'Gegen jeden Zweifel': Jesse Metcalfe ist nur als Gärtner brauchbar

Michael Douglas spielt Metcalfe an die Wand

'Gegen jeden Zweifel': Jesse Metcalfe ist nur als Gärtner brauchbar
© Photo Credit: Rico Torres, Rico Torres

Aus Jesse Metcalfe wird kein Kinostar mehr. Machte er in 'Desperate Housewives' als athletisch gebauter Gärtner wenigstens eine gute Figur, fiel er im Kinofilm 'Rache ist sexy' als Hauptdarsteller gar nicht weiter auf, seine nächsten Versuche, auch im Kino die Frauen mit seinem Körper zu begeistern, landeten direkt im DVD-Regal. Nun unternimmt er in 'Gegen jeden Zweifel' erneut einen Versuch, auch auf der Leinwand Sexappeal zu versprühen, wird aber von Michael Douglas mit links in den Schatten gestellt.

Dabei hat Douglas nur eine kleine Rolle als korrupter Bezirksstaatsanwalt Hunter. Der aalglatte Typ will Gouverneur werden und gewinnt jeden Fall. TV-Reporter Nicholas (Metcalfe, dem man schon den Job nicht abkauft) vermutet, dass Hunter mit gefälschten DNA-Beweisen arbeitet. Um das belegen zu können, bringt er sich selbst in Gefahr: Nicholas lenkt beim nächsten Mordfall den Verdacht auf sich selbst.

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Der Plot ist so vorhersehbar

'Gegen jeden Zweifel': Jesse Metcalfe ist nur als Gärtner brauchbar
© Photo Credit: Rico Torres, Rico Torres

Man muss weder das Original von Fritz Lang kennen noch ein besonders erfahrener Kinozuschauer sein, um zu wissen, wie's weitergeht. Natürlich kommen Nicholas die sorgfältig mit der Videokamera aufgezeichneten Beweise für seine eigene Unschuld abhanden, und Hunter scheint auch hier seine Finger im Spiel zu haben. Doch nun sieht es schlecht aus für Hunter, dem die Todesstrafe droht. Wird es sich noch bezahlt machen, dass er sich an Hunters Assistentin (schweinsnasig und schlecht angezogen: Amber Tamblyn) rangemacht hat?

Der Plot ist so vorhersehbar, dass man die Dialoge beim ersten Schauen mitbeten kann. Das liegt auch daran, dass hier Gemeinplätze und markige Sprüche ausgetauscht werden, die man in zig Hollywoodfilmen schon gehört hat – und da passten sie meist wenigstens hin. Die Story weist deutliche logische Brüche auf, und Regisseur Peter Hyams leistet sich eine gelogene Rückblende, die seine ansonsten konsequente Perspektive aufbricht – ein grober Patzer, der zudem mit einem kleinen Handgriff besser zu lösen gewesen wäre. Am besten, man denkt erst gar nicht drüber nach, sondern freut sich auf die Actionsequenzen.

Die sind nämlich tatsächlich ganz anständig und spannend inszeniert. So bleibt man dabei, obwohl man von Anfang an zu glauben meint, wie die Story enden wird. Zum Glück hat der Regisseur noch einen schicken Twist in der Hinterhand. Der entschädigt allerdings nicht dafür, dass der Hauptdartseller derartig fehl am Platz wirkt, dass man sich nicht mal mehr an seiner hübschen Optik erfreuen kann. Zu wenig stimmt die Chemie zwischen ihm und seinem Love Interest Amber Tamblyn, zu flach legt er seine Figur an, zu unambitioniert sagt er seine Textzeilen auf. Das sticht besonders ins Auge, sobald der süffisant das Arschloch spielende Michael Douglas ins Bild tritt. Kein Wunder, dass Hyams Douglas wenig Raum lässt, ihn fast auszubremsen scheint. Ansonsten wäre noch deutlicher geworden, dass Jesse Metcalfe sich besser auch in Zukunft aufs Umgraben von Fernseh-Vorgärten konzentriert.

Von Mireilla Zirpins

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