Franz Beckenbauer: Wer tröstet den Kaiser?

Franz Beckenbauer: Wer tröstet den Kaiser?
Fußball-Funktionär Franz Beckenbauer trauert um seinen Sohn © ddp images

Es sind die schwersten Tage seines Lebens: Franz Beckenbauer (69) trauert um seinen Sohn Stephan. Der 46-Jährige war am vergangenen Samstag seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Er starb an einem Gehirntumor und hinterlässt eine Frau und seine drei Söhne Elias, Dominik und Lucas.

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Nach Tod seines Sohnes Stephan

Es ist immer eine Tragödie, wenn Kinder vor den Eltern sterben. Und so sehr Franz Beckenbauer auch vom Lebensglück verwöhnt wurde - der Tod seines drittältesten Sohnes ist ein Schicksalsschlag, den der "Kaiser" nur schwer verkraften kann. Trost wird er in seiner Familie finden.


Söhne stehen ihm bei

Da wäre sein ältester Sohn Thomas Beckenbauer (52). Der Betriebswirt, Banker und Inhaber der Firma "Swiss Asset Management" verwaltet einen Teil des Millionenvermögens von Franz Beckenbauer. Er entstammt einer Liaison mit einer Versicherungsangestellten und wurde später von seinem Vater adoptiert.


Halt findet der "Kaiser" auch bei seinem zweitältesten Sohn, dem Münchner Arzt Dr. Michael Beckenbauer (49), und seiner ersten Ehefrau Brigitte. Sie ist die Mutter von Michael und Stephan Beckenbauer.


Wie der Vater, so der Sohn

Stephan Beckenbauer war der Einzige in der Familie, der dem großen Franz als Fußballer nacheiferte - eine schwere Hypothek für den jungen Mann. Anlässlich des 60. Geburtstags von Franz Beckenbauer schrieb er in einem Buchbeitrag: "In den 25 Jahren, in denen ich Fußball gespielt habe, hat mein Vater vielleicht fünfmal zugeschaut."


Und Beckenbauer Senior gab ihm recht: "Ich war ein schlechter Vater, weil ich nie da war", sagte er freimütig in einer TV-Runde. "Was ich über meinen Vater weiß, erfahre ich aus der Zeitung. Ein richtiges Familienverhältnis gibt es kaum", schrieb der Sohn, stellte dann aber versöhnlich fest: "Es ist für mich heute unheimlich wichtig zu wissen, dass ich zu meinem Vater kommen kann, wenn ich Probleme habe." Das war vor zehn Jahren.


Stephan Beckenbauer wurde Jugendtrainer beim FC Bayern München, der Kontakt zum Vater besserte sich und wurde intensiv, als vor zwei Jahren die Krebserkrankung ausbrach. Zuletzt soll Franz Beckenbauer verzweifelt alles versucht haben, das Leben seines Kindes zu retten. Vergeblich.


Die letzten Tage und Stunden verbrachte er an Stephans Bett. Bis sein Sohn den Kampf gegen den Krebs verloren hatte.



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