Frühaufsteher tanzen beim Kocherlball in den Morgen

Münchner Kocherlball
Der Kocherlball ist eine alte Münchner Tradition, die ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Foto: Matthias Balk © DPA

Tausende Tänzer in Tracht haben am Sonntagmorgen trotz Regens beim Kocherlball im Englischen Garten in München das Tanzbein geschwungen.

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In Tracht oder im historischen Gewand als Hausmädchen oder Dienstbote kamen die ersten noch bei Dunkelheit zum Chinesischen Turm, um sich die besten Plätze zu sichern. Die Kapelle Kaiserschmarrn und die Schreinergeiger gaben den Takt vor, Tanzmeister zeigten die wichtigsten Schritte für traditionelle Tänze wie den Landler.

Der Ball, der auch viele Auswärtige anlockt, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals hatten die "Kocherl" - Küchenpersonal, Dienstmägde und Diener - nur in aller Herrgottsfrüh Zeit zum Feiern. Wenn ihre Herrschaften aus der Kirche kamen, mussten sie wieder daheim sein.

Wegen angeblichen Sittenverfalls verbot die Obrigkeit die Bälle Anfang des 20. Jahrhunderts. Zum 200. Geburtstag des Englischen Gartens 1989 belebte die Stadt den Brauch wieder. Seitdem ist die Veranstaltung regelrecht zum Kult geworden. In diesem Jahr kamen rund 10.000 Besucher.


dpa
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