Hape Kerkeling: "Es kann körperlich richtig wehtun"

Hape Kerkeling: "Es kann körperlich richtig wehtun"
Hape Kerkeling bei der Verleihung der Goldenen Kamera im Frühjahr 2015 © ddp images

Der Komiker Hape Kerkeling (51, "Horst Schlämmer - Isch kandidiere!") hat bereits 1984 ans Aufhören gedacht hat - als er das erste Mal ein TV-Studio betrat. Und doch war er 30 Jahre lang im Geschäft, bevor er letztes Jahr zu seinem 50. Geburtstag das Ende seiner Karriere bekanntgab. Deshalb spielt er in der Verfilmung seines Bestsellers "Ich bin dann mal weg" auch nicht mit. Keine Sekunde habe er darüber nachgedacht, in dem Streifen über seine Jakobsweg-Pilgerreise sich selbst zu mimen: "Ich war sehr nervös, als ich den Film das erste Mal gesehen habe", sagte der Autor der Zeitschrift "Hörzu". Aber Devid Striesow (42, "Wir sind jung. Wir sind stark.") habe ihn in der Rolle des Hans Peter Kerkeling überzeugt, "weil ich dachte, er wäre ich. Mehr kann man nicht wollen."

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Zur Verfilmung seines Buches

 

"Ich bin in meinem Job von Irren und Wahnsinnigen umgeben"

 

So ist der Film, der ab 25. Dezember in den Kinos zu sehen ist, auch eine Möglichkeit für Kerkeling, Distanz zur eigenen Karriere zu gewinnen: "Ich bin noch nie aus einer Vorführung, in der ich die Hauptrolle spielte, rausgegangen und habe gesagt: 'Toll!' Sondern: 'Na ja, geht so'. Das ist frustrierend. Es kann sogar körperlich richtig wehtun." Überhaupt scheint der Westfale mit niederländischen Wurzeln eine zwiespältige Beziehung zu seinem ehemaligen Beruf zu pflegen: "Ich bin in einem Job gelandet, in dem ich von Irren und Wahnsinnigen umgeben bin, von Tyrannen, Narzissten, Drogenabhängigen, Alkoholsüchtigen". Das habe er schon zum Beginn seiner Karriere gedacht.

 

Kerkeling will sich den "Moment des Schwächelns" ersparen

 

Und über die Jahre entwickelte sich noch eine andere Sache zum Schlechten: "Als ich anfing, war es Haute Couture. Man hat sich Zeit genommen. Vier Wochen für die Vorbereitung, eine für die Probe. Heute ist es Prêt-à-porter. Man hat einen Tag Vorbereitung und einen halben Tag Probe." Das, so Kerkeling weiter, habe sicherlich auch den Reiz spontan sein zu müssen. "Aber man kann unter diesen Umständen keine Qualität mehr abliefern, wie ich sie mir wünsche." Außerdem sei der Druck beim Fernsehen enorm gestiegen, was im Alter zunehmend zum Problem werden könne. Und so habe er auch Abschied genommen, um einen "Moment des Schwächelns nicht erleben" zu müssen.

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