Guido Westerwelle nimmt nach Chemotherapie ersten öffentlichen Auftritt wahr

Guido Westerwelle in Berlin.
Sichtlich gerührt begrüßt Guido Westerwelle seine Gäste in Berlin. © dpa, Klaus-Dietmar Gabbert

Guido Westerwelle begrüßte bei seinem Stiftungsempfang mit einer bewegenden Geste

Ex-Außenminister Guido Westerwelle (53) nimmt nach seiner langen Krebstherapie erstmals wieder einen öffentlichen Termin in der Hauptstadt wahr. Nach 15-monatiger Medienabstinenz empfing der FDP-Politiker am Donnerstag, 10. September 2015, in den Räumen seiner eigenen Stiftung, der 'Westerwelle Foundation', zahlreiche Gäste. Rund 100 Menschen aus Medien und Politik erschienen, als Guido Westerwelle an dem Abend nach langer Zeit wieder im Blitzlichtgewitter steht.

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Guido Westerwelle würde gerne jedem Gast persönlich die Hand schütteln - doch das darf er nicht aus gesundheitlichen Gründen. Zu groß ist das Risiko, dass einer der Gäste krank ist und ihn ansteckt, denn das Immunsystem des 53-jährigen ist nach der Chemotherapie noch immer geschwächt. „80 Prozent aller Infektionen werden über die Hände übertragen“, begründet der Ex-Außenminister seine Zurückhaltung. Statt einem kräftigen Händedruck legt Guido Westerwelle zur Begrüßung seine Hand auf das Herz und bewegt mit dieser Geste seine Gäste. Doch das Risiko schein überschaubar. "Ich wäre nicht hier, wenn ich es nicht verantworten könnte", so Westerwelle, dem die Arbeit der Stiftung sehr große Freude mache.

An diesem besonderen Abend sind junge Führungskräfte aus 16 verschiedenen Ländern bei der 'Westerwelle Foundation' versammelt. Ziel ist es, junge Talente miteinander bekannt zu machen und so Raum für innovative Ideen zu schaffen. Zu der 'Young Leaders'-Konferenz erscheint Gudio Westerwelle alleine. Sein Ehemann, der Sportmanager Michael Mronz, begleitet ihn diesmal nicht. Aber er ist wohl seine wichtigste Stütze in der schweren Zeit. Guido Westerwelles Haare sind nach der Chemotherapie zwar wieder nachgewachsen, weshalb er einen gesunden Eindruck macht, doch er muss noch immer viele Medikamente nehmen.

Feiert Guido Westerwelle bald sein politisches Comeback?

Guido Westerwelle hält eine Rede.
Guido Westerwelle bei seiner Rede zur Flüchtlingskrise. © dpa, Klaus-Dietmar Gabbert

Das tagespolitische Geschehen hat Guido Westerwelle in den vergangenen Monaten aktiv mitverfolgt. Zur Flüchtlingskrise hat der FDP-Politiker eine klare Meinung, mit der er auch in seiner kurzen Rede nicht hinter dem Berg hält. „Die Welt wandelt sich dramatisch“, betont er. „Wir müssen lernen, dass wir ein neues nationales Einwanderungsgesetz brauchen mit klaren Kriterien darüber, wer kommen kann und bleiben darf“, erklärt Westerwelle. Weiter meint er, dass Deutschland den Flüchtlingen Hilfe leisten müsse, dies aber auch gerade auf hervorragende Weise geschehe. Auf lange Sicht müssten jedoch die Lebensbedingen in den Krisengebieten verbessert werden, sodass die Menschen nicht die Flucht antreten müssen.

Wünscht sich Guido Westerwelles eine Rückkehr in die Politik? „Darüber mache ich mir nur wenig Gedanken", stellt er unumwunden klar. „Im Moment konzentriere ich mich auf die Stiftungsarbeit.“ Dann deutet Guido Westerwelle an, dass er momentan andere Sorgen habe, als sich über ein politisches Comeback Gedanken zu machen.

Bei Guido Westerwelle wurde im Juni 2014, also sechs Monate nach dem Ende seiner Zeit als Außenminister, Leukämie diagnostiziert. Der 53-Jährige befindet sich weiterhin in Behandlung und muss Medikamente nehmen.

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