Graham Candy: "Die goldene Schallplatte ist ein Ansporn"

Graham Candy: "Die goldene Schallplatte ist ein Ansporn"
Graham Candy geht mit seinem Debüt-Album im Oktober auf Tour © Michèl Passin

Graham Candy ist noch relativ unbekannt. Und das, obwohl er schon eine goldene Schallplatte zu Hause stehen hat. Mit "She Moves (Far Away)" lieferte der Sänger zusammen mit DJ Alle Farben den Sommerhit 2014. Im Gegensatz zu dem eingängigen Sound ist sein Name aber nicht in den Köpfen hängen geblieben. Das soll sich ändern. Mit "Plan A" veröffentlicht der 25-Jährige jetzt sein Debüt-Album. Im Interview mit spot on news verriet er, was das Besondere daran ist und warum ihn viele für eine Frau halten.

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Debüt-Album "Plan A"

Sie sind Neuseeländer, leben aber seit über zwei Jahren in Berlin. Warum?

Graham Candy: Das habe ich meinem Manager zu verdanken. Er hat mich in einer Bar in Neuseeland aufgespürt, in der ich gearbeitet und ab und zu Covers gespielt habe. Er kommt aus Berlin und hat mir vorgeschlagen mitzukommen, um mich dort ins Musik-Business zu bringen. Als er mir das erste Mal davon erzählt hat, dachte ich, er sei betrunken. Dann haben wir uns zufällig noch einmal getroffen und vier Wochen später war ich tatsächlich in Berlin.


Der erste Song auf Ihrem Album heißt "Home". Ist Berlin mittlerweile Ihr Zuhause geworden?

Graham Candy: Berlin ist mein Zuhause. Aber meine Wurzeln sind in Neuseeland. Es klingt vielleicht ein bisschen seltsam, aber man könnte auch sagen: Meine Knochen sind Neuseeland, meine Haut ist Berlin.


In Berlin gibt es eine große Musik-Szene. Ist es dadurch leichter oder schwerer, erfolgreich zu sein?

Graham Candy: Wenn du Talent, Persönlichkeit, das gewisse Etwas oder vielleicht einfach nur das richtige Timing hast, kann das ziemlich hilfreich sein. Im Gegensatz zu zum Beispiel London unterstützen sich die Musiker in Berlin meiner Erfahrung nach gerne gegenseitig. Es gibt viele Kollaborationen, auch zwischen den Genres.


Wie zum Beispiel Ihre Zusammenarbeit mit dem DJ Alle Farben. Der Song "She Moves (Far Away)" war ein riesen Hit. Entsteht durch diesen Erfolg ein gewisser Erwartungsdruck an Ihr Debüt-Album?

Graham Candy: Nicht unbedingt. Es war einfach eine tolle Sache, die mir viele Türen geöffnet hat. Aber auch die goldene Schallplatte, die wir für den Song bekommen haben, ist nichts, was ich gefeiert habe. Die steht jetzt auf dem Boden neben meinem Schreibtisch. Ich sehe das nicht als Höhepunkt, sondern eher als Ansporn. Es gibt noch so viel zu tun und zu erreichen.


Was macht Ihre Musik einzigartig?

Graham Candy: Ich finde, es ist die darin liegende Verletzlichkeit und Ehrlichkeit. Das Album ist sehr aufrichtig und intensiv. Es geht nicht nur um die Gute-Laune-Dinge, sondern ist wirklich authentisch.


Aber auch Ihre Stimme ist außergewöhnlich. Sie klingt sehr zart, fast schon feminin.

Graham Candy: Ja, es passiert tatsächlich öfter, dass mich viele für eine Frau halten. Wenn ich zum Beispiel mit Alle Farben auftrete, gibt es die ersten zehn Sekunden immer Verwirrung, weil da plötzlich ein Mann steht.


Gerade spielen Sie als Support-Act für die Band Silbermond. Deren Texte sind alle auf Deutsch. Verstehen Sie das überhaupt?

Graham Candy: Ich wurde schon oft für Deutsch-Kurse angemeldet, aber irgendwie hat es dann immer nicht geklappt. In Berlin ist es auch wirklich schwierig, weil einfach jeder Englisch kann. Deswegen spreche ich es leider nur ein bisschen. Aber wenn die Lieder langsam sind, verstehe ich ein paar Sachen.


Wollen Sie auch in Zukunft in Deutschland leben?

Graham Candy: Ja, ich werde einfach eine deutsche Frau finden und da bleiben. Und natürlich endlich meinen Sprachkurs machen.



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