Gunter Gabriel: Darum geht er ins "Dschungelcamp"

Gunter Gabriel: Darum geht er ins "Dschungelcamp"
Gunter Gabriel zu Gast in der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" © PR/HISTORY/Getty/Bilan

Anfang der 70er Jahre ebnete er nahezu im Alleingang den Weg für deutschsprachigen Country-Schlager: Gunter Gabriel (73, "Hey Boss, ich brauch' mehr Geld"). Es folgte eine Karriere voller Höhen und Tiefen. Der Musiker verfiel dem Alkohol, vier Ehen gingen in die Brüche - doch aufgegeben hat der 73-Jährige nie. Am 21. Dezember tritt er als Gaststar in der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" (immer montags um 22 Uhr auf History) auf. Dazu ist er als Teilnehmer für das RTL-"Dschungelcamp" im Gespräch. Ob er sich wirklich nach Australien wagt und warum er noch lange nicht an Rente denkt, erklärt er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

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Geld ist nicht das Motiv

 

In der Doku-Soap "Käpt'n Kasi - Auf hoher Spree" des TV-Senders History schippern Sie mit Tobias Kasimirowicz auf einem Hausboot umher. Sie leben seit Jahren selbst auf einem Hausboot, warum?

 

Gunter Gabriel: Hausboot heißt Freiheit. Ich kann jederzeit woanders hin. Ich bin kein Mensch, der lange an einem Ort sein kann. Früher hatte ich eine große Wohnung direkt an der Außen-Alster in Hamburg für fast 10.000 Mark Miete. Heute habe ich auf meinem Hausboot 400 Quadratmeter Wohnfläche. Aber das war nicht von Anfang an so. Das Boot habe ich mit 140 Quadratmeter gekauft. Mit den Jahren habe ich es immer weiter vergrößert. In jedem Zimmer gibt es einen Fernseher, Telefon, Licht, Heizung. Außerdem habe ich mir einen Whirlpool und eine Sauna angeschafft.

 

Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich? Sie haben erst vor kurzem einen Schlaganfall erlitten...

 

Gabriel: Mit 73 Jahren ist man niemals vollkommen fit. Man hat schließlich ein paar Kilometer auf dem Tacho. Seit einigen Jahren habe ich Kreislaufprobleme und werde deswegen ärztlich betreut. Ich bin also nicht fit, aber ich fühle mich gut.

 

Leben Sie heute gesünder als früher?

 

Gabriel: Ja, klar, ich habe auch nicht mehr so viele Frauen wie früher. Früher hatte ich einen ganzen Harem, das habe ich jetzt etwas eingeschränkt.

 

Auf wie viele Frauen?

 

Gabriel: Das behalte ich lieber für mich, meine Freundin hört mit. (lacht)

 

Ziehen Sie denn im Januar wirklich ins "Dschungelcamp"?

 

Gabriel: Das mache ich von meinen Ärzten abhängig. Ich persönlich bin nicht gerade beglückt von der Idee. Diese Sendung ist nicht unbedingt mein Niveau und auch vollkommen unnötig. Im Grunde leben wir ja bereits im Dschungel, es kommt einem nur nicht so vor. Allein die Gefahr, die von der Politik und auch von den Terroristen ausgeht. Dagegen ist der Dschungel die reinste Erholung.

 

Früher haben Sie eine Teilnahme am Camp immer kategorisch ausgeschlossen.

 

Gabriel: Das stimmt, und im Prinzip habe ich diese Meinung noch immer. Aber ich habe mich überreden lassen. Die Verantwortlichen sehen in mir jemanden, der auch mal die Schnauze aufreißt. Der das sagt, was andere niemals sagen würden. Ich würde es niemals nur wegen des Geldes machen. Das ist vielleicht auch ganz schön, aber das kann niemals der alleinige Grund sein. Geld war in meinem ganzen Leben noch nie das Motiv. Vielleicht kann ich im Sinne einer "besseren TV-Unterhaltung" meinen Beitrag leisten. Oder gelingt es mir, ein paar neue Gedanken über das Leben reinzubringen: Wie man anders leben und trotzdem erfüllt und glücklich sein kann. Das sehe ich als meine Aufgabe, darum habe ich mich überreden lassen.

 

Wie stehen denn Ihre Kinder zu Ihrer möglichen "Dschungelcamp"-Teilnahme?

 

Gabriel: Die sind entsetzt. Ich habe drei Töchter und einen Sohn, vier Kinder von vier verschiedenen Frauen. Alle Kinder sind charakterlich etwas anders. Meinen Sohn interessiert das überhaupt nicht. Meine drei Töchter sind dagegen um ihren geliebten Vater besorgt. Meine Jüngste sagt: "Du verschleuderst dein Lebenswerk. Du bist verrückt." Sie macht sich Sorgen um meinen Status. Der ist mir persönlich scheißegal, ich habe ja nie für meinen Status gelebt. Mir ging es nur immer darum, gute Songs zu schreiben und ehrlich zu sein. Meine älteste Tochter würde ich als Begleitperson mitnehmen.

 

Und wann entscheiden die Ärzte, ob Sie fit genug für den Dschungel sind?

 

Gabriel: In den nächsten Tagen. Am Donnerstag war die letzte Untersuchung. Wenn gesundheitlich alles in Ordnung ist, dann stehe ich zu meinem Wort und nehme mir Anfang des Jahres frei. Meine Astrologin hat mir prophezeit, dass Januar und Februar glückliche Monate werden, die auch eine großartige, längere Wirkung auf mich und mein Leben haben werden. Auf meine Astrologin gebe ich alles, sie berät mich seit Jahren bei schwierigen Fragen. Und das war eine schwierige Entscheidung. Sie meinte jedoch: "Mach es! Du wirst da sehr gut raus kommen."

 

Andere in Ihrem Alter sind längst in Rente - denken Sie auch daran, sich zur Ruhe zu setzen?

 

Gabriel: Keine Sekunde. Nach dem Schlaganfall war ich geschockt und dachte: "Jetzt bist du am Ende." Solche Gedanken kannte ich bisher nicht, da ich in meinem Alter immer noch unheimlich viel unterwegs bin. Ich bin kein Daumenlutscher, der darauf wartet, dass er seine Rente bekommt. Noch nie in meinem ganzen beschissenen Leben. Meine Astrologin meinte zu mir: "Du wirst 98 Jahre alt werden und mit der Gitarre in der Hand sterben." Das Foto dazu habe ich bereits gemacht: Im Sarg mit der Gitarre.

 

Das heißt, Sie wollen mit Ihrer Gitarre begraben werden?

 

Gabriel: Nein, ich will nicht begraben werden. Die Heuchelei an Grabesstätten finde ich ekelhaft. Ich will auch keine Preise haben. Das ist alles Quatsch. Ich mache das wie Karl Lagerfeld. Wenn ich tot bin, soll man mich in einen blauen Müllsack packen und dann weg damit. Ich habe auch schon meinen eigenen Leichenbestatter. Denn es ist wichtig, über den Tod zu reden. Das ist für mich auch gar nicht beängstigend. Zahnschmerzen sind beängstigend oder wenn deine Liebe zu einer Frau nicht erwidert wird. Aber der Tod ist nicht beängstigend. Es geht nur um die Leidenszeit, die ich aber nicht habe, weil ich ja meine Gitarre habe.

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