Frederick Lau: Unterschiede zwischen Ost und West

Frederick Lau
Frederick Lau © Cover Media

Trotz aller Verschiedenheiten zwischen Ost und West findet Frederick Lau (25), dass sich die Deutschen "menschlich nicht wirklich" voneinander unterscheiden.

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Auch 25 Jahre später

Knapp sieben Millionen Zuschauer verfolgten gestern die ARD-Tragikkomödie 'Bornholmer Straße', die von der Nacht des 9. Novembers 1989 erzählt. Anlässlich des bevorstehenden 25. Jubiläums des Berliner Mauerfalls sowie vor dem Hintergrund der Dreharbeiten zum Film sprachen die zwei Hauptdarsteller Frederick Lau ('Die Welle') und Ludwig Trepte (26, 'Unsere Mütter, unsere Väter') über ihre eigenen Erfahrungen im Zuge des geschichtlichen Ereignisses. Frederick wurde in Berlin-Steglitz geboren und erklärte: "Ich glaube, dass es auch heute noch Unterschiede zwischen Ost und West gibt. Auch, wenn sich vieles davon nur im Kopf abspielt. Ich kenne mich zum Beispiel in Ost-Berlin immer noch nicht aus." Ludwig bestätigte, dass sie zwar beide schon der Nachwendegeneration angehören, dennoch unterschiedlich geprägt seien: "Ich glaube, die Strukturen waren einfach anders. Ich bin durch meine Familie ganz klar ostdeutsch geprägt." Trotz dieser verschiedenen Strukturen, in denen beide Darsteller aufwuchsen, sind die Unterschiede zwischen ihnen laut Lau im Endeffekt dennoch kaum spürbar: "Und trotzdem unterscheiden wir uns heute menschlich doch nicht wirklich", befand Frederick.

Für beide Berliner brachte der Mauerfall viele neue Möglichkeiten mit sich. "Für uns im Westen hat sich eine neue Welt geöffnet. Wir hatten nie eine Mauer im Kopf", rief sich Frederick in Erinnerung. Und auch für Trepte bedeutete der Mauerfall ganz klar eine große Chance. Ohne die Wende wäre sein Leben vielleicht ganz anders verlaufen: "Im Ernst: Ohne den Mauerfall sehe ich mich ohne meine wunderbare Tochter und Frau, ohne diesen tollen Beruf und ohne diese ganzen Erfahrungen, die ich machen durfte. Das wäre schrecklich", betonte er.

Auch Charly Hübner (41, 'Polizeiruf 110'), der in dem Film den Grenzbeamten spielte, der als erster den Schlagbaum öffnete, hat die Wende seinem Leben eine ganz andere Wendung gegeben: "Ich war Handballer und leidenschaftlicher Leichtathlet, 100-Meter-Läufer, Weitspringer und war da auch sehr gut drin. Es war eigentlich alles darauf ausgerichtet, dass ich auf die Deutsche Hochschule für Körperkultur in Leipzig gehe. Die war zu DDR-Zeiten die erste Adresse dafür. Es ist dann Gottseidank nicht dazu gekommen. Die Mauer fiel und dann bekam ich wachstumsbedingte Kreislaufprobleme. Ein Jahr später war ich infiziert von der Idee, dass man sein Leben auch mit Schauspielerei verbringen kann", erinnerte sich der gebürtige Neustreelitzer gegenüber 'planet-interview.de'.

Wie sehr das Thema Mauerfall auch heute die Deutschen beschäftigt, bewiesen die sieben Millionen Zuschauer, die gestern gespannt 'Bornholmer Straße' mit Frederick Lau, Ludwig Trepte und Charly Hübner verfolgten.

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