Günther Jauch: Die Leichtigkeit des Zuschauers

Günther Jauch
Günther Jauch © Cover Media

Günther Jauch (58) konnte das gestrige Fußballspiel wie ein normaler Fan genießen.

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Anders als früher

Der Showmaster ('Wer wird Millionär?') arbeitete nach seiner Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule als Sportmoderator beim Hörfunk des Bayerischen Rundfunks, freute sich aber, als er nicht mehr über Sportspektakel berichten musste. "Seit ich nicht mehr Sportjournalist bin, habe ich die Leichtigkeit des Zuschauers, der sich nicht vorher noch mal über Spielerlisten beugen muss", erklärte der Münsteraner im Interview mit 'krone.at' und ergänzte: "Ich kann einfach nur Freude haben an einem schönen Spiel. Ich wäre dann enttäuscht, wenn die schwächere Mannschaft gewinnen würde."

So sah sich der ehemalige 'stern TV'-Moderator natürlich auch das Spiel zwischen Kolumbien und Brasilien an - für ihn einer der bewegendsten Momente der WM. "Das war sicher, als Brasilien durch den Verlust von Neymar im wahrsten Sinn des Wortes ins Mark getroffen wurde. Das war viel mehr als ein klassisches Foul." Für die deutsche Elf war der Moderator hingegen voll des Lobes: "Ich fand auch schön, dass Deutschland nach dem Sieg über Brasilien nicht über die Maßen triumphiert hat, sondern fair geblieben ist und dem Gastgeber die Würde gelassen hat."

Über dieses faire Verhalten wurde natürlich auch Zuhause in Deutschland viel geschrieben und das Internet explodierte förmlich, als die Mannschaft sieben Tore ins gegnerische Netz schoss. Doch die Tatsache, dass man im Leben alles googeln könne, helfe den Kandidaten bei 'Wer wird Millionär?' natürlich nicht. "Das Internet ist doch tückisch, wenn es um Wissen geht. Es verleitet zu der Fehleinschätzung, man müsse selbst nichts mehr wissen und demzufolge auch nichts mehr lernen. Steht ja alles im Computer", echauffierte sich der Talkmaster im Interview mit 'Spiegel' und erklärte ganz konkret: "Bildung lässt sich nicht downloaden. Und ich habe auch ein generelles Problem mit Leuten, die stolz darauf sind, dass sie keine Zeitung lesen und sich nur noch online informieren - dabei sind doch Zeitungen notwendig, um an der Kultur und der Gesellschaft teilzuhaben." So forderte Günther Jauch die Jugend auf: "Allen Schülern und Studenten kann ich nur zurufen: Lest mehr Zeitung!"

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