Freispruch für Karl Dall im Vergewaltigungsprozess

Karl Dall wurde freigesprochen
Karl Dall spricht jetzt zum Vergewaltigungsprozess © dpa, Walter Bieri

"Ich hatte zeitweise Phobien und ging nicht aus dem Haus"

Elf Stunden lang musste Karl Dall intimste, unangenehme Details über sein Sexualleben ausbreiten. Der Entertainer stand in Zürich vor Gericht, der Vorwurf: Er soll eine Journalistin vergewaltigt haben. Und da kam wirklich alles auf den Tisch!

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Am Ende wurde der 73-Jährige freigesprochen und stand danach den Reportern geduldig und überraschend Rede und Antwort. "Ich genieße den Freispruch und versuche wieder in das normale Leben zurück zu finden. Es war kein schönes Jahr."

Selten hat ein Prominenter direkt nach einer Gerichtsverhandlung so ausgiebig und offen über seine Gefühlswelt gesprochen. „Ich hatte zeitweise Phobien und bin nicht aus dem Haus gegangen und hatte Angst, dass die Leute sagen, da kommt der Vergewaltiger, das hätte mich sehr getroffen." Doch nun kann der Komiker aufatmen, dennoch hat der Freispruch einen hohen Preis. Denn stundenlang hörten die Prozesszuschauer in Zürich intime und unangenehme Aussagen. Die Journalistin Anja Maria S. sagte zum Beispiel aus: „Ich sagte ihm im Lift, ich wolle keinen Sex mit ihm. Er reagierte nicht."

Fakt ist: Beide gingen einvernehmlich auf das Zimmer von Karl Dall in einem Züricher Hotel. Der Richter fragte den 73-jährigen, ob er sich nicht geschmeichelt gefühlt habe, darauf Dall: „Nein. Diese penetrante Zudringlichkeit war mir unangenehm. (...) Sie wollte mir ihre Brüste zeigen. Sie entblößte die Brüste. Ich sagte, mach wieder zu."

"Das Ding wird immer an mir kleben"

Zu dem Vergewaltigungsvorwurf äußerte sich die Journalistin vor Gericht dann wie folgt: „Dann bin ich eingeschlafen. Irgendwann bin ich erwacht, Herr Dall lag plötzlich mit seinem ganzen Körper auf mir." Doch der Richter glaubt ihr nicht. Vielleicht auch, weil sie schon als Stalkerin vorbestraft ist.

Karl Dall nahm das Urteil ohne Lächeln hin. „"Es ist leider so, solange ich lebe - ich werde im nächsten Monat 74 - wird mir dieses Ding immer noch dran kleben, aber ich arbeite dran. Ich werde auch keine großen Talkshows machen. Das sind meine einzigen Statements." Karl Dall erhält gut 56.000 Euro Entschädigung und Schadenersatz.

Bilderquelle: dpa

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