Gefürchtet und gefragt - Tommy Lee Jones wird 70

Tommy Lee Jones
Tommy Lee Jones wird 70. Foto: Julien Warnand © deutsche presse agentur
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Kurz vor seinem 70. Geburtstag fällt Tommy Lee Jones aus der Rolle. Mit seinem zerfurchten Gesicht, kantigen Kinn und grimmigen Blick ist er gewöhnlich Hollywoods Posterboy für die Jäger und Gejagten der Leinwand.

In dem Action-Film "Mechanic: Resurrection" ist er der durchtriebene Waffenhändler, in dem neuen "Jason Bourne"-Abenteuer der coole CIA-Boss. Doch nun steht der Schauspieler für eine Action-Komödie vor der Kamera.

In "Villa Capri" mimen Jones und Morgan Freeman einen Ex-Agenten und einen Ex-Anwalt, die ständig Zoff haben, sich aber miteinander verbünden müssen. Zudem kommt ihnen eine schöne Frau in die Quere. Gedreht wird bis Ende des Monats in Albuquerque und Santa Fe. Jones' runder Geburtstag heute fällt also mitten in die Dreharbeiten.

Eine Anfrage beim Management des Schauspieler, wie er seinen 70. Geburtstag feiern wird, blieb unbeantwortet. Das passt zu seinem Ruf. Jones gilt als verschlossener, wortkarger Star, der in Interviews auch mal mit bissigen Antworten verschreckt. Co-Stars und Regisseure werden nicht verschont. Sally Fields hatte nach den Dreharbeiten zu "Back Roads" wenig Gutes zu sagen, "Batman Forever"-Regisseur Joel Schumacher und Jim Carrey standen mit ihm auf Kriegsfuß.

Andere halten dem gebürtigen Texaner seinen trockenen Humor zu Gute. Fernab von Hollywood lebt der zweifache Vater in dritter Ehe auf seiner Ranch in Texas. Der begeisterte Polo-Spieler und Pferdezüchter nutzte sein riesiges Anwesen als Kulisse für sein erstes Kino-Regieprojekt, den Neo-Western "The Three Burials of Melquiades Estrada" (2005). Da ging es um Rache, Freundschaft und soziale Konflikte im amerikanisch-mexikanischen Grenzland. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde er damals zwar nicht als Regisseur geehrt, aber als Schauspieler in seinem eigenen Film mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet.

In Cannes präsentierte er auch seinen düsteren Western "The Homesman" mit Hilary Swank als furchtlose Farmerin auf einem gefährlichen Treck. Er selbst spielt in seinem zweiten Regiewerk einen ungehobelten Outlaw.

Jones wurde am 15. September 1946 im texanischen San Saba geboren, in seinen Adern fließt ein bisschen indianisches Blut von seiner Cherokee-Großmutter. Als Teenager half er seinem Vater auf den Ölfeldern, über ein Football-Stipendium schaffte er es dann an Elite-Hochschulen. An der Harvard-Universität, wo er zum Zimmergenossen und Freund des späteren Vizepräsidenten Al Gore wurde, schloss er sein Englischstudium mit Auszeichnung ab.

Der Hobby-Schauspieler tingelte durch New Yorker Theater, landete am Broadway und kam dann 1970 mit Hilfe seines Harvard-Freundes Erich Segal zum Film. Der hatte das Drehbuch für "Love Story" verfasst und Jones eine kleine Rolle in Hollywoods große Liebesgeschichte hineingeschrieben.

Mit unzähligen Nebenrollen, vor allem als Gesetzeshüter und -brecher, ging es für Jones nach oben. Die erste Oscar-Nominierung holte er sich mit Oliver Stones Kennedy-Drama "JFK", die Trophäe als bester Nebendarsteller nahm er dann für "Auf der Flucht" entgegen. Als US-Marshall Samuel Gerard jagte er darin Dr. Kimble (Harrison Ford) hinterher.

Als Charakterdarsteller arbeitet Jones mit Hollywoods besten Regisseuren. Für die Coen-Brüder war er der aufrechte Sheriff in dem Thriller "No Country for Old Men", für Steven Spielberg der bärbeißige Sklaverei-Hasser Thaddeus Stevens in "Lincoln".

Jones kann das Publikum aber auch zum Lachen bringen. Ein Kassen-Volltreffer gelang ihm mit der Buddy-Komödie "Men in Black", als Agenten-Duo mit Will Smith. Und von Meryl Streep als frustrierte Leinwand-Ehefrau ließ sich Jones in der Liebeskomödie "Wie beim ersten Mal" sogar zur Paar-Therapie überreden. Da musste er über seine Gefühle und über Sex reden.

Mit 70 Jahren dürfte Jones auch in "Villa Capri" mehr von seiner lockeren Seite zeigen. Die Action-Komödie mit Rene Russo als weiblicher Co-Star soll im Sommer 2017 auf die Leinwand kommen.


Quelle: DPA
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