Gentleman über Pannen auf der Bühne

"Bin schon mal durch die Bühne gefallen"

Bei euch im Tourbus ist immer Action angesagt. Wie ist es für dich mit so vielen Menschen auf engstem Raum zusammen zu sein, ohne eine Rückzugsmöglichkeit zu haben?

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Gentleman: Durch diese Kojen hast du schon deine Rückzugsmöglichkeit, aber du musst es schon drauf haben dann auch zuzumachen. Das ist manchmal nicht einfach. Wir genießen es so sehr, zusammen auf Tour zu sein. Deswegen gibt es nichts, womit wir nicht klarkommen. Es gibt auch gereizte Stimmung, aber das ist immer nur eine Phase. Das Wichtigste ist, dass man ehrlich mit seinen Gefühlen ist und nicht versucht irgendetwas zu überspielen.

Zum Ende deines Konzerts beim SummerJam Festival 2010 in Köln ist sowohl dein Mikro als auch das Ersatz-Mikro ausgefallen. Wie oft passieren solche Pannen?

Gentleman: Das Mikro ist schon öfter ausgefallen, aber es gibt immer ein zweites und das ging normalerweise. Es gab auch schon Stromausfälle oder ein Stück in der Bühne hat gefehlt und ich bin durchgefallen (lacht).

Hattest du auch schon öfter Textaussetzer?

Gentleman: Andauernd. Aber es ist ja auch eine Musik, die von Ecken und Kanten lebt. Das ist ja auch das, was es ausmacht, dass es nicht so aalglatt ist. Es geht ja nicht darum, vom Teleprompter irgendwas abzulesen oder den Text genau so wiederzugeben wie er auf der CD ist, sondern den Vibe rüberzubringen.

Unterscheidet sich eigentlich das Publikum von Land zu Land?

Ich glaube, es gibt so eine universelle Gemeinsamkeit und nur kleine Nuancen. In Südamerika wollen die Leute mehr Roots-Reggae hören als in New York oder Kingston. Da stehen sie auf die härteren Sachen. In Deutschland geht es mehr darum, die Musik zu spielen und weniger zu entertainen oder mit dem Publikum zu sprechen. Die wollen das dann doch eher so hören wie es auf der CD ist. Es gibt aber diesen gemeinsamen Nenner. Man muss auch gucken, dass man dem Publikum ein Stück entgegenkommt.

"Ich würde gerne mal in Japan auftreten"

Wo trittst du denn am liebsten auf?

Gentleman: Das kann ich nicht sagen. Jeder Ort hat seinen Charme. Wenn ich lange in Frankreich war, freue ich mich tierisch auf Deutschland. Das, was mich am meisten reizt, ist in Länder zu kommen, wo man noch nie war und gar keine Erwartung hat. Je öfter du an einem Ort gespielt hast, desto höher sind auch die Erwartungen. Auf der Tour, die jetzt startet, werden auch viele Konzerte in den Balkan-Staaten sein und an Orten, wo wir noch nicht waren. Das wird dann spannend zu sehen, ob die Leute was damit anfangen können oder wir dann 2000 Fragezeichen vor uns haben.

Gibt es denn ein Land, wo du auf jeden Fall noch auftreten möchtest, wo du vielleicht noch nicht so präsent bist?

Gentleman: Es gibt ganze viele Länder. Es gab eine Anfrage aus Israel, da würde ich super gerne hin. Ich freu mich total auf die Afrika-Tour, die wir irgendwann mal planen. Ich würde gern mal nach Japan und überhaupt nach Asien. Aus Sri Lanka und Indien gab es auch Anfragen, da hab ich schon ein Video gedreht.

Wie bereitest du dich auf die bevorstehende Tour vor?

Gentleman: Gefühlt waren wir erst gestern auf Tour. Wir sind schon alle ziemlich eingespielt. Wir haben alle noch mal geprobt für ein paar Tage. Das Allerwichtigste für mich ist, dass man gesund bleibt. Ich versuche mich gesund zu ernähren und Sport zu treiben und vom Kopf her frei zu sein.

Du hast ja schon mit so vielen Künstlern zusammengearbeitet. Mit wem würdest du denn gerne mal was machen?

Gentleman: Ich habe diese Wunschliste mittlerweile aufgegeben, weil ich auch oft die Erfahrung gemacht habe, dass man musikalische vor jemandem Respekt hat und dann aber merkt, dass man sich menschlich eigentlich gar nicht so nahe steht. Ich finde es ganz wichtig, dass man menschlich auch eine Connection hat. Aber es gibt so viele Leute, mit denen ich zusammenarbeiten will.

Vielen Dank für das Gespräch!

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