‚Fremd Fischen‘: Goodwin spannt Hudsons Verlobten aus

2 von 5 Punkten

Mit schüchternem Lächeln darf Ginnifer Goodwin (‚Er steht einfach nicht auf dich‘) mal wieder das Mädchen von nebenan mimen. Und Kate Hudson? Klar, die gibt wie immer das selbstsüchtige Blondchen, das diesmal ihrer Busenfreundin den Schwarm vor der Nase wegschnappt und ihn dann auch noch vor den Traualtar schleppt. Damit hätten wir auch schon unser Chick-Flick nach Schema F: Zwei beste Freundinnen. Ein Mann. Eine Heirat. Ein Problem. Gähn!

Die süße Rachel (Ginnifer Goodwin) ist die selbstlose Liebenswürdigkeit in Person. Ihre schon seit Kinderzeiten beste Freundin Darcy (Kate Hudson, ‚Bride Wars’) hingegen ist eine waschechte Partymaus, die stets bekommt, was sie will. Zu dumm, dass Rachel während ihres Studiums nie den Mumm hatte, ihrem Kommilitonen Dex (Colin Egglesfield, ‚S.W.A.T’) zu stecken, dass sie auf ihn steht. Der hatte nämlich selbst was für Rachel übrig, leider aber ebenso wenig Eier in der Hose, ihr das zu sagen. So kommt es wie es kommen muss und Darcy reißt sich den Mann einfach selbst unter den Nagel.

Nach einer feucht fröhlichen Nacht landen Rachel (mittlerweile Anwältin) und Dex (mittlerweile Darcys Verlobter) allerdings doch im Bett. Dabei ist Rachel doch noch immer Darcys beste Freundin.

Das Problem des Films ist noch nicht mal die Story, sondern viel mehr die Figuren, mit denen man sich nicht identifizieren kann. Für den Zuschauer ist es absolut nicht nachvollziehbar, wie Rachel so unglaublich naiv sein kann, jahrelang das glanzlose Accessoire an der Seite ihrer vermeintlich besten Freundin zu spielen. Darcy interessiert sich bloß für sich selbst und legt das Einfühlungsvermögen eines Kühlschranks an den Tag. Dass ihre BFF sofort glänzende Äugelein bekommt, wenn Dex mit seinem Tom-Cruise-Grinsen vorbei spaziert, hat sie zu keinem Zeitpunkt gemerkt. Ne, ist klar!

Hudson und Goodwin fischen in fremden Gewässern
Hudson und Goodwin fischen in fremden Gewässern Trailer zu "Fremd Fischen" 00:02:25
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Cilin Egglesfield spielt das Müttersöhnnchen

Auch erfahren wir nichts über eine prägende gemeinsame Vergangenheit der beiden Frauen, außer, dass sich Darcy ohne Rücksicht auf Verluste immer alles nimmt, was sie will. Na, das klingt doch nach der Frau, deren Trauzeugin man sein will.

Noch dazu zieht sich Dex‘ ganzes Hin und Her zwischen „Ich mache mit Darcy Schluss“ und „Ich kann nicht mit Darcy Schluss machen, weil mein Vater mich sonst umbringt“ wie ein Kaugummi. Damit wäre aber auch der ‚Sohn-reicher-Eltern-Komplex‘ abgedeckt. Warum wartet Rachel auf einen Typen der mit Anfang 30 zu unreif ist, seinen Eltern zu verklickern, dass er ein eigenes Leben hat? Und überhaupt, wäre es so schlimm wenn der Junge lieber eine erfolgreiche Anwältin heiraten würde, als eine verzogene Zicke mit starkem Hang zum Sektfrühstück? Läuft das so das so in der New-Yorker Upper-Class?

Den Schauspielern kann man hier sicherlich keinen Vorwurf machen, denn trotz der lieblos ausgearbeiteten Charaktere versuchen alle noch das Beste aus ihren Figuren herauszuholen. Dem Type-Casting sei Dank, machen sie das wenigstens überzeugend. Auch sonst ist der Film im Grunde genommen nicht schlecht gemacht. Fans seichter Romanzen werden von ‚Fremd Fischen' sicherlich nicht enttäuscht, weil sie genau das bekommen, was sie erwarten - sogar mit dem obligatorischen Kuss im Regen. Wer jedoch genug von Kate Hudson in der ewig gleichen Rolle hat, kann sich die eineinhalb Stunden getrost sparen.

Von Mihaela Gladovic

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