'Freeheld': Julianne Moore und Ellen Page kämpfen für Liebe und Gleichberechtigung

"Freeheld": Ein Kampf für Liebe und Gleichberechtigung
Laurel Hester (Julianne Moore) und Stacie Andree (Ellen Page) © Universum Film

Ellen Page (29, "Juno") hat sich im Jahr 2014 geoutet: Auf einer Veranstaltung der LGBT, der US-amerikanischen Organisation für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen, erklärte sie, dass sie lesbisch ist. Nun spielt sie das erste Mal eine lesbische Frau vor der Kamera. In "Freeheld" steht ihr Oscar-Gewinnerin Julianne Moore (55, "Still Alice - Mein Leben ohne gestern") zur Seite, die einmal mehr ihr Können unter Beweis stellt. Es ist ein ruhiger Film, eine Independent-Produktion, mit einem ganz wichtigen Plädoyer für die Liebe und die Gleichberechtigung.

- Anzeige -

Moore und Page als Liebespaar

 

Allen Umständen zum Trotz

 

Laurel Hester (Julianne Moore) lebt seit über 20 Jahren für ihren Job als Polizeikommissarin, ein Privatleben findet bei ihr nicht statt. Dies ändert sich schlagartig, als sie die junge Mechanikerin Stacie Andree (Ellen Page) kennenlernt. Die beiden verlieben sich aller Unterschiede zum Trotz ineinander und bauen sich eine gemeinsame Zukunft auf. Dazu gehören das eigene Haus mit Garten, ein Hund und schließlich sogar die eingetragene Lebenspartnerschaft. Doch ihr Glück währt nicht lange. Laurel erhält die erschütternde Diagnose, dass sie an Lungenkrebs im Endstadium erkrankt ist und ihr nicht mehr viel Zeit bleibt.

Ihr letzter Wunsch ist, dass Stacie in ihrem Haus wohnen bleiben kann. Das kann sie aber nur, wenn ihr Laurels Pensionsansprüche übertragen werden. Die zuständigen Behörden lehnen ihr Gesuch wiederholt ab. Auch innerhalb der Polizei erfährt Laurel, der es immer schlechter geht, keinen Rückhalt. Nur ihr Kollege Dane Wells (Michael Shannon) und der exzentrische Aktivist Steven Goldstein (Steve Carell) halten zu Laurel und Stacie in ihrem Kampf um Gerechtigkeit, bis sie unerwartete Unterstützung erhalten...

 

Ein Kampf für die Liebe und Gleichberechtigung

 

"Freeheld" setzt weder auf Action, noch auf Superhelden. Schnelle Schnitte, rasende Verfolgungsjagden und viel nackte Haut gibt es ebenfalls nicht zu sehen. Der Film ist ruhig, still und leise und schreit dennoch ganz laut eine Message hinaus in die Welt. Mit Julianne Moore und Ellen Page könnten die Hauptrollen nicht besser besetzt sein. Moore beweist eindrucksvoll, dass sie sich nicht auf den Lorbeeren ihres Oscar-Gewinns ausruhen möchte. Und Page wirkt wie in ihrem Element, befreit, eine Rolle zu spielen, die ihr nicht fremd erscheint. Michael Shannon überzeugt als taffer Polizist ebenso wie Steve Carell als jüdischer Schwuler.

Die Geschichte ist simpel und beruht auf einer wahren Begebenheit. Zwei Frauen verlieben sich ineinander, bauen sich ein gemeinsames Leben auf, bis der Krebs unbarmherzig zuschlägt. Die einfache Bitte von Polizistin Hester, die Pensionsansprüche auf ihre Partnerin überschreiben zu lassen, scheint aussichtslos. Bei klassischen Paaren passiert dies automatisch nach dem Tod. Doch die alten Herren des Gemeindesrates sind klare Gegner dieser Lebensform und weigern sich strikt, dem Gesuch nachzugeben. Das gleiche Bild zeigt sich im Kollegenkreis der Polizei.

Die Angst bzw. die Abscheu vor dem Anderssein, vor der Homosexualität, ist so groß, dass es einen erschaudern lässt. Selbst der sichere Tod kann die harten Kerle zunächst nicht erweichen. Mit Hilfe von Super-Aktivist Goldstein, seltsam gut dargestellt von Steve Carell, wird aber mächtig Staub aufgewirbelt. Dabei lässt Laurel Hester jedoch keinen Zweifel daran, dass es ihr nicht um die Gleichstellung der Ehe geht, sondern nur um die Gleichberechtigung in ihrem Fall. Carell merkt allerdings an, dass das eine mit dem anderen verbunden sei. Etwas, das zum Nachdenken anregt.

Als Gemeinderatsmitglied Bryan Kelder (Josh Charles, "The Good Wife") beim Abendessen von seiner jugendlichen Tochter mit dem Dilemma konfrontiert wird, wird deutlich, dass sie die Beweggründe, die Bitte der Polizistin nicht zu erhören, nicht verstehen kann. Ist das vielleicht ein Generationenkonflikt? Wird Homosexualität für die nächsten Generationen bereits "normaler" sein? Die Politik hat die ersten Schritte bereits in die Wege geleitet. Nun müssen nur noch die Menschen nachziehen.

 

Fazit

 

"Freeheld" hat eine einfache Message: Gleichberechtigung für alle. Und dennoch ist der Film so viel mehr. Er ist ein Plädoyer für die Liebe, für Freundschaft, für Loyalität.

spot on news

— ANZEIGE —