Fragen über Fragen zum Fall Bobbi Kristina

Fragen über Fragen zum Fall Bobbi Kristina
Vieles an dem Drama um Bobbi Kristina Brown ist rätselhaft © Donald Traill/Invision/AP

Das Drama um Whitney Houstons (1963-2012) Tochter Bobbi Kristina Brown (22), die seit Anfang des Jahres im Koma liegt, gibt viele Rätsel auf. Nun stiftete auch noch ihr Vater Bobby Brown (46) bei einem Auftritt mit der kryptischen Botschaft, seine Tochter sei "wach" Verwirrung. Diese Fragen beschäftigen uns:

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Vater stiftet Verwirrung

 

Was ist von Bobby Browns Aussage zu halten?

 

So traurig es ist: Vermutlich nicht viel. Zunächst darf bezweifelt werden, dass die Konzertbühne der Rahmen für solch eine wichtige Mitteilung wäre. Überhaupt: Warum ist Brown nicht sofort zurück zum Krankenbett geeilt? Sicher, die Tournee trat er ohnehin nur widerwillig wegen vertraglichen Verpflichtungen an. Wenn seine Tochter tatsächlich aufgewacht wäre, hätte aber sicher jeder Veranstalter einen Rückflug zur Klinik erlaubt. Weitere Familienmitglieder konnten die Neuigkeit anderen US-Medien gegenüber nicht bestätigen, vielmehr sei ihr Zustand unverändert. Besonders mysteriös: Bobby Browns Schwester Tina hatte zunächst auf Facebook ebenfalls geschrieben, dass Bobbi Kristina aufgewacht sei und nicht mehr an den Lebenserhaltungssystemen hänge. Inzwischen ist das Posting allerdings wieder verschwunden. Und natürlich besteht noch die Möglichkeit, dass Bobby Brown das Ganze metaphorisch meinte und daran glaubt, dass seine Tochter im Geiste bei ihm ist.

 

Was ist bisher geschehen?

 

Bobbi Kristina Brown wurde am 31. Januar 2015 von ihrem Partner Nick Gordon und einem Freund mit dem Gesicht nach unten leblos in ihrer Badewanne treibend aufgefunden. Im Krankenhaus stellten die Ärzte deutlich reduzierte Gehirnfunktionen fest und versetzten Bobbi Kristina in ein künstliches Koma. Im Februar musste ein Versuch, sie aus dem Koma zu holen, abgebrochen werden, da Bobbi Kristina Krampfanfälle erlitt. Im März wurde sie in ein Reha-Center verlegt, da in der Klinik nichts mehr für sie getan werden konnte. Schon zuvor hatten Ärzte erklärt, ein Aufwachen wäre ein "Wunder". Die Familie scheint genau darauf zu hoffen und fordert immer wieder dazu auf, für das Mädchen zu beten. Was genau am 31. Januar geschehen ist, bleibt unterdessen weiter unklar. Gerüchten zufolge soll Bobbi Kristina ein schweres Drogenproblem gehabt haben.

 

Warum beschäftigt ihr Schicksal die Menschen so sehr?

 

Abgesehen davon, dass ein solches Drama um eine junge Frau immer bewegt: Bobbi Kristinas Fall erinnert auf makabere Weise an den Tod ihrer Mutter. Whitney Houston wurde am 11. Februar 2012 ebenfalls mit dem Gesicht nach unten in der Badewanne eines Hotelzimmers gefunden. Die Rettungssanitäter erklärten sie noch vor Ort für tot. Als Todesursache wurde Ertrinken festgestellt, Houstons jahrelanger Kokainkonsum und eine Herzkrankheit sollen jedoch zu ihrem Tod beigetragen haben. Der Tod Houstons traf ihre damals 18-jährige Tochter schwer. Zwei Mal musste sie danach laut "TMZ" in einem "hysterischen, erschöpften und untröstlichen" Zustand in eine Klinik gebracht werden. Nach der Beerdigung der Mutter wurde Bobbi Kristina angeblich beim Kokainkonsum ertappt - die Droge, von der auch ihre Mutter abhängig war. Es scheint nur allzu plausibel, dass ihr traumatisches Erlebnis eine Abwärtsspirale im Leben des Mädchens in Gang setzte.

 

Ist Bobbi Kristina verheiratet oder nicht?

 

Im Januar 2014 überraschte Bobbi Kristina auf ihrer Twitter-Seite mit einer Neuigkeit: Sie habe ihren Freund Nick Gordon geheiratet, schrieb sie und postete ein Foto, das Eheringe an den Händen der beiden zeigte. Sie hatten sich im Oktober 2012 verlobt. Als Bobbi Kristina im Koma lag, ließ ihr Vater jedoch die Ehe dementierten: Die beiden seien nie verheiratet gewesen, teilte Bobby Browns Anwalt mit. Es folgte ein hässlicher Streit um die Besuchsrechte. Zurzeit macht Gordon einen Entzug. Die Beziehung von Bobbi Kristina und Nick Gordon war in der Familie seit jeher umstritten, denn Gordon war eine Art Ziehbruder des Mädchens. Ihre Mutter Whitney Houston hatte ihn bei sich aufgenommen, als er zwölf Jahre alt war. Tatsächlich nannte Bobbi Kristina ihn früher ihren "großen Bruder".

 

Was treibt ihre Familie um?

 

Hinter der Trauer-Kulisse soll ein heftiger Streit in Bobbi Kristinas Familie toben - genauer gesagt, zwischen der Verwandtschaft mütterlicher- und väterlicherseits. So soll der Houston-Clan um Bobbi Kristinas Großmutter Cissy inzwischen dazu bereit sein, die Lebenserhaltungssysteme abzustellen. Bobby Brown wolle dies dagegen verhindern. Neben der Sorge um das Schicksal des Mädchens dürften auch handfeste finanzielle Interessen eine Rolle spielen: Bobbi Kristina ist die Alleinerbin von Whitney Houstons Vermögen, das bei ihrem Tod 20 Millionen US-Dollar betragen haben soll. Derzeit wird es von einem Treuhandfonds verwaltet, Bobbi Kristina sollte zu ihrem 30. Geburtstag vollen Zugriff auf das Geld bekommen. Im Fall ihres Todes ist ein bitterer Erbstreit zwischen den Houstons und den Browns vorprogrammiert, und auch die Frage, ob sie mit Nick Gordon tatsächlich verheiratet ist, dürfte dann von großer Bedeutung sein. Derzeit ist Bobby Browns Position durch seine Abwesenheit geschwächt: Für die Houstons könnte dies laut mehreren US-Medien die Gelegenheit für einen Vorstoß bieten, um die Geräte abstellen zu lassen. Könnten die rätselhaften Statements von Bobby und Tina Brown also womöglich ein Störmanöver sein, um das zu verhindern?

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