Frank Sinatra: Sein Leben in Zahlen

Frank Sinatra: Sein Leben in Zahlen
Frank Sinatra in dem Film "Schicksalsmelodie" (1957) © ddp images

Am 12. Dezember hätte einer der legendärsten Entertainer seinen 100. Geburtstag feiern: Frank Sinatra (1915-1998, "I've Got You Under My Skin"). Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden, doch die Fakten wirken fast ebenso unglaublich. Einige der wichtigsten Zahlen aus seiner Ausnahme-Karriere.

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Zum 100. Geburtstag

 

Geburtsgewicht: 6,1 Kilogramm

 

Mit einem Gewicht von 6,1 Kilogramm war Frank Sinatra bei seiner Geburt am 12. Dezember 1915 außerordentlich schwer. Die Größe des Babys verursachte Komplikationen, der Arzt musste zur Geburtszange greifen. Sinatra erlitt dabei einen Trommelfell-Riss und Verletzungen im Gesicht, die ihn sein Leben lang zeichneten. Obendrein hielt der Arzt das blau angelaufene Baby schon für tot und ließ es auf dem Küchentisch liegen, während er die Mutter versorgte. Zum Glück für Sinatra und die Musikwelt gab seine Großmutter das Baby nicht so schnell auf, hielt es unter das kalte Wasser und entlockte ihm so den ersten Schrei.

 

Größe: 1,72 Meter

 

Sinatra wurde sein Leben lang von Minderwertigkeitsgefühlen wegen seiner körperlichen Eigenschaften geplagt. Neben den von seiner Zangengeburt und einer schlimmen Akne verursachten Narben war das auch seine Größe von 1,72 Metern. Sinatra trug deshalb oft hohe Schuhe, überschminkte seine Narben und ließ sich ungern von der linken Seite fotografieren. Die Damenwelt eroberte er mit seinen blauen Augen und seiner Ausnahmestimme trotzdem im Sturm.

 

Randalierende Fans auf dem Times Square: 40.000

 

Nachdem Sinatra sich seine Sporen als Bigband-Sänger verdient hatte, startete er Anfang der 40er als Solo-Künstler durch und traf sofort den Nerv der "Bobby Soxers", einer Generation junger weiblicher Pop-Fans, deren Namen von der Mode herrührte, die Strümpfe zu den Knöcheln heruntergekrempelt zu tragen. Einen Höhepunkt erreichte die "Sinatramania" am Columbus Day (12. Oktober) 1944: Sinatra gab an diesem Abend zwei Konzerte im Paramount Theatre am New Yorker Times Square. Etwa 40.000 "Bobby Soxers" überfluteten daraufhin den Platz. Als die Besucherinnen der ersten Show sich weigerten, den Saal zu verlassen, kam es zu Ausschreitungen. Über 600 Polizisten waren nötig, die randalierenden Teenies unter Kontrolle zu bekommen, die Krawalle gingen als "Columbus Day Riots" in die Geschichte ein. Justin Biebers "Beliebers" (so heißen seine Fans) sind nichts dagegen...

 

Verkaufte Alben: 150 Millionen

 

In seiner sieben Jahrzehnte umfassenden Karriere setzte Sinatra weltweit über 150 Millionen Alben ab und gehört damit bis heute zu den erfolgreichsten Musikern. Bei seinem Tod im Jahr 1998 wurde Sinatras Vermögen auf 200 Millionen Dollar geschätzt. Als 1958 erstmals die Grammys verliehen wurden, hatte Sinatra schon zwei Karriere-Höhepunkte hinter sich. Trotzdem staubte er insgesamt elf der Trophäen ab.

 

Songs mit dem Titel "New York, New York": 2

 

"New York, New York" kennt jeder - oder? Tatsächlich hatte Sinatra im Laufe seiner Karriere zwei Songs mit diesem Titel in seinem Repertoire. Der ältere der beiden stammt aus dem Bernstein-Musical "On the Town", in dessen Verfilmung Sinatra 1949 mitspielte. Die deutlich bekanntere Nummer heißt eigentlich "Theme from New York, New York" und wurde in dem Scorsese-Musikfilm "New York, New York" aus dem Jahr 1977 von Liza Minelli gesungen. Der Streifen floppte, Sinatra machte dafür den Titelsong zu einem Welthit.

 

Oscars: 1

 

1944 war Sinatra erstmals in der Musical-Verfilmung "Higher and Higher" auf der Leinwand zu sehen, insgesamt spielte er in über 50 Filmen mit. Zuletzt lieh er 1988 in "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" dem singenden Schwert seine Stimme. 1953 gewann Sinatra für den Kriegsfilm "Verdammt in alle Ewigkeit" den Oscar als bester Nebendarsteller.

 

In einer Nacht verzocktes Geld: 500.000 US-Dollar

 

Sinatras Ausschweifungen in Las Vegas, wo er seit den 50ern regelmäßig auftrat, waren legendär. 1967 soll er etwa in einer Party-Nacht im Kasino-Hotel Sands 500.000 Dollar an Spielschulden angehäuft haben. Danach demolierte er mit einem Golfcart den Eingangsbereich des Hotels und versuchte, einige Vorhänge in Brand zu setzen.

 

FBI-Akten: 2.403 Seiten

 

Das FBI hatte Sinatra jahrzehntelang im Visier, zunächst wegen seiner angeblichen Mafia-Verbindungen, später - offenbar ähnlich verdächtig - wegen seiner Unterstützung für John F. Kennedy. Weiteres Material für die 2.403 Seiten an Akten, die die Behörden über Sinatra anhäuften, lieferte der Verdacht, der Sänger habe sich im Zweiten Weltkrieg durch Bestechung vor dem Militärdienst gedrückt. Und wie viele andere Entertainer wurde er in der McCarthy-Ära kommunistischer Umtriebe verdächtigt.

 

Ehefrauen: 4

 

Neben seinen unzähligen Affären war Sinatra vier Mal verheiratet. 1939 heiratete er seine Jugendliebe Nancy Barbato. Aus dieser Ehe stammen seine drei Kinder Nancy, Frank Jr. und Tina, die allesamt ebenfalls im Showgeschäft Karriere machten. 1951 ließ Sinatra sich von seiner ersten Frau scheiden, noch im gleichen Jahr heiratete er Hollywood-Star Ava Gardner. Ihre turbulente Ehe brachte die beiden immer wieder in die Schlagzeilen. Schon 1953 trennten sie sich wieder, die Scheidung konnte erst 1957 abgeschlossen werden. Trotz allem blieben Sinatra und Gardner befreundet. Auch die dritte Ehe mit Mia Farrow dauerte nur zwei Jahre (1966-1968). Einen festen Hafen fand Sinatra dann bei Barbara Marx, mit der er von 1976 bis zu seinem Tod verheiratet war.

 

Selbstmordversuche: 4

 

Sinatra beschrieb sich selbst als manisch-depressiv und versuchte vier Mal, sich das Leben zu nehmen. Schlimm traf ihn ein Karriere-Tief Anfang der 50er Jahre. Als er eines Tages eine Horde von Mädchen vor einem Konzert des damaligen Teenie-Stars Eddie Fisher beobachtete, ging Sinatra nach Hause und versuchte, sich mit seinem Gasherd umzubringen. Sein Manager fand ihn noch rechtzeitig und rettete dem Sänger das Leben. Drei weitere Suizidversuche unternahm Sinatra während seiner stürmischen Ehe mit Ava Gardner.

 

Sex-Tapes: 1

 

Er war jung und brauchte das Geld: 1935 soll der damals 19-jährige Sinatra für 100 Dollar in einem Porno-Filmchen namens "The Masked Bandit" mitgespielt haben. Obwohl er darin - natürlich - eine Maske trug, soll der Sänger nach seinem Durchbruch über seine Mafia-Kontakte dafür gesorgt haben, dass der Streifen nie wieder ans Tageslicht kam.

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