Guck mal Brad, das verpasst du: Jennifer Aniston strippt in 'Wir sind die Millers'

'Wir sind die Millers': Filmstart am 29. August 2013
Jennifer Aniston, Will Poulter, Emma Roberts und Jason Sudeikis in 'Wir sind die Millers'. © Michael Tackett

4 von 5 Punkten

Schau genau hin, Brad Pitt! SO hast du deine Ex-Frau Jennifer Aniston bestimmt noch nie gesehen! In sexy Dessous und mit platinblonden Haaren räkelt sich die 44-Jährige an einer Stripstange und legt eine heiße Show hin. Doch das Roadmovie 'Wir sind die Millers' hat noch viel mehr zu bieten. Man setze der Stripperin einen Drogendealer als 'Ehemann' an die Seite und würze das Ganze mit zwei 'Kindern' und schicke sie alle in einem Van zum Drogenschmuggel nach Mexiko. Wie man sich denken kann, ist der Ärger programmiert…

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David Clarke (Jason Sudeikis) ist seit seiner Collegezeit ein kleiner Drogendealer. Um möglichst unauffällig durchs Leben zu gehen, beliefert er ausschließlich Hausfrauen und Köche. Doch wie das Leben so spielt, wendet sich das Blatt eines Tages. David wird Opfer eines Raubüberfalls und muss seinem verrückten Lieferanten Brad Gurdlinger (Ed Helms aus 'Hangover') klarmachen, dass die gesamte Ware und das Drogengeld verschwunden sind. Um die Schulden zu tilgen, nimmt David Gurdlingers Angebot an: Er soll ein paar Drogen von Mexiko über die Grenze schaffen, und der 'Vorfall' wäre vergessen. Doch wie kommt er unauffällig über die Grenze? Ganz einfach: Indem er sich eine Scheinfamilie zusammen sucht. Blöd nur, wenn man auf die Schnelle nur Stripperin Rose (Jennifer Aniston), Ausreißerin Casey (Emma Roberts) und die männliche Jungfrau Kenny (Will Poulter) findet…

Eine Menge Faktoren tragen dazu bei, 'Wir sind die Millers' sehenswert zu machen. Allein schon die Idee von einem Roadtrip, der von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist, bietet eine gute Basis. Man mixe das Ganze mit derben Witzen, die aber nie unter die Gürtellinie gehen und immer an der richtigen Stelle platziert sind, und werfe einen talentierten Cast ins Geschehen – voilà!

Perfekt besetzt bis in die Nebenrollen

Gekonnt in Szene gesetzt: Jennifer Aniston als Stripperin.
Jennifer Aniston zeigt ihr Können als Stripperin.

Jason Sudeikis ist ein Meister auf seinem Gebiet. Durch seine jahrelange Erfahrung bei der Comedy-Show 'Saturday Night Live' agiert er so locker und selbstverständlich, als würde man ihn durch eine versteckte Kamera im wirklichen Leben filmen. Jennifer Aniston ist im Comedy-Genre ebenfalls zu Hause. Obwohl oder vielleicht gerade weil sie dieses 'Good Girl'-Image hat, kommen die derben Sprüche bei ihr unglaublich gut rüber. Sehr ansprechend präsentiert sich Aniston auch bei ihren Strip-Szenen. Na, ob ihr Verlobter Justin Theroux von diesen Tanzeinlangen nicht auch privat profitiert hat?

Neben den bekannten Hollywoodstars sticht vor allem Will Poulter heraus. Der Brite spielt die Rolle der schüchternen Jungfrau Kenny unglaublich überzeugend. Vor allem sein markantes Gesicht und die Art, wie er seine Mimik spielen lässt, machen ihn zu einer Geheimwaffe. So ist es auch Poulter, der an einigen der besten Szenen beteiligt ist. Der bislang eher unbekannte 20-Jährige scheut weder eine Rap-Einlage, noch geniert er sich davor, sich untenrum völlig nackt und mit einer Hoden-Prothese 'ausgestattet' zu zeigen.

US-Regisseur Rawson Marshall Thurber hat nach seiner Erstlingskomödie 'Voll auf die Nüsse' (2004) lange auf seinen nächsten Film warten lassen. Doch das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Ein kleiner Hinweis für alle, die zeitgleich mit dem Abspann die Flucht aus dem Kino antreten: Bleiben Sie auf ihren Plätzen sitzen! Nach dem Film erwarten den Zuschauer nämlich noch lustige Outtakes. Von diesem spontanen Humor hätte man im Film gern noch mehr gesehen.

Von Alexandra Mölgen

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