'Ghostbusters' mit Melissa McCarthy, Kristen Wiig & Co.: Sind die heftigen Reaktionen auf die Besetzung gerechtfertigt?

Ghostbusters: Melissa McCarthy und Chris Hemsworth strapazieren die Lachmuskeln aufs Äußerste
'Ghostbusters': Schrill und unterhaltsam

4 von 5 Sternen

Dreißig Jahre nachdem das Original die Welt im Sturm erobert hat, kommen die 'Ghostbusters' zurück auf die große Leinwand – wiederbelebt für eine neue Generation. Aber genau diese Modernisierung bereitet manchem 'Ghostbusters'-Fan der ersten Stunde Schwierigkeiten. Regisseur Paul Feig (‚Brautalarm‘) kombiniert die altbewährten Methoden der Geisterbekämpfung mit neuen und vor allem diesmal weiblichen Hauptfiguren: Neben den vier Geisterjägerinnen Melissa McCarthy, Kate McKinnon, Kristen Wiig und Leslie Jones zeigt sich Frauenschwarm Chris Hemsworth von einer äußerst komischen Seite.

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Von Sarah Schuch

Erin Gilbert (Kristen Wiig) versucht, als seriöse Physikerin Karriere an der renommierten Columbia-Universität zu machen. Kurz vor ihrer Festanstellung holt sie jedoch ihre Vergangenheit als Geisterforscherin ein. Sie bittet ihre alte Freundin Abby (Melissa McCarthy) um Hilfe. Diese glaubt ebenfalls an Geister und erforscht zusammen mit Jillian (Kate McKinnon) in deren Labor paranormale Phänomene. Nachdem die drei Ladys bei einem gemeinsamen Besuch in einem Herrenhaus einen Geist erblicken, ändert sich alles. Denn sie fühlen sich als Ghostbusters berufen und versuchen, mit selbst gebastelten Anti-Geister-Waffen New York zu retten. Schon bald bekommen sie Verstärkung durch Patty (Leslie Jones), die auch als Geisterjägerin angestellt wird, und den verpeilten Sekretär Kevin (Chris Hemsworth).

Erfischend modern und unterhaltsam

Ghostbusters: Melissa McCarthy und Chris Hemsworth strapazieren die Lachmuskeln aufs Äußerste
Melissa McCarthy und Chris Hemsworth als Humorbringer

Noch vor der Veröffentlichung von 'Ghostbusters 3' hagelte es Kritik, und zwar geballt. Dass Fans des Originals dagegen sind, dass man einen Stoff nochmal verfilmt, kann man ja noch nachvollziehen. Aber den meisten Hatern, die im Social Web gegen das Remake pesteten, stieß vor allem auf großen Widerstand, dass der Regisseur die vier Hauptrollen mit Frauen besetzt. Sie pesteten im Social Web gegen die Neuverfilmung, bevor sie überhaupt eine einzige Szene aus dem Streifen gesehen hatten.

Völlig zu unrecht. Regisseur Feig macht nicht mal ein Aufhebens daraus, dass er jetzt Frauen auf Geisterjagd schickt – und die weibliche Putztruppe funktioniert ganz famos. Dabei kommt Feigs Komödie keineswegs als feministisches Manifest daher, das die Entmachtung der Männer feiern würde, sondern Feig erlaubt den Frauen lediglich genau das Gleiche, was einst die Herren der Schöpfung durften: sich ballernd durch den Film zu kalauern. Letztendlich schaffen es die vier weiblichen 'Ghostbusters', allen voran Melissa McCarthy ('Brautalarm'), männlichen wie weiblichen Zuschauern von Anfang bis Ende ein Grinsen aufs Gesicht zu zaubern.

Die wahre Hürde für ein Remake ist doch, dass es dem Vergleich zum Original standhalten muss. Da die Story keine großen Innovationen wagt, darf man nicht allzu viele Überraschungen erwarten. Aber die Gags zünden. Vor allem Frauenschwarm Chris Hemsworth, der sonst gern in Actionfilmen wie 'Thor' als Muskelprotz besetzt wird, zeigt als zerstreute Hilfskraft eine sanftere Seite - und komödiantisches Talent. Trotzdem schafft er es, den Geisterjägerinnen nicht die Show zu stehlen, er komplettiert vielmehr die Situationskomik des Frauenquartetts. Und genau das macht in diesem Film, der auch nicht mit Action-Szenen geizt, den meisten Spaß.

Kinostart: 4. August 2016

Genre: Action, Komödie, Fantasy

Originaltitel: Ghostbusters

Filmlänge: 117 Minuten

Darsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Chris Hemsworth

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