Gefährliche Magersucht: Wie schlimm steht es wirklich um Kader Loth?

Todesfalle Magersucht: Wie krank ist Kader Loth wirklich?

Ihre Magersucht hat sie umgebracht. Isabelle Caro, die ausgehungert und nackt auf Riesen-Plakatwänden posierte, ist inzwischen tot. Jetzt kommt eine Dokumentation über ihr Leben ins Kino. Und das Thema ist aktuell wie nie, denn auch die Auftritte der abgemagerten Kader Loth sind in letzter Zeit besorgniserregend. Und das Schlimme: Sie scheint ihr offensichtliches Untergewicht genau wie schon Isabelle Caro zu vermarkten.

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Isabelle Caro wurde mit einer Kampagne 2007 zum Gesicht der Magersucht. Die Krankheit hat sie berühmt gemacht. Doch heute ist die Französin tot, sie starb im Jahr 2010 an den Folgen ihrer Krankheit. Für viele ist nicht nachvollziehbar wie Frauen wie zum Beispiel auch das ehemalige Erotikmodel Kader Loth sich immer weiter runterhungern. Wie kann man nicht sehen, wie schlimm das aussieht? Und wie kann selbst die Aussicht auf den eigenen Tod, einen vom Hungern nicht abhalten? Kader Loth wird angeraten dringend acht Kilo zuzunehmen. Ihr Kommentar dazu: "Ich versuch's, aber acht Kilo? Also nö! Ist zu viel."

Was geht in den Köpfen dieser Frauen vor? Frauen, die zwischen Leben und Tod stehen! Isabelle Caro hat ihren Körper zur Schau gestellt. Sie hat sich figurbetont gekleidet und den Blick auf die knochige Figur und die durch Mangelernährung teils aufgeplatzte Haut zugelassen. Doch zufrieden war sie mit sich nie. Sie hasste ihr Gesicht, deswegen ließ sie sich Sommersprossen tätowieren. Ihre Nase fand sie zu lang, ihr Kinn zu schmal. Ihre Unsicherheit, so sagt sie, kommt aus ihrer Kindheit. Isabelle Caro ist mit einer depressiven Mutter aufgewachsen, die sie zu Hause regelrecht eingesperrt hat. Sie wurde daheim unterrichtet, durfte zum Spielen nicht rausgehen. Mit elf Jahren begann Isabelle zu hungern. Ihre Mutter kontrolliert Isabelles Leben, aber mit der Magersucht behält sie die Kontrolle über ihren Körper.

Martina Hartmann ist Suchttherapeutin und arbeitet viel mit Essgestörten." Meistens gibt es seelische Hintergründe warum Frauen in so eine Erkrankung reinrutschen. Das macht keine Frau nur so aus Spaß. Meistens sind es Veränderungen im Leben, di e oft dazu führen, dass Frauen eine Selbstwertkrise bekommen. Mit der Beschäftigung mit dem Essen verschaffen sie sich dann erstmal Sicherheit."

Kader Loth wird immer dünner
Dieses Foto von sich twitterte Kader Loth

Nach Isabelles Tod 2010 gibt ihre Mutter aber den Medien die Schuld. Die Öffentliche Aufmerksamkeit hätte sie in der Sucht bestärkt. Die Kampagne: 'No Anorexia', also 'Nein zu Magersucht' hat Isabel bekannt gemacht. Es war gleichzeitig Werbung für ein italienisches Modelabel. Danach fing ihre Karriere an. Sie modelte, schaupielerte und schrieb sogar ein Buch über ihre Krankheit. "Das ist schon ein lustiges Gefühl so bekannt zu sein und auf der Straße erkannt zu werden. Früher bin ich in eine Disco nicht reingekommen, weil sie dachten, dass ich drogensüchtig bin, aber seitdem ich öffentlich auf Magersucht aufmerksam mache, werde ich erkannt", sag sie stolz. Isabelle kokettiert mit der Sucht. Durch sie bekommt sie die Aufmerksamkeit, nach der sie sich immer so gesehnt hat.

Als wir in Kader Loth auf einer Party treffen, haben wir ein ähnliches Gefühl. Das ehemalige Erotik-Model ist extrem dünn geworden. Als wir sie darauf ansprechen, macht sie Witze. "Wie viel haben Sie verloren über die letzten Monaten?", fragt die Reporterin. "Über 15 Kilo. Das ist wenn man gesund lebt, keinen Alkohol, keine Drogen und keinen Sex hat. Ich glaube, Mutter Theresa hat genauso gelebt. Ganz steril." "Achten Sie extrem auf Ihre Figur?", fragt die Reporterin."Diät nicht, aber ich habe meine Strategie, meine eigene Strategie. Aber wenn ich noch mehr abnehme muss ich ins Krankenhaus, weil noch ein bisschen rückfällig werde und zwischendurch Essstörungen habe. Aber ich gebe mir Mühe mehr zu essen." Kader Loth scheint einerseits stolz auf den Gewichtsverlust zu sein, andererseits weiß sie auch, wie gefährlich das ist. Warum hört sie dann nicht auf abzunehmen?

"Das ist natürlich auch ein bisschen Kokettieren mit der Krankheit", weiß Suchttherapeutin Martina Hartmann. "Sie weiß von der Logik her, was sie tun muss, aber sie kann es aber nicht sofort umsetzen. Außerdem hat sie natürlich auch was davon, wenn sie danach gefragt wird und die mediale Öffentlichkeit darauf guckt. Es ist auch schon eine Menge Krankheitsgewinn, den sie davon hat, wenn sie viel Aufmerksamkeit bekommt."

Auch Isabelle Caro war sich der Gefahr bewusst, aber der Zwang weiterzumachen war größer. Sie wurde gerademal 28 Jahre alt. Isabelles Mutter hat sich wenige Monate nach dem Tod ihrer Tochter das Leben genommen. Aus Schuldgefühlen. Die Dokumentation 'Seht mich verschwinden' über das Leben von Isabelle Caro kommt am 2. Juli ins Kino. Sie soll auf die Gefahren dieser Krankheit hinweisen. Über den Tod hinaus bleibt Isabelle Caro das Gesicht der Magersucht. Und das hätte ihr, so unverständlich das für gesunde Menschen auch ist, wahrscheinlich gefallen.

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