Haremshose und Trapperhut: Pariser Couture endet bunt

Paris Fashion Week - Jean Paul Gaultier
Von Herbstlaub umrahmt: eine Natur-Kreation von Jean Paul Gaultier. Foto: Etienne Laurent © DPA

Vogelgezwitscher und yogische "Om"-Gesänge, Rauchschwaden und ein tiefgrüner Hintergrund: Jean Paul Gaultier schien sich für die Schau seiner Haute-Couture-Kollektion für Herbst/Winter 2016/17 in Paris in schamanistische Waldlektüre vertieft zu haben.

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Der ewige Clown der Modewelt hat am Mittwoch als einer der letzten von rund 20 Designern seine Entwürfe der Hohen Schneiderkunst gezeigt. Mit einer launigen Präsentation läutete er die Endrunde der Veranstaltung ein.

Gaultiers Schau stand mit Trapperhüten, viel Leder und indianischer Folklore im Zeichen von romantischen Naturbildern. Der Modeschöpfer zeigte schmale Seidenanzüge mit goldschillerndem Holzmotiv in Brauntönen, elegante Outdoor-Jacken in Luxusversion und zahlreiche Cocktail- und Abendkleider mit aufwendigen Federstickereien in Grün- und Brauntönen sowie einem giftigen Orange als Akzent.

Trotz verschärfter Sicherheitsvorkehrungen - teils mit Spürhunden und bewaffneten Anti-Terroreinheiten an den Eingängen - liefen die Haute-Couture-Schauen wie geplant. Dank einiger Neuzugänge wirkte die seit Traditionsveranstaltung, die am Sonntag begonnen hatte, frischer. Aber auch bei den großen Marken gab es Neuerungen.

Giorgio Armani zum Beispiel präsentierte am Dienstagabend weite Haremsmodelle aus pechschwarzem Samt mit extrem tief angesetztem Schritt, die jeden Abendrock ersetzen könnten. Der Italiener kombinierte dazu schmale Oberteile, teils bestickt, teils schlicht. Andere Hosen waren mit geometrischen Mustern bedruckt. Neben Silber, Grau und Schwarz zeigte Armani viel blasses Blau und Rosé.

Tolle Hosen gab es auch bei Alexandre Vauthier. Der Franzose plädierte für Army-Modelle in Oliv- oder in Tarnfarben mit lockerem Bund und schmal zulaufendem Bein, in edler Seide und lässig. Ansonsten schickte er die für ihn typischen superkurzen Röcke über den Laufsteg, aus Nietenbändern gewickelt, außerdem üppige Mäntel und lockere Abendkleider mit nabeltiefem Ausschnitt.

Mix & (Un-)Match hieß es bei Maison Martin Margiela unter Chefdesigner John Galliano. Fischnetzkleider, Rüschen, gewickelte Stoffbahnen, Offiziersjacken und knallgelbe Anglerstiefel - Historisches vermischte sich mit Streetwear.

Am Donnerstag werden zum Ausklang der Schauen große Juwelierhäuser ihre Preziosen vorstellen.


dpa
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