yes."

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