Götz George nach kurzer Krankheit gestorben: Er blieb privat bis in den Tod

Götz George: Privat bis in den Tod
Schauspieler Götz George bei der Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Oktober 2014 © imago/Sven Simon

Ausnahmeschauspieler Götz George ist gestorben. Obwohl der gebürtige Berliner im Juli immerhin schon seinen 78. Geburtstag gefeiert hätte, kam diese traurige Nachricht am späten Sonntagabend sehr überraschend. Zumindest für all seine Fans. Denn von der "kurzen Krankheit", die seine Agentin als Todesursache nannte, und bei der es sich laut "Bild"-Informationen um eine Krebserkrankung handelte, wusste man bis dato nichts.

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Nur wenig ist bekannt

Besonders überraschend aber ist der Fakt, dass der Charakterdarsteller bereits vor einer Woche, am 19. Juni, verstarb. Seine zweite Ehefrau, die Hamburger Journalistin Marika Ullrich (56), und seine Tochter Tanja (49) aus erster Ehe, sollen bei ihm gewesen sein. Wie die "Bild"-Zeitung weiter meldet, soll der Schauspieler außerdem schon am vergangenen Mittwoch im engsten Familienkreis in seiner Wahlheimat Hamburg beigesetzt worden sein. Auf welchem Friedhof ist bisher nicht bekannt - der größte in Ohlsdorf führt ihn aktuell nicht in seiner "Prominenten"-Liste.

 

Privat ist privat

 

Nicht zu viele Details, kein Abschied. Irgendwie ist das nur konsequent, denn Götz George schützte sein Privatleben schon zu Lebzeiten sehr bewusst. In Deutschland sei er nur mehr zum Arbeiten und Steuern zahlen, wie er in einem seiner wenigen Interviews erklärte.

Die meiste Zeit verbrachte er zusammen mit Marika Ullrich, mit der er seit 1997 offiziell zusammen und seit 2014 auch verheiratet war, auf Sardinien. Auf der Insel bestimmten Schwimmen, Tauchen, Fahrrad- und Motorradfahren seinen Tag. Festnetz, Handy, Computer - Fehlanzeige. Dafür soll er seit 30 Jahren Tagebuch geführt haben. Memoiren werde es dennoch nicht gehen, denn die Bücher "werden verbrannt", wie es heißt.

Ob in den Tagebüchern etwas über seine erste Ehe - von 1966 bis 1976 war er mit der Schauspielerin Loni von Friedl (72) verheiratet - steht, bleibt also sein Geheimnis. Gleiches gilt wohl für Details über das Verhältnis zu seiner einzigen Tochter, die aus dieser Ehe stammt.

 

Abschied von der Bühne

 

Über die Schauspielerei sprach Götz George dagegen schon. Zur Frage, ob er ans Aufhören denke, sagte Götz George vor wenigen Jahren noch: "Der Schauspieler ist verpflichtet, immer weiterzumachen. Es wäre völlig falsch, zu sagen 'Ich bin in Rente'. Dann wird's fadenscheinig. Dann sagt man 'Der hat nur für die Sozialkasse gearbeitet und will jetzt seine Bezüge haben'. Nein, das ist ein ideeller Beruf. Das macht Spaß und das hält einen am Leben. Das ist wunderbar und großartig."

Vor zwei Jahren erklärte Götz George dann doch, sich zurückziehen zu wollen: "Ich möchte gerne nach 65 arbeitsreichen Jahren Feierabend machen. Auf der Bühne, wie es bei Schauspielern immer heißt, will ich sicher nicht sterben", so der Schauspieler in einem Interview mit der "WAZ" 2014.

2015 stand er zum letzten Mal vor der Kamera. Wann der ARD-Krimi "Böse Wetter" zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

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