'Gesetz der Rache': Drastische Folterszenen und ein müdes Ende

Jamie Foxx und Gerard Butler in einem erpresserischen Spiel

'Gesetz der Rache': Drastische Folterszenen und ein müdes Ende
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Wer unnötige Brutalität und grausame Gewaltdarstellungen auf der Kinoleinwand erwartet, ist hier genau richtig. In seinem ersten selbst produzierten Film gibt Gerard Butler den Familienvater Clyde Shelton, der hilflos mit ansehen muss, wie Frau und Tochter bestialisch ermordet werden. Als die Täter gefasst werden, übernimmt der ehrgeizige Staatsanwalt Nick Rice (gespielt von Oscar-Preisträger Jamie Foxx) den Fall. Er handelt mit einem der Täter einen Deal über ein mildes Urteil aus, wenn dieser gegen seinen Komplizen aussagt.

Zehn Jahre später taucht Clyde Shelton wieder auf und nimmt grausam Rache: Die heftigen Folterszenen dürften dem einen oder anderen Zuschauer den Magen ordentlich durcheinanderbringen. Wer jetzt schon geht, verpasst allerdings die interessante Geschichte, die da erst ihren Anfang nimmt. Doch Vorsicht: Mit Logik oder Originalität hat das wenig zu tun.´

Clyde Shelton bekennt sich des Mordes für schuldig und lässt sich ohne Widerstand festnehmen. Dann beginnt er ein erpresserisches Spiel mit Staatsanwalt Rice: Entweder Rice überdenkt sein Handeln und schließt Deals mit Mördern in Zukunft aus - oder Schlüsselfiguren der damaligen Gerichtsverhandlung werden sterben.

Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, inszeniert Shelton vom Gefängnis aus eine Reihe spektakulärer Hinrichtungen, die ganz Philadelphia in Angst und Schrecken versetzen. Wie schafft es der Inhaftierte bloß, aus seiner isolierten Zelle heraus das System zu manipulieren? Hat er übermenschliche Fähigkeiten, oder ist die Antwort darauf eher gewöhnlich?

Der Einzige, der das Töten stoppen könnte, ist Staatsanwalt Rice. Als schließlich dessen eigene Familie in Sheltons Fadenkreuz gerät, beginnt für Rice ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, bei dem sein Gegner immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

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Klassisches Hollywood-Drama, in dem das Gute letztlich über das Böse siegt

'Gesetz der Rache': Drastische Folterszenen und ein müdes Ende

Frauenschwarm Gerard Butler spielt hier mit ganzer Inbrunst den ehemals guten, jetzt aber abgrundtief ins Böse abgerutschten Familienvater - für weibliche Fans mit nur einer guten Szene, in der er sich unbekleidet von der Polizei festnehmen lässt. Sympathisch soll er rüberkommen, wirkt im Laufe des Films aber nur noch wie ein völlig abgedrehter Irrer, der völlig losgelöst von seinem eigentlichen Rachefeldzug wie wild um sich schlägt. Gegenspieler Jamie Foxx hat dem allerdings auch nicht allzu viel entgegenzusetzen: Routiniert meistert er die Rolle des reagierenden Staatsanwalts, kann der Figur aber keine große Tiefe verleihen.

Die Wut auf die Täter, die vom Rechtssystem allzu milde behandelt werden, ist nur zu verständlich. Wer nun aber eine intelligente Abrechnung am System erwartet, wird bitter enttäuscht. Im Grunde liefert die brutale Eingangssequenz nur die Rechtfertigung für weitere blutige Morde, die im Laufe des Films auch schon mal ein erschrecktes, wenn auch genervtes Stöhnen beim Publikum hervorlocken.

Immerhin ist „Gesetz der Rache“ temporeich und spannend inszeniert. Wer die ersten 40 Minuten überstanden hat, wird von Regisseur F. Gary Gray mit einem teilweise überraschenden Thriller belohnt. Dass die Zahl der Explosionen und Opfer schneller ansteigt als in diesem Genre sonst üblich, ist für hartgesottene Zuschauer vielleicht sogar ein Pluspunkt.. Was jedoch am Ende übrig bleibt, ist das klassisches Hollywood-Drama, in dem das Gute letztlich über das Böse siegt: Gähn!

Von Jutta Rogge-Strang

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