Gary Clark Jr. im exklusiven Interview

Gary Clark Jr im Talk
Fans und Kritiker sind von der Musik des Texaners, die sich gekonnt zwischen Blues, Soul, Rock 'n' Roll und R 'n' B bewegt, und seinem Gitarrenspiel gleichermaßen verzückt.

"Ich bin dankbar, dass die Leute mögen, was ich tue"

Ein Tagungshotel mitten im Industriegebiet. Weil Messe in der Stadt ist, ist die Crew um Gary Clark Jr. bei ihrem Stopp in Köln dort abgestiegen. Die Interview-Nachfrage ist riesig. Wir gehören zu den Glücklichen, die einen Termin bekommen haben. Gary, der in den USA längst ein Star ist, scheint die wenig glamouröse Umgebung aber nicht zu stören. Wir treffen einen gutgelaunten, witzigen Typen, mit dem es einfach Spaß macht zu plaudern.

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von Anja Blanuscha

Hi Gary, Gratulation zum Album „Blak and Blu“ und zum Geburtstag. Du bist kürzlich 29 geworden (am 15. Februar.). Hast du gefeiert?

Gary Clark Jr.: Nicht wirklich. Im Moment sind wir ständig unterwegs und treten viel auf. Um ehrlich zu sein, klingt 29 eh nicht so toll. 29! Das fühlt sich an wie: Warten auf die 30.

Hast du denn was Besonderes geschenkt bekommen?

Gary Clark Jr.: Ja. Meine Freundin hat mir diese Kette geschenkt (holt eine Kette aus schwarzen Glitzersteinen mit einem Anhänger in Form einer kleinen Hand hervor.) Sie erwärmt mein Herz und meine Freundin ist so immer bei mir. Das fühlt sich gut an. (Anmerkung Redaktion: Gary ist mit dem australischen Topmodel Nicole Trunfio zusammen.)

In Amerika gibt es einen riesigen Hype um dich und deine Musik. Wie gehst du mit der hohen Erwartungshaltung um?

Gary Clark Jr.: Ich mache schlichtweg weiter wie bisher. Ich liebe Musik und es macht mir Freude, mit meiner Musik aufzutreten. Ich gehe auf die Bühne oder ins Studio und lege los, ohne zu viel darüber nachzudenken. Sicher ist es spannend, zu hören, was die Leute davon halten und es schmeichelt mir. Ich bin dankbar, dass die Leute mögen, was ich tue, und mir ist bewusst, dass das etwas Besonderes ist.

Am Ende des Liedes „Blak and Blu“ hört man ein Baby weinen. Was hat es damit auf sich?

Gary Clark Jr.: (grinst) Das ist mein Neffe Max. Nachdem der kleine Kerl auf der Welt war, habe ich meine Schwester gefragt: 'Hey, ich habe da dieses Lied … Kann ich mir den Kleinen dafür mal ausleihen?'

Und wie sieht es mit deinen Familienplänen aus?

Gary Clark Jr.: Ich fänd‘s toll, eines Tages Vater zu werden. Ich stamme aus einer großen Familie. Familie ist sehr wichtig. Ich habe gestern erst mit meiner Mutter gesprochen. Sie liegt meiner Schwester in den Ohren, weil sie noch mehr Enkelkinder haben will. Sie findet, ich wäre allmählich an der Reihe. Momentan ist das allerdings schwierig. Ich bin ja fast nie zu Hause. Man sollte dann einen Gang zurückschalten. Ich werde drüber nachdenken …

Ein Kompliment von Barack Obama

Es läuft gut für Gary Clark Jr
Bei der "Blues Night" im Weißen Haus stand Gary neben Musikgrößen wie BB King oder Mick Jagger auf einer Bühne.

Barack Obama ist ein Fan von dir und du durftest bei der „Blues Night“ im Weißen Haus spielen. Wie war das für dich?

Gary Clark Jr.: Ins Weiße Haus eingeladen zu werden, war großartig. Als Kind habe ich versucht mir vorzustellen, wie es dort wohl zugeht. Und plötzlich marschiere ich tatsächlich dort rein ...

War es denn so, wie du es dir vorgestellt hattest?

Gary Clark Jr.: Irgendwie schon. Überall hängen Gemälde an den Wänden und Wachleute behalten dich immer im Auge, damit du keinen Unfug machst ... Es war wirklich eine große Ehre, ein Teil dieses Abends gewesen zu sein und vor dem Präsidenten und seiner Familie spielen zu dürfen. Der Abend war dem Blues gewidmet, der Grundlage von Musik wie Rock `n` Roll oder Soul, ein wichtiger Teil unserer Kultur. Für viele Menschen ist er der Soundtrack ihres Lebens. Er hat die vielen Kämpfe begleitet, die unser Leben heute besser machen. Daher war es ein ganz wichtiger Moment für mich. Mit dem was ich mache, neben Legenden wie BB King und Buddy Guy oder Booker T. Jones auf einer Bühne zu stehen, war ein überwältigendes Gefühl. Ich dachte nur bei mir: 'Wahnsinn! Die laden ausgerechnet mich ein, hier dabei zu sein.'

Hast du beim Spielen geguckt, wie Obama auf deine Musik reagiert?

Gary Clark Jr.: Ich habe extra versucht, nicht zu ihm zu gucken. Auf diesen Mann sind ja eh immer alle Augen gerichtet. Ich dachte mir, ich erspare es ihm mal für ein paar Minuten und mache einfach das, wofür ich hier bin …Er hat mir anschließend ein Kompliment gemacht. Denn er findet es toll, dass ein junger Typ wie ich dafür sorgt, dass dieser Sound in den Ohren der Leute bleibt.

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