Frida Gold im exklusiven Interview

Frida Gold-Sängerin Alina Süggeler
Am 28. Juni 2013 erscheint ihr zweites Album 'Liebe ist meine Religion'. Damit wollen Frida Gold erneut durchstarten.

"Wir müssen alles ausdiskutieren"

'Wovon sollen wir träumen' fragten Frida Gold 2011 und schafften den Durchbruch. Zwei Jahre später leben sie ihren Traum und schlagen mit 'Liebe ist meine Rebellion' wieder ohrwurmverdächtige Töne an. Im Interview sprachen Sängerin Alina Süggeler und einer ihrer drei Bandkollegen, Andreas 'Andi' Weizel, über den weiblichen Bandnamen, was den neuen Song ausmacht und wie es ist, auch privat so viel Zeit miteinander zu verbringen.

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Von Alexandra Hinske

Alina, viele denken, du als Solo-Künstlerin bist Frida Gold. Wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Alina: Es sollte ein weiblicher Name her, weil Frida Gold durch mich ja automatisch sehr weiblich klingt. So wollte ich das auch immer. Dann saßen wir zusammen und haben Musik von unserem guten Freund Axel Bosse gehört. Da gibt es einen Song, der 'Frida' heißt und das passte in dem Moment einfach so gut, dass wir dachten 'Frida', ja. Als die Musik dann noch viel elektronischer wurde als zunächst gedacht, fehlte dem Ganzen noch etwas Glamour und Glitzer und da dachten wir uns, dass Gold ein schöner Nachname für Frida wäre.

In einem anderen Interview habt ihr schon einmal gesagt, dass ihr Gold mit "wertig, warm, strahlend, nicht kopierbar und rein" assoziiert. Was ist dann euer persönliches ‚Gold‘?

Andi: Wir sind alle totale Familienmenschen und fühlen uns auch im Ruhrgebiet immer noch sehr heimisch. Daher sind es für uns definitiv goldene und sehr rare Momente, wenn wir mit unseren Familien Zeit verbringen können. Mal kurz innehalten und durchatmen.

Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, bei eurer neuen Single 'Liebe ist meine Rebellion' einen Sample ('Freed From Desire' von Gala) unterzubringen?

Andi: 'Liebe ist meine Rebellion' war einer der ersten Songs des Albums und war quasi schon fertig als wir das Gefühl hatten, dass da vielleicht noch etwas fehlt. Alina hat den Song dann noch mal runtergebrochen aufs Piano, hat gespielt und dann kam einfach dieser Song, dieses 'Nananana' rein. Es ist ja auch ein Song, den wir seit unserer Kindheit oder Jugend mit uns rumtragen. Natürlich haben wir uns auch gefragt: 'Kann man das machen?' Aber für uns fühlte sich das einfach natürlich und gut an. Und es macht so einfach Spaß.

"Woran hängt's in der Welt denn eigentlich?"

VIP.de-Reporterin, 'Frida Gold'-Sängerin Alina Süggeler und ihr Bandkollege Andi Weitzel
Frida Gold-Sängerin Alina Süggeler: "Die Band brauchte einen weiblichen Namen."

Ist Liebe eure Rebellion?

Alina: Wenn ich das besinge, dann geht es mir auch so. Bei einem so weit entwickelten Wissensstand und einem ganz klaren Wissen darüber, dass Unverhältnismäßigkeiten herrschen, fragt man sich ja schon: 'Woran hängt‘s denn dann eigentlich?'. Wenn alle Menschen einander mit Liebe begegnen würden, wären manche Dinge so nicht da und wären manche Dinge auch nicht tragbar und würden manche Dinge sich auch einfach auflösen.

Vom Rhythmus her lädt 'Liebe ist meine Rebellion' zum Tanzen ein, das Video ist hingegen aber in Schwarz-Weiß gehalten und stimmt mit den vielen Symbolen schon etwas nachdenklich. Wie entstand die Idee zum Video?

Andi: Wir haben uns bei dem Video bewusst für einen Regisseur entschieden, nämlich Spector [drehte auch schon mit Nena und Bushido], der eine sehr krasse, eigene künstlerische Ader hat. Seine Grundidee bei dem Song war dann, auch in Bezug auf Rebellion, Liebe und Religion vom Albumtitel ('Liebe ist unsere Religion') her, das Video auf eine andere Ebene zu heben. Er hat für sich dann die Geschichte von Lilith, Adams erster Frau, als Grundlage gesehen und sie als sehr mystische, dunkle, fast schon hexenartige Frau symbolisiert. Deswegen auch gerade dieses Schwarz-Weiße, dieses Dunkle, dieses nach innen gekehrte, was ja auch fast etwas Spirituelles beinhaltet. So entstand dieses sehr fotografische Kunstwerk. Wenn man sich den Text anhört, ist Alinas Idee dahinter aber auch nicht eine Rebellion im platten Sinne, sondern eigentlich eher eine Selbstreflexion. Eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich und dem Bekennen in der Veränderung, die man im eigenen Bewusstsein macht.

Alina: Uns bedeutet dieses Video auch wirklich richtig, richtig viel. Da steckt ganz viel von dem drin, was wir eben so sind und es transportiert so großartig die Message, die ich damit schicken wollte.

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