Hartmut Mehdorn: Wieviel Zeit blieb für die Familie?

Hartmut Mehdorn: Wieviel Zeit blieb für die Familie?
Hartmut Mehdorn war bis vor wenigen Wochen als einer der größten Manager des Landes tätig © ddp images

Hartmut Mehdorn (72) gehört als ehemaliger Chef der Deutschen Bahn und des Hauptstadtflughafens BER zu den bekanntesten - und erfolgreichsten - Managern Deutschlands. Erst mit 72 Jahren verabschiedete er sich vor wenigen Wochen in den Ruhestand. Blieb bei so viel Arbeitsmoral noch genug Zeit für die Familie? In einem Gespräch mit dem Magazin "Der Spiegel" gibt Mehdorn zu, dass das Familienleben im Gegensatz zu der Karriere wenig Platz einnahm.

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Der Manager über Elternzeit

Zusammen mit seiner Frau Hélène Vuillequez hat er drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. "Natürlich war der Preis meiner Karriere, dass ich meine Familie für eine Weile praktisch nur am Wochenende erlebt habe", sagte Mehdorn der Zeitschrift und gesteht: "Manchmal finde ich es schade, dass ich viele Momente mit ihnen nicht mitbekommen habe."


Elternzeit bleibt nicht folgenlos

Dennoch betont er, "eine glückliche und harmonische Familie" zu haben. Seine Kinder hätten sich nie beklagt, denn "meine Frau war ja für sie da, sie hat die Familie gemanagt". Seine Söhne allerdings würden ihre Prioritäten anders setzen - wie viele Männer der heutigen Zeit. Mehdorn selbst zeigt für das Thema Elternzeit allerdings nur begrenzt Verständnis. "Elternzeit ist eine gute Sache, aber man darf keinen Missbrauch damit treiben", sagte er.


Wenn ein junger Vater mit seinem Kind oder seiner Familie während der Elternzeit ins Ausland geht, habe das für ihn "einen komischen Geschmack", wie Mehdorn erklärte. "Natürlich kann er das machen, wenn es nicht anders geht. Nur stört mich die Heuchelei, die da betrieben wird. Man sollte nicht so scheinheilig sein und so tun, als bliebe eine Auszeit folgenlos." Für die Kollegen sei das beispielsweise nicht immer einfach. Für ihn selbst wäre eine Elternzeit offenbar keinesfalls eine Option gewesen. Auf die Frage, ob er rückblickend etwas anders machen würde sagte er: "Ganz klar: nein."



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