'Hangover 3'-Filmkritik: Die Suche nach dem Hangover

'Hangover 3'-Plakat mit Bradley Cooper, Zach Galifianakis und Ed Helms
In 'Hangover 3' kehrt das 'Wolfsrudel' nach Las Vegas zurück

2,5 von 5 Punkten

Es fing 2009 mit einem Überraschungs-Hit an (spielte bei einem Budget von 35 Millionen US-Dollar weltweit mehr als 450 Millionen ein) und wurde zu einer der erfolgreichsten und witzigsten Film-Trilogien in Hollywood. Mit 'Hangover 3' soll die Geschichte vom 'Wolfsrudel' um Alan (Zach Galifianakis aus 'Stichtag'), Phil ('Silver Linings'-Star Bradley Cooper) und Stu (Ed Helms aus 'Jeff, der noch zu Hause lebt') nun enden.

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Der dritte Teil ist anders als seine Vorgänger: Kein heruntergekommenes und zerstörtes Zimmer, keine kaputten Gegenstände und vor allem zu Beginn kein 'Wolfsrudel'. Stattdessen könnte der Zuschauer in den ersten Minuten fast denken, er sei in einem Actionfilm gelandet. Allerdings wäre Regisseur Todd Philips mit den anderen Filmen nicht so erfolgreich gewesen, wäre er nicht für Überraschungen gut. Nach einem actionreichen Start geht es zunächst Schlag auf Schlag: Giraffen-Unfall, Beerdigung, Intervention, Road-Trip. Der findet jedoch ein jähes Ende als Alan, Phil, Stu und Doug (Justin Bartha, 'Das Vermächtnis des geheimen Buches') von Gangsterboss Marshall (amüsant gespielt von John Goodman) aufgegriffen werden. Der wurde von Leslie Chow ('Community'-Star Ken Jeong) um 21 Millionen US-Dollar erleichtert und möchte sein Geld nun natürlich zurück. Das Problem: Chow, der schon in den ersten beiden Filmen für Stimmung sorgte, ist unauffindbar. Den letzten Kontakt hatte er mit Alan. Während Doug als Geisel genommen wird, sollen Alan, Phil und Stu den kokainliebenden Asiaten aufspüren. Bei dieser ungewollten Reise trifft das Trio nicht nur auf alte Bekannte, sondern kehrt auch an den Ort zurück, an den keiner der Freunde nach 2009 (und den Geschehnissen aus dem ersten Teil) je wieder hin wollte - Las Vegas...

Der 'Hangover'-Trilogie geht am Ende die Puste aus

Grant Holmquist, Zach Galifianakis
Hier treffen sich zwei alte Freunde: Das Baby aus dem ersten 'Hangover'-Film (Grant Holmquist) und Alan (Zach Galifianakis). © Melinda Sue Gordon

Ein Highlight des Films ist ohne Zweifel Zach Galifianakis, der als pubertierender und leicht zurückgebliebener 40-Jähriger wieder für einige Lacher gut ist. Im Laufe des Films wird 'Alan' sogar erwachsen - oder schafft es zumindest über weite Teile, die Pubertät hinter sich zu lassen. Auch der attraktive Bradley Cooper überzeugt nicht nur die Frauen mit seinem lässigen und coolen Dasein, während der leicht störrische Ed Helms ab und zu wieder die Spaßbremse spielt.

Aber auch die Schauspieler können nicht darüber hinweg täuschen, dass 'Hangover 3' nicht an den ersten Film mit seiner perfekten Mischung aus überraschenden Wendungen und einer total verrückten Story herankommt. Zudem fehlt dem letzten Teil das Entscheidende: der Hangover. Todd Philips ('Stichtag', 'Project X') bringt zwar auch jetzt wieder amüsante und leicht verstörende Überraschungs-Gags unter, die anders als im zweiten Teil jetzt in einer gut dosierten Menge auftreten, wo er genau hin will, wird aber nicht klar. Irgendwo zwischen Komödie und Thriller sucht der Film seine Grundlage.

Auch, wenn 'Hangover 3' für eingefleischte Fans eigentlich ein Muss ist, werden viele enttäuscht sein. Wem der zweite Teil zu überladen war, dem könnte die heruntergefahrene Version durchaus gefallen. Achtung aber an alle, die sich dem 'Hangover'-Wahn bisher entzogen haben: Besser nicht mit dem dritten Teil starten.

WICHTIG! Beim Abspann nicht direkt aus dem Kino laufen. Nach den ersten paar Namen kommt noch eine weitere Szene - und in der gibt es mehr 'Hangover' als im gesamten Film zuvor!

Von Alexandra Hinske

Bildquelle: Warner Bros. GmbH

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