Handball-EM-Held Andreas Wolff: Vom schüchternen Jungen zum "Tier im Tor"

Andreas Wolff: Vom schüchternen Jungen zum "Tier"
Lässt seinen Emotionen freien Lauf: Andreas Wolff im EM-Finale © MediaPictures.pl / Shutterstock.com

Deutschland hat einen neuen Sport-Helden gefunden: Am "Tier im Tor" Andreas Wolff (24) führte bei der Handball-EM nicht nur für die Bälle kein Weg vorbei. Zunächst nur als zweiter Torwart in das Turnier gestartet, verteidigte er das deutsche Tor beim Finalsieg mit einem Rekordergebnis: 17 Gegentore konnten die Spanier landen - so wenige wie kein EM-Finalist zuvor. Hinzukommt, dass der bärtige Hüne (1,98 Meter, 105 Kilogramm) seinen Emotionen derart freien Lauf lässt, dass man sich manchmal an Oliver Kahn erinnert fühlt. Kurz: Ein Sport-Star, wie ihn die Deutschen lieben.

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Der neue Handball-Held

Umso schwerer mag man da glauben, dass Wolff, der seine Karriere mit fünf Jahren bei der SG Ollheim/Strassfeld begonnen hatte, sich ursprünglich aus reiner Schüchternheit ins Tor stellte. "Weil ich früher etwas schüchtern war, habe ich mich beim ersten Training dann hinten reingestellt. Ich wollte nicht so viel mit den anderen zu tun haben. Es hat mir so gut gefallen, dass ich da nicht mehr raus wollte", sagte er der "Bild"-Zeitung. Nach einem steilen Aufstieg durch die Handball-Ligen spielte Wolff zuletzt bei der HSG Wetzlar. In Interviews betont er gerne, wie viel er dort von Torwart José Hombrados gelernt hatte - ein Spanier, ausgerechnet. Zur Spielzeit 2016/17 wechselt Wolff zum Rekordmeister THW Kiel.

Als ob ihm der Beschuss im Tor nicht genug Nervenkitzel verschafft, entspannt Wolff zwischen den Spielen am liebsten bei der Lektüre eines Gruselromans. Wenn er nicht gerade mit seinem Mercedes E350 über die Autobahnen heizt, wo er schon den einen oder anderen Punkt gesammelt hat. "Vom Fahrverbot bin ich aber noch die eine oder andere Spritztour entfernt", sagte Wolff der "Bild". "Ich fahre nur da schnell, wo das Tempolimit unbegrenzt ist." Ähnlich rasant dürfte seine weitere Karriere verlaufen. Bereits jetzt wird Wolff als der vielleicht beste deutsche Handball-Torwart aller Zeiten gehandelt.

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