Für immer Liebe Filmkritik

Für immer Liebe Filmkritik

3 von 5 Punkten

Boy meets Girl, die beiden haben guten Sex und heiraten, und dann verliert sie beim gemeinsamen Autounfall Teile ihres Gedächtnisses und erinnert sich vor allem nicht mehr an ihren Gatten. Das klingt nach einem echten Tränenzieher. Doch leider bleiben bei diesem Frauenfilm die Taschentücher trocken – und das, obwohl Rachel McAdams und Channing Tatum als wunderschönes Paar ihr Bestes geben.

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Viel mehr Worte muss man über die Geschichte von Paige (McAdams) und Leo (Tatum) nicht verlieren. Die hübsche Künstlerin erwacht aus dem Koma und erinnert sich an vieles – aber nicht an die letzten vier Jahre, und schon gar nicht an ihren Ehemann. Dafür denkt sie, sie sei noch mit ihrem Ex (eine echte Konkurrenz für Channing Tatum: Scott Speedman) verlobt. Dazu kann sie sich überhaupt nicht mehr vorstellen, warum sie mit ihren Eltern seit Jahren nicht mehr gesprochen hat und zieht wieder bei ihnen ein.

Die Konflikte bleiben harmlos

Für immer Liebe Filmkritik

Das klingt nach einer Menge Konfliktpotenzial, doch sind die Probleme, die hier aufgeworfen werden, eigentlich recht banal. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass die Story auf einer wahren Begebenheit beruht und das Drehbuch möglichst nah an der Wahrheit bleiben wollte. Dramaturgisch ist das nicht sehr geschickt. Da fällt für den Zuschauer noch am schwersten ins Gewicht, dass Paige ihre Regression in eine frühere Phase ihres Lebens auch modisch nachvollzieht und auch einmal auf höhere Tochter mit Polohemden und Strähnchenfrisur macht, was Rachel McAdams zwar nicht entstellen kann, aber gewöhnungsbedürftig ist.

Ansonsten aber bleibt Regisseur Michael Sucsy Bilder schuldig, die Paiges partielle Amnesie illustrieren könnten. So wird alles auf die Dialogebene verlegt, immer wieder beteuert Rachel McAdams: „Nein, ich erinnere mich nicht.“ So ist „Für Immer Liebe“ nur ein mittelmäßiges Exemplar der Gattung Strickjacken-Film, in der die Protagonisten ihre Gefühle in der Stimmung farblich angepasster Maschenware diskutieren. Da hilft es auch nichts, dass Rachel McAdams und Channing Tatum ihre Rollen gut spielen und in den Szenen, in denen sie ein Paar sein dürfen, glänzend miteinander harmonieren.

Von Mireilla Zirpins

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