'Game of Thrones'-Star Tom Wlaschiha: "Die Angst vor dem Tod hält sich in Grenzen"

Tom Wlaschiha: "Die Angst vor dem Tod hält sich in Grenzen"
Tom Wlachiha bei der 22. Ausgabe der Screen Actor Guild Awards in Los Angeles © ddp images

Fürchten Assassinen den Tod? Wenn es nach Schauspieler Tom Wlaschiha geht, dann nicht - und das obwohl ausgerechnet Bestseller-Sadist George R.R. Martin die Geschicke seiner Figur Jaqen H'ghar in "Game of Thrones" lenkt. Anlässlich der Free-TV-Premiere der fünften Staffel am 12. Februar auf RTL II spricht Wlaschiha mit der Nachrichtenagentur spot on news über seine Rückkehr zu "Game of Thrones", das Suchtpotenzial der Serie und das Feierabend-Bierchen mit den Kollegen.

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"Game of Thrones"-Star

 

Herr Wlaschiha, ein Mann möchte wissen ("A man wants to know"): Was waren Ihre ersten Gedanken, als man Sie anrief und nach langer Abstinenz für die fünfte Staffel "Game of Thrones" engagierte?

 

Tom Wlaschiha: Erstens: Jaaaa! und Zweitens: Neeeein! - Der nächste Sommer fällt ins Wasser, da ja in Belfast, wo wir die meiste Zeit drehen, auch im August bei Dauerregen konstante 15 Grad herrschen.

 

Warum sind so viele Menschen von Westeros im Speziellen, und von Serien im Allgemeinen derzeit so fasziniert?

 

Wlaschiha: Die Bücher und die Serie sind so detailreich und lebendig, dass man als Leser oder Zuschauer komplett in eine andere Welt eintauchen kann. Viele Serien der letzten Jahre sind dramaturgisch so extrem gut gebaut, dass sie beim Zuschauer ein Suchtverhalten auslösen.

 

Wurde das Serienformat von allen Beteiligten (Zuschauern, Drehbuchautoren, Schauspielern) zu lange nur als nettes Beiwerk zur vermeintlich "richtigen" Kunstform, dem Kino, angesehen?

 

Wlaschiha: Das glaube ich nicht. Mit den neuen Sehgewohnheiten im PayTV, View on Demand oder dem Internet haben sich nur neue Erzählmöglichkeiten entwickelt. Weil der Zuschauer endlich mündig ist und selbst entscheidet, was er wann schaut, müssen Sender und Produzenten uns auch etwas bieten, damit wir einschalten. In Deutschland hinken wir da oft noch ein bisschen hinterher. Hier geht's unserer Mentalität entsprechend auch im Fernsehen gern um Sicherheit und Risikominimierung. Das ist natürlich der Tod der Kreativität.

 

Sind das auch die generellen Unterschiede zwischen deutschen und internationalen Produktionen?

 

Wlaschiha: Neben dem unterschiedlichen Mut zum Risiko beim Geschichtenerzählen würde ich pauschal sagen, dass in Amerika mehr Zielgruppen-orientiert erzählt wird, während man bei uns immer noch versucht, den Teenager und die Oma gemeinsam vor den Fernseher zu locken, um noch ein paar Prozent mehr Quote rauszuholen. Das funktioniert meistens schlecht, aber das merken die Sender hierzulande auch noch. Fairerweise muss man sagen, dass der englischsprachige Raum natürlich viel grösser ist und es damit wesentlich mehr Nischen und Vermarktungsmöglichkeiten weltweit gibt. Am Ende geht's ja auch beim Fernsehen ums Geldverdienen.

 

Wer ist Ihr Lieblingscharakter in der Serie und warum?

 

Wlaschiha: Definitiv Tyrion. Ich bin immer für die Underdogs, außerdem mag ich seine Ironie.

 

Wenn es nach Ihnen ginge: Welche Figur sollte "The Many-Faced God" endlich auf seine Todesliste schreiben?

 

Wlaschiha: Da werde ich mich hüten, irgendwelche Namen zu nennen, sonst stehe ich da als Nächster drauf.

 

Etwa Angst vorm Sterben? Die Weggefährten von Arya Stark haben ja die dumme Angewohnheit, das Zeitliche zu segnen...

 

Wlaschiha: Die Angst hält sich in Grenzen. Realistisch betrachtet trägt meine Figur ja nur die Maske eines Toten. Sollte ich sterben, kann ja immer jemand anderes kommen und sich diese Maske wieder aufsetzen - und schon bin ich wieder im Spiel.

 

Quasi alle "Game of Thrones"-Charaktere zeichnet aus, dass an einem bestimmten Punkt ihre Gesinnung hinterfragt werden muss. Jaqen H'ghar stellt da keine Ausnahme dar, im Gegenteil. Ist er einer von den Guten?

 

Wlaschiha: Also wenn Sie mich persönlich fragen, dann ist er natürlich einer von den Guten - ob die anderen das auch so sehen, da bin ich mir nicht so sicher.

 

Die Szenen mit H'ghar im "House of Black & White" erinnern in ihrer Abgeschiedenheit und den wenigen handelnden Figuren an ein Theaterstück, ein Kammerspiel. Sehen Sie das ähnlich?

 

Wlaschiha: Da ist was dran. Die Sets sind ja wirklich imposant und haben etwas Sakrales. Da spricht man automatisch ganz leise und intensiv und bewegt sich langsamer.

 

Wie muss man sich das abseits der Kamera vorstellen? Hält sich der Kontakt zu den Schauspielern, mit denen man nicht zusammen dreht, in Grenzen? Oder anders gefragt: Waren sie auch mit Jon Snow und Daenerys Targaryen nach Drehschluss schon einmal ein Bierchen trinken?

 

Wlaschiha: Beim Dreh selbst habe ich es ja hauptsächlich mit Maisie Williams zu tun, die glücklicherweise seit letztem Jahr auch 18 ist und nach Drehschluss ein Bier bekommt. Die anderen Darsteller treffe ich meist nur bei Leseproben und den jeweiligen Staffel-Premieren. Da gibt's dann allerdings auch was zu trinken.

 

spot on news

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