'Hangover' für Frauen: In 'Mädelsabend' feiert Elizabeth Banks wilde Partys

'Mädelsabend': Elizabeth Banks hat hier nicht viel zu lachen, wir dafür schon!
Was 'Hangover' konnte, schafft 'Mädelsabend' auch

3.5 von 5 Punkten

2009 schlug ‚Hangover‘ ein wie eine Bombe. Die Geschichte von Doug, der mit seinen Kumpels in Las Vegas feiert und dabei von einer Katastrophe in die nächste stolpert, avancierte zu DEM Kinohit des Jahres und wurde mit zwei Fortsetzungen belohnt. Gar nicht dumm also, dass Regisseur Steven Brill auf diesen Erfolgs-Zug aufzuspringen scheint und mit ‚Mädelsabend‘ eine annähernd weibliche Version des Kassenschlagers auf die Leinwand bringt. Elizabeth Banks unterhält dabei als sexy Hauptdarstellerin 95 Minuten lang im leuchtend gelben Kleid und auf zwölf Zentimeter hohen Hacken auf clevere und kurzweilige Art.

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Von Ann-Christin Gebhardt

Zum Glück, denn mehr Hauptdarsteller hält der Film nämlich nicht bereit. Der Titel ‚Mädelsabend‘ hat dabei allerdings nur am Rande etwas mit der eigentlichen Handlung zu tun. Streng genommen sogar nur in den ersten fünf Minuten. Danach geht es ausschließlich um Meghan Miles (Elizabeth Banks - ‚Die Tribute von Panem‘) und ihren katastrophalen ‚Morgen danach‘. Ein Volltreffer wäre hingegen der Original-Titel ‚Walk Of Shame‘ gewesen,

Denn nach einer hochprozentigen Nacht mit ihren Freundinnen und einem darauffolgenden One-Night-Stand mit dem netten Schriftsteller Gordon (James Marsden - 'Verwünscht') findet sich Nachrichtensprecherin Megan Miles am nächsten Morgen total verkatert irgendwo in Los Angeles wieder – ohne Handy, ohne Geld und ohne Auto. Doof nur, dass sie bereits wenige Stunden später zu einem, für ihre Karriere enorm wichtigen, Vorstellungsgespräch erwartet wird. Und so beginnt auch schon eine erbarmungslose Odyssee, in der Meghan von einer peinlichen Situation in die nächste stöckelt.

'Mädelsabend': Eine erfolgserprobte Handlung und einfache Gags

Mädelsabend: Elizabeth Banks hat hier nicht viel zu lachen, wir dafür schon!
Elizabeth Banks alias Meghan Miles stolpert in 'Mädelsabend' von einer peinlichen Situation in die nächste

In ‚Mädelsabend‘ hat Meghan Miles wahrlich nichts zu lachen, der Kinobesucher dafür aber umso mehr. Die herrlich verzweifelte Hauptdarstellerin begegnet einer Parade an Pleiten, Pech und Pannen, die teilweise so absurd sind, dass man mit der sympathisch unperfekten Meghan unweigerlich mitfühlen muss. Und auch wenn die Gags nicht gerade neu und die meisten äußerst vorhersehbar sind, ist der Film ein echter Angriff auf die Lachmuskeln. Dafür sorgt zum einen Elizabeth Banks, die hier beweist, dass echtes komödiantisches Talent in ihr steckt und zum anderen Regisseur Steven Brill ('Mr. Deeds'), der die Witze gekonnt an die Spitze treibt, ohne den Zuschauer damit zu überfordern. Er legt zwar ein rasantes Erzähltempo an den Tag, schafft es dadurch aber auch, dass kein langatmiger Leerlauf entsteht.

Dabei konzentriert sich der Humor nicht nur auf die Hauptakteurin. Auch die zahlreichen Nebenfiguren, wie der Taxifahrer, der Meghan für eine Prostituierte hält oder das Trio aus Kleinganoven, das sich als großer Fan der Nachrichtensprecherin entpuppt, tragen den Film mit ihrer schön inszenierten Situationskomik. Hinzu kommt ein geschicktes Spiel mit Vorurteilen und Klischees, das auch schon in der ‚Hangover'-Reihe bestens funktioniert hat.

Eine erfolgserprobte Handlung und einfache Gags, die irgendwie immer lustig sind – Zugegeben, ein filmisches Meisterwerk ist 'Mädelsabend' nicht, das sollte bei der lockeren Komödie allerdings auch nicht erwartet werden. Wer aber an einem lauen Samstagabend nach guter Unterhaltung für seinen Mädelsabend sucht, ist mit diesem Film bestens bedient.

Kinostart: 26.06.2014

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