Gefährliche Liebschaft ohne Biss: Underworld 3

Gefährliche Liebschaft ohne Biss: Underworld 3

Eine blutige Fehde zwischen Vampir und Werwolf mit der bildhübschen Rhona Mitra und dem diabolischen Bill Nighy als Schreckensfürst. Das düstere Prequel der Blutsauger-Saga ist nur was für Hardcore-Fans der Underworld-Reihe. Für alle anderen gibt es jetzt 'Twilight' mit dem schicken Robert Pattinson.

Von Kathrin Pleiss

Es könnte alles so schön sein: Die bildhübsche Sonja (Rhona Mitra) liebt den kernigen Lucian (Michael Sheen), sie heiraten und entschweben am Ende glücklich in Richtung Wolke 7. Aber wir reden hier leider nicht von einem Romantik-Streifen mit Happy-End-Garantie. Dieses Liebes-Märchen funktioniert in 'Underworld 3: Aufstand der Lykaner' also schon mal vom Prinzip her nicht. Dafür gibt es auch gute Gründe. Sonia ist nämlich ein Vampir und ihr Liebster ein Lykaner, also eine Mischung aus Mensch und Werwolf. Mit letzteren befinden sich die Vampire seit Urzeiten in einem erbitterten Kampf, aber das ist noch nicht alles.

Zu allem Überfluss ist Sonja auch noch die Tochter von dem erbarmungslosen Vampir-Boss Viktor (Bill Nighy), der Lucian und seine Artgenossen als Sklaven in seiner Festung gefangen hält. Vor den Burgmauern tobt jeden Tag die blutige Fehde zwischen den eleganten Blutsaugern und den dumpfen Werwölfen. Eine romantische Verbindung zwischen seinem Augenstern Sonja und dem in seinen Augen minderwertigen Mischwesen Lucian würde der finstere Diktator niemals dulden. Also müssen die beiden eine heimliche Beziehung führen, da ihnen sonst der Tod droht. Sehr schlechte Rahmenbedingungen für eine junge Liebe, zumal Lucian auch noch den Aufstand gegen die Unterjochung seiner Rasse durch die Vampire anzettelt. Er wird von Viktor permanent unterdrückt, gedemütigt und … unterschätzt. Das muss sich natürlich irgendwann rächen. Doch auch für Lucian werden große Opfer damit verbunden sein.

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Gefährliche Liebschaft ohne Biss: Underworld 3

‚Underworld 3’ ist ein Prequel und erzählt die Vorgeschichte zu Teil 1 und 2 der Vampir-Saga. Kate Beckinsale ist zwar nicht mehr mit von der Partie, aber rein optisch steht ihr Rhona Mitra in nichts nach. Als eigensinnige und gleichzeitig mutige Vampir-Amazone macht sie einen guten Job. Ihr Herzblatt Lucian ist, lapidar ausgedrückt, nicht schön, aber ein Original. Er ist gefühlvoller Lover und starker Kämpfer zugleich, der für seine Ideale und seine Liebe sein eigenes Leben riskiert. Bill Nighy jagt einem als charismatischer Schreckensfürst bei jedem Auftritt eine Gänsehaut ein. Als gnadenloser Fiesling ist er äußerst überzeugend und damit ein echter Lichtblick.

Ansonsten geht es in ‚Underworld 3’ nämlich im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich düster zu. Und blutig, kalt und nass. Aber so muss ein Vampirfilm wohl sein, da die Protagonisten naturgemäß eine Aversion gegen Tageslicht haben. Lucian hat da als Lykaner weniger Probleme, genauso wie die Werwölfe, die übrigens relativ lieblos animiert wurden. Die blutrünstigen Kampfmaschinen wirken unrealistisch, legen dafür aber eine Brutalität an den Tag, die nicht unbedingt nach jedermanns Geschmack ist. Die Verwandlungen von Mensch zu Werwolf dagegen sind zwar ekelig, aber ziemlich gut gemacht. Bei den Kampfszenen ist ein schnelles Auge gefragt. Die brutalen Auseinandersetzungen sind sehr rasant geschnitten, und es fließt viel Blut.

Um’s kurz zu machen: Man muss diesen Film wahrlich nicht gesehen haben. Für ‚Underworld’-Fans ist das Prequel aber wohl ein Muss, auch wenn Patrick Tatopoulos’ Regiedebüt nicht besonders tiefgründig ist. Aber mit der Materie ist er durchaus vertraut, da er als Produktionsdesigner unter anderem an ‚Resident Evil’, ‚Van Helsing’ und den beiden ‚Underworld’-Vorgängern beteiligt gewesen ist. Verstehen kann man die Handlung daher durchaus auch ohne Vorkenntnisse, doch wer einen klassischen Vampir-Streifen im Stil von ‚Dracula’ oder eine Teenie-Blutsauger-Romanze wie ‚Twilight’ erwartet, der wird enttäuscht sein. Das hier ist Durchschnittsware für eine spezialisierte Zielgruppe.

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