'Friendship': Matthias Schweighöfer strippt im Schwulenclub

Matthias Schweighöfer präsentiert uns mal wieder sein blankes Hinterteil

'Friendship': Matthias Schweighöfer strippt im Schwulenclub

Dass Herr Schweighöfer kein Problem damit hat, uns sein blankes Hinterteil zu präsentieren, hat er uns zuletzt in „Zweiohrküken“ und „12 Meter ohne Kopf“ bewiesen. Doch jetzt setzt er sogar noch einen drauf: Er strippt nämlich in einem Schwulenclub und hat sich dafür auch noch männliche Verstärkung geholt.

Was es damit auf sich hat? Ganz einfach: Matthias Schweighöfer hat mit „Friendship“ einen neuen Kinofilm am Start – wohl bemerkt der dritte in zwei Monaten. Er spielt den 23-jährigen Hobby-Filmemacher Tom, der in der DDR lebt und mit seinem besten Freund Veit (Friedrich Mücke) seit der Grundschule ein unzertrennliches Duo bildet. Nach dem Fall der Berliner Mauer beschließt Veit nach San Francisco – dem „Mittelpunkt der Erde“ – zu reisen. Da ist Busenfreund Tom natürlich mit von der Partie. Leider reicht das Geld aber nur für zwei Tickets nach New York. Dort angekommen müssen die beiden allerdings schnell feststellen, dass sich der Weg zum Ziel (also nach San Francisco) etwas schwieriger gestaltet als angenommen. Und auch mit „Friendship“, dem einzigen englischen Wort, das die beiden beherrschen, kommen sie nicht wirklich weiter. Eine Idee muss her – und zwar schnell.

Zuerst versuchen sie ihr Glück als Anhalter. Dabei treffen sie auf den durchgeknallten Kiffer Darryl, eine Horde Motorrad-Rocker und die Schwestern Amber und Dorothy. Dass das mit den Mädels angestrebte Schäferstündchen in einer halbnackten Flucht aus dem Fenster endet, liegt wohl zu gleichen Teilen an Toms überaus originellen Spruch „I am from the DDR. We have no AIDS“ oder aber am plötzlich auftauchenden Vater der beiden Ladys, der sofort sein Gewehr auspackt, um die vermeintlichen Lustmolche zu vertreiben. An lustigen Szenen mangelt es „Friendship“ sowieso nicht: Bei einer Polizeikontrolle verrutscht die USA-Flagge, die Tom um die Hüfte trägt, und offenbart mal wieder Schweighöfers nackten Allerwertesten...

- Anzeige -

'Friendship' punktet mit Story, Humor und den beiden sympathischen Hauptdarstellern

In Kentucky läuft den beiden schließlich die hübsche Zoey (Colin Farrells Freundin Alicja Bachleda) über den Weg, die sie bei ihrer deutschstämmigen Familie aufnimmt und Veit gehörig den Kopf verdreht. Um zu Geld und damit endlich nach San Francisco zu kommen, haben die weltmännischen Ossis nicht nur einen Einfall parat. So erzielen sie einen Mega-Erfolg mit Steinstücken aus der Gartenmauer, die sie als Überbleibsel der Berliner Mauer verhökern. Als Zoey sie überredet, ihre Dokumentation über die DDR im Ort vorzuführen, landen die beiden einen Treffer. Die definitiv lustigste Szene des Films ist allerdings folgende: In einem Stripclub erobern sie als „Leningrader Hengste“ mit ihrer Strip-Show – ausgerechnet zur Nationalhymne der DDR - die Herzen der schwulen Zuschauer. Zum Schießen!

Matthias Schweighöfer schafft es in „Friendship“ einmal mehr, seinem Ruf als einer der talentiertesten Nachwuchsschauspieler Deutschlands gerecht zu werden. Kino-Newcomer Friedrich Mücke („Schreibe mir - Postkarten nach Copacabana“) überzeugt ebenfalls an Schweighöfers Seite. Die Chemie zwischen den beiden stimmt, was zur Authentizität des Films gehörig beiträgt. Man kauft ihnen ohne Zweifel ab, dass sie dicke Freunde sind und dass die ganze Geschichte genau so passiert sein kann.

Obwohl es sich hauptsächlich um eine Komödie handelt, gibt es auch recht ernste Szenen: Als Tom mit Veits Flamme Zoey anbandelt, sucht dieser wütend das Weite. Das verpasst der Freundschaft einen gehörigen Dämpfer. Auch als sich im Laufe des Films Veits wahre Absichten der USA-Reise auftun, bekommt die Handlung einen melancholischen Touch: Er ist nämlich eigentlich auf der Suche nach seinem totgesagten Vater. Als Tom das zufällig erfährt, ist er stinksauer und enttäuscht darüber, dass sein Freund ihm nicht die Wahrheit gesagt hat. Obwohl es „Friendship“ an Ossi-Parodien nicht mangelt, sorgt besonders die Thematisierung der Freundschaft dafür, dass der Film auf keinen Fall zu einem DDR-Klamauk wird. Das Finale birgt schließlich eine Überraschung, durch die die Freundschaft der beiden noch einmal auf die Probe gestellt wird.

„Friendship“ ist ein Road Movie, das sowohl mit Story, Humor und nicht zuletzt den beiden sympathischen Hauptdarstellern punktet. Regisseur Markus Goller („Mask under Mask“) kreierte hier definitiv lustige Unterhaltung, der durch Veits Suche nach seinem Vater eine Prise Ernsthaftigkeit verliehen wird. „Friendship“ ist eine gelungene Hommage an Freundschaft und Freiheit. Der Film garantiert 108 spaßige Minuten, die sicher keine Langweile im Kinosessel aufkommen lassen.

Von Maike Nagelschmitz

— ANZEIGE —