Fünf Nerd-Facts über den "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm"

Fünf Nerd-Facts über den "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm"
Das Geschäft mit sauberer Windenergie kann ganz schön schmutzig sein, so zeigt es der "Tatort: Wer Wind erntet, sät Sturm" © Radio Bremen

Wer sich nicht in der Umweltpolitik oder in erneuerbaren Energien auskennt, für den warf der Bremer "Tatort" vielleicht das ein oder andere Fragezeichen auf. Hier sind fünf Nerd-Facts mit denen Sie ihr Fachwissen ganz schnell aufpolieren können:

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Das sollten Sie wissen

Was sind Claims?

Windparkbetreiber Lars Overbeck (Thomas Heinze) besitzt mehrere Claims in der Nordsee, die ihm Hedgefonds-Manager Milan Berger (Rafael Stachowiak) gerne abluchsen möchte. Ein Claim meint in diesem Falle also ein Grundstück im Meer. "Wer zuerst ein Meeresgebiet besetzt und es als Claim anmeldet, ist Sieger", erklärt Drehbuchautor Wilfried Huismann ("Schwarzbuch WWF") in einem Interview. Das Geschäft mit den Claims ist "äußerst riskant. Einige Unternehmer haben dabei ein paar hundert Millionen Euro in den Sand gesetzt und persönlich ein tragisches Ende gefunden." Wie tragisch das sein kann, sieht man auch an dem Beispiel von Lars Overbeck im Film.


Wozu braucht man die Claims?

Wer die Claims besitzt ist quasi Bauherr für Windparks und die sind lukrativ. Milan Berger, Manager eines fiktiven Hedgefonds, erklärt es im "Tatort" wie folgt: Sein Fonds möchte "die Energiewende der Kanzlerin unterstützen, denn der Staat garantiert einen stattlichen Abnahmepreis von 19 Cent pro Kilowatt Stunde [...] dagegen sind die Renditen im AKW-Geschäft Peanuts." Je mehr Windparks, desto mehr Kohle also.


Was ist grüner Ablasshandel?

Im Film ist der Handel mit sogenannten Zertifikaten gemeint, die die Umweltschutzorganisation von Karin Lorenz (Annika Blendl) gegen Geld an Unternehmen vergibt, auch wenn diese nicht die nötigen Auflagen erfüllen. Auch im echten Leben ist der Handel mit grünen Gutachten Realität. "Der Markt mit den gut bezahlten Auftragsgutachten blüht und gibt vielen Biologen Lohn und Brot", erklärt Huismann. Auch real sei, dass Umweltorganisationen gerne mal auf eine Klage gegen Windparks verzichten, wenn der Betrag stimmt.


Was ist Greenwashing?

Greenwashing bezeichnet im Allgemeinen eine umstrittene PR-Methode, bei der ein Unternehmen der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches Image vermitteln will. Es wird auch gerne in der Werbung eingesetzt, beispielsweise wenn ein Autohersteller damit wirbt, mit dem Kauf eines Wagens Aufforstungsprojekte im Regenwald zu unterstützen.


Was ist Glyphosat?

Wer genau aufgepasst hat im "Tatort", der weiß dass Umweltschützer und Todesopfer Pico bei einem Einsatz in Paraguay mit Glyphosat vollgesprüht wurde. Dabei handelt es sich um ein chemisches Mittel gegen Unkrautbekämpfung. In der EU ist sein Einsatz reguliert. Seit März ist es von der Internationalen Krebsforschungsagentur als "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" eingestuft worden und daher heiß diskutiert. Die Zulassung für das Spritzmittel läuft Ende 2015 aus. Glyphosat wurde 1970 vom Gentechnik-Konzern Monsanto auf den Markt gebracht.



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