Göttergemetzel in 3D mit Sam Worthington: 'Zorn der Titanen'

Göttergemetzel in 3D mit Sam Worthington: 'Zorn der Titanen'
Halbgott Perseus (Sam Worthington) will mit aller Macht seinen Vater Zeus (Liam Neeson) retten. © Courtesy Warner Bros. Ent. Inc., Photo Courtesy of Warner Bros. P

3 von 5 Punkten

Zwei Jahre ist es her, da durfte sich 'Avatar'-Star Sam Worthington als unerschrockener Halbgott Perseus in 'Kampf der Titanen' als Krakenbezwinger beweisen. Leider bekam der Film nur mäßige Kritiken – die nachträgliche 3D-Konvertierung verärgerte die meisten Zuschauer, die auf ein bildgewaltiges Epos mit allen tricktechnischen Raffinessen gehofft hatten. Lediglich ein auf durchschnittliches 3D-Maß aufgebürstetes Sandalen-Abenteuer war das enttäuschende Ergebnis. Mit der Fortsetzung 'Zorn der Titanen' sollte nun alles besser werden. Und tatsächlich fährt die Fortsetzung des Göttergemetzels endlich das auf, was ein fulminantes 3D-Action-Spektakel braucht – und bleibt dennoch seltsam blutarm.

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Der neue 'Titanen'-Film besticht mit derart beeindruckenden 3D-Special-Effects, dass so mancher Zuschauer tief in seinen Kinosessel gedrückt werden dürfte. Bereits nach wenigen Minuten rasen die ersten Felsbrocken auf ihn zu, und feuerspeiende Monster schnappen mit ihren schleimigen Fratzen nach dem Publikum. Man merkt sofort: Der neue Regisseur Jonathan Liebesman ('World Invasion: Battle Los Angeles') hat auch die Handlung ganz um die von ihn perfekt in Szene gesetzten 3D-Effekte herumgestrickt. Und das hat sich mehr als gelohnt. Zwar mag man in all dem Gewusel von Göttern, Halbgöttern, Menschen und Monstern gerne mal den Überblick verlieren, aber das spielt angesichts des faszinierenden Sogs, in den sich der 3D-Fan für knappe zwei Stunden hinein ziehen lassen kann, auch kaum noch eine Rolle.

Dennoch ist ein bisschen Handlung ja auch nicht verkehrt: Zehn Jahre nach dem heldenhaften Sieg über den monströsen Kraken möchte Halbgott Perseus (erneut Sam Worthington), Sohn des Zeus (auch wieder mit dabei: Liam Neeson, '72 Stunden'), ein beschauliches Leben als Fischer und alleinerziehender Vater führen. Doch daraus, man ahnt es, wird nichts. Denn weil sie von den Menschen kaum noch verehrt werden, verlieren die Götter Zeus, Hades ('Harry Potter'-Star Ralph Fiennes) und Poseidon (Danny Huston, 'Die Lincoln Verschwörung') ihre Macht über die eingekerkerten Titanen und ihren grimmigen Anführer Kronos. Dieser wurde vor langer Zeit gestürzt. Inzwischen vermodert er in den finsteren Abgründen der Unterwelt. Aber nicht mehr allzu lange, wie man sich denken kann.

Trotz virtuoser 3D-Special-Effects leider irgendwie blutarm

Göttergemetzel in 3D mit Sam Worthington: 'Zorn der Titanen'
Der böse Titan Kronos will die Menschheit vernichten. © Courtesy Warner Bros. Ent. Inc., Photo Courtesy of Warner Bros. P

Das Spektakel gerät richtig in Fahrt, als Hades zusammen mit Zeus' göttlichem Sohn Ares (herrlich böse: Edgar Ramirez, '8 Blickwinkel') die Seiten wechselt und mit Kronos intrigiert, um Zeus in eine Falle zu locken. Und je offensichtlicher Zeus in seiner göttlichen Kraft schwächelt, desto mehr erstarken die Titanen, bis schließlich die Hölle auf Erden losbricht. Klar, dass Perseus da einschreiten muss: Er bittet die Kriegergöttin Andromeda (ganz schön sexy: Ex-Bondgirl Rosamund Pike), Poseidons Sohn, den Halbgott Argenor (Toby Kebbell, 'Gefährten') und den gefallenen Halbgott Hephaestus (Bill Nighy, 'The Best Exotic Marigold Hotel') um Unterstützung. Dann begibt er sich mutig auf die gefährliche Reise in die Unterwelt, um die Menschheit zu retten.

Wer in all dem Göttergeflecht tatsächlich mal den Faden verliert, dem sei versichert: Die beeindruckenden 3D-Bilder und Special Effects wiegen den mitunter etwas plump nacherzählten, aber durchaus kurzweiligen Konflikt zwischen den antiken Göttern mit einer ordentlichen Prise Humor weitgehend auf. Natürlich wäre es zynisch, zu behaupten, eine gescheite Story brauche man angesichts der visuellen Achterbahnfahrt ohnehin nicht: Dass man eine virtuose 3D-Technik mit einer ansprechenden Handlung durchaus gelungen kombinieren kann, zeigte schon James Cameron mit seinem Kassenhit 'Avatar'. Der actiongeladene und visuell zwar sehr beeindruckende 'Zorn der Titanen' schafft diesen Spagat hingegen leider nicht.

Von Norbert Dickten

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