Furios: Diesel und Johnson schlagen sich die Köpfe ein - 'Fast Five'

3.5 von 5 Punkten

Weil bei ‚The Fast and the Furious’, der Filmreihe um die krassen Karossen, die Devise lautet: ‚Harder, Better, Faster, Stronger’, hat Justin Lin (der bei den Teilen drei bis fünf auf dem Regiestuhl saß), nicht nur eine ganze Schar bekannter Gesichter aus den Vorgängern vereint, um über 200 Autos in fulminanten Actionszenen zu Schrott zu fahren. Neben den Testosteronschleudern Paul Walker und Vin Diesel hat er auch noch den ehemaligen Wrestling-Star Dwayne ‚The Rock’ Johnson (‚Scorpion King’) engagiert, damit er und Haudegen Diesel sich gegenseitig ordentlich die Glatzen polieren dürfen. Schon ab der ersten Sekunde drückt der waschechte PS-Actionkracher mit Vollgas auf die Tube, ist dabei in einer netten Story verpackt und cool inszeniert, so dass man trotz so mancher Action-Übertreibung doch vom besten Film der Saga sprechen kann.

Nummer fünf fügt sich nahtlos an den vierten Teil an und haut uns – ganz in der Tradition seiner Vorgänger – schon nach wenigen Augenblicken Action und Autoteile in großem Stil um die Ohren. Denn der ehemalige Undercover-Polizist Brian (Paul Walker) entscheidet sich nun endgültig dafür, der Bad Boy zu werden und befreit Dom (Vin Diesel) während einer halsbrecherischen Busjagd – mit der Teil vier in einem ziemlich üblen Cliffhanger endete – aus den Fängen des Gesetzes. Jetzt müssen sie das erste Mal wirklich auf der gleichen Seite für ihre Freiheit kämpfen. Dafür klauen sie nicht nur richtig teure PS-Monster aus einem fahrenden Zug. Sunnyboy Brian und der Mann mit Diesel im Blut zerlegen auch noch mit einem tonnenschweren Safe halb Rio, als sie das Ding mit einem Inhalt von 100 Millionen Dollar an zwei Dodge Carger durch die Stadt ziehen – natürlich verfolgt von dutzenden von Cops. Um den Stahlkoloss zu stehlen, haben sie zunächst aber ein Team aus ehemaligen Kollegen und alten Freunden zusammen getrommelt, die bei dem waghalsigen Unterfangen ihre Talente unter Beweis stellen müssen.

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Zehn Jahre ist es nun her, dass sich ein paar (damals noch) unbekannte Hollywood-Gesichter zusammengetan haben, um mit einem Film um illegale Straßenrennen und stylisch aufgemotzte Super-Schlitten einen Überraschungshit an den Kinokassen zu landen. Seither wurde versucht, daran anzuknüpfen, doch erst Paul Walker und Vin Diesel, die für den vierten Teil erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera standen, trugen signifikant zu dem Erfolg der High-Speed-Serie bei. Deshalb hat Lin jetzt den Super-Coup gelandet und mit Darstellern wie u.a. Tyrese Gibson als Ronan Pearce (‚2 Fast, 2 Furious’), Ludacris als Tej Parker (‚2 Fast, 2 Furious’) Gal Gadot als Gisele Harabo (‚Fast & Furious’) und Sung Kang als Hang Lue (‚The Fast and the Furious: Tokyo Drift’) gleich alle Leinwandlieblinge wieder vereint. Um das ganze mit einem neuen Gegenspieler aus den Riegen des US-amerikanischen Sicherheitsdienstes abzurunden, wurde auch der Muskelberg Dwayne Johnson für fünften Teil ins Boot geholt. Das kalkulierte Erfolgsrezept geht voll auf und der Streifen mausert sich nicht nur als bisher Bester, sondern hat auch gute Chancen, an den Kassen der Erfolgreichste zu werden.

Die Action-und Stuntszenen sind nicht nur gut choreographiert, sondern auch sauber und spannend montiert. Neben heißen Verfolgungsjagden mit röhrenden Motoren, gibt es auch eine nette Sequenz, in der die Stars zu Fuß über die fantastisch photographierten Dächer Rios flüchten müssen. Bei so manchen zu übertriebenen Actionsequenzen kann man sich das unfreiwillige Grinsen allerdings nicht verkneifen. Auch könnte der ein oder andere Autofan enttäuscht sein, dass es diesmal keinen nennenswerten Abstecher in die Street-Racing-Szene gibt. Das macht den Film aber wahrlich nicht schlechter, denn dafür sind im Vergleich zu den Vorgängern sowohl die Charaktere, als auch die Story ausgefeilter. Auch wenn letzteres dennoch nicht auf ganzer Linie überzeugen kann und manchmal etwas inkonsequent daher kommt. So mutet der Streifen aber mal nicht an wie ein überlanges Poser-Musikvideo von Xzibit feat. Ludacris. Und weil auch die Darsteller ihren Job wie immer souverän meistern, lohnt der Kinobesuch trotz einer Länger von 130 Minuten und einer kleinen Spannungsbremse im Mittelteil nicht nur für Tuning- und Racingfans. Wer dann auch noch den Abspann aussitzt, wird mit einem weiteren kleinen Cliffhanger belohnt, denn die Produktion von Teil sechs steht schon in den Startlöchern!

Von Mihaela Gladovic

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