Hollywood Blog by Jessica Mazur

Handyverbot auf Hollywoods Straßen

Handyverbot auf Hollywoods Straßen
Handyverbot auf Hollywoods Straßen

von Jessica Mazur

 

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Es ist ein allseits bekanntes Bild aus vielen amerikanischen Filmen und TV-Serien: Der Held der Stunde rauscht mit 120 Sachen im Cabriolet über den Freeway, eine Hand lässig am Steuer, die andere mit Handy am Ohr. Dann bekommt er über das Telefon irgendwelchen topheiße Infos übermittelt, die ihn mit quietschenden Reifen die nächste Ausfahrt ansteuern lassen. Dieses Bild gibt es aber nicht nur auf der Leinwand, sondern auch im wahren Leben auf Hollywoods Straßen - mal abgesehen von den 120 Sachen vielleicht, denn die Highways rund um LA sind in der Regel so verstopft, dass mehr als 60/70 km/h gar nicht drin sind! Aber die Tatsache, dass viele Hollywoodianer - insbesondere Agenten, Manager und Pressesprecher - sich in ihren Autos ein zweites Office eingerichtet haben, ist kein Geheimnis. Dieses mobile Büro wird genutzt, wenn sie zwischen zwei Terminen im LA Traffic festsitzen und deshalb gehört das Handy am Ohr der Autofahrer hier genauso zum Stadtbild dazu, wie die Billboards auf dem Sunset Boulevard.

Doch damit soll ab sofort Schluss sein. Ab dem 01. Juli gelten in Kalifornien nämlich die Gesetz SB1613 und SB33. Das Erste besagt, dass Handys im Auto ab sofort nur noch mit Freisprechanlage benutzt werden dürfen, und das Zweite besagt, dass jugendliche Fahrer unter 18 Jahren im Auto überhaupt nicht mehr telefonieren dürfen. Jaja, ich weiß, die Tatsache, das man im Auto zum Telefonieren eine Freisprechanlage benutzt, ist für Deutsche ein alter Hut, aber Governor Arnold 'Arni' Schwarzenegger ist eben jetzt erst auf den Trichter gekommen, und die neuen Gesetze sorgen hier in LA gerade für allerlei Wirbel.

In erster Linie liegt das daran, dass die Hersteller von Freisprechanlagen jetzt denken, ihre große Stunde sei gekommen - endlich können sie in Amerika ein bisschen Umsatz machen und werbetechnisch ordentlich auf die Tube drücken (die Hands-Free-Laws gibt es bislang nämlich nur in New York, New Jersey und Connecticut). So hat die Firma Parrot, auf Deutsch: Papagei, jetzt eine Petition ins Leben gerufen und Governor Schwarzenegger mit Briefen bombardiert, die verlangen, dass der Papagei die Wachtel als kalifornischen Staatsvogel ablöst. Angeblich sorgen 'Parrots' nämlich dafür, dass es auf den amerikanischen Straßen in Zukunft sicherer wird, während Wachteln nicht mal richtig fliegen können und nur damit beschäftigt sind, Eier zu legen, die dann in Sushi Rolls landen. Ah ja... Der Anbieter Jawbone geht sogar noch einen Schritt weiter und startete jetzt eine Werbekampagne, die Verbrecherfotos zusammen mit dem Werbeslogan "Verbrechen zahlt sich aus" zeigen. Jeder, der hier in Hollywood ein Ticket für' Telefonieren am Steuer kassiert hat, bekommt von Jawbone nämlich einen $20 Gutschein ausgestellt. Super, genau die Ansage, die die Hollywood Kids brauchen...!

Ob sich pünktlich ab Dienstag alle an die neuen Gesetze halten, wird sich zeigen. Ich befürchte allerdings, dass die 20 Dollar Strafe - so viel muss man nämlich bezahlen, wenn man hier in der Zukunft mit Handy am Ohr erwischt wird - nicht wirklich eine abschreckende Wirkung haben... Gerade in Hollywood ist ja schon jeder Zweite bereit, 15 Dollar Valet Parking Gebühren zu bezahlen, damit er sein Auto nicht selber parken muss.

Aber zumindest in den Hollywood-Blockbustern soll es ab sofort 'Bei Anruf Freisprechanlage' heißen. ODER: Die Stars auf der Leinwand schicken sich ab sofort SMS während ihren Verfolgungsjagden, DAS ist nämlich am Steuer in Hollywood auch weiterhin erlaubt! Hm, ob das so richtig durchdacht ist, Arnie?

Viele Grüße aus Lalaland von Jessica Mazur

 

Handyverbot auf Hollywoods Straßen
© Bild: Jessica Mazur