‚Forrest Gump’ meets ‚Pretty Women’: Larry Crowne

3,5 von 5 Punkten

Tom Hanks und Julia Robert in einem Film, das gab es zuletzt im Polit-Drama ‚Der Krieg des Charlie Wilson’. Jetzt stehen die beiden A-List-Schauspieler für ‚Larry Crowne’ wieder gemeinsam vor der Kamera. Diesmal ist die Geschichte um einiges seichter und leichter verdaulich. Das bietet mehr Platz für Hanks und Roberts, die zeigen können, dass sie auch heute noch zu den Größten ihres Berufsstands gehören.

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Schon am Anfang der Liebeskomödie zieht Hanks den Zuschauer als Larry Crowne mit seiner charmanten und sympathischen Art in seinen Bann. Larry arbeitet hingebungsvoll für eine Supermarktkette – inklusive Regale einräumen und Kinder-Kotze aufwischen. Er ist nicht reich, aber glücklich. Doch dann der Knall: Der achtfache Mitarbeiter des Monats wird wegrationalisiert, weil er kein abgeschlossenes Studium hat und die skrupellosen Marktbesitzer kein Karriere-Potential in ihm sehen.

Autsch! Das tut weh und für Larry bricht eine Welt zusammen. Schnell stellt er fest, dass der Arbeitsmarkt nicht gerade auf einen Mann mittleren Alters gewartet hat. Also beschließt er, sich an der Uni einzuschreiben. Dort trifft er auf die Rhetorik-Dozentin Mrs. Tainot (Julia Roberts). Die säuft sich das Leben nach Feierabend schön, weil sie ihren Job satt und zu Hause einen erfolglosen und porno-fixierten Ehemann hat. Larry ist gleich fasziniert von seiner Lehrerin, das beruht aber leider nicht auf Gegenseitigkeit. Erst als die lebensfrohe Kommilitonin Talia anfängt Larry zu pimpen – neue Frisur, cooler Style – und ihn in ihrer Roller-Gang aufnimmt, wird Larry immer sebstbewusster und lässiger, was Mrs. Tainot nicht entgeht. Es beginnt eine romantische Love-Story mit den gewöhnlichen Irrungen, Wirrungen, Missverständnissen und Hindernissen, die man in so einem Fall erwartet.

Tom Hanks und Julia Roberts in Bestform

Die Handlung ist alleine betrachtet nicht besonders innovativ und bietet keine unerwarteten Wendungen. Aber die schauspielerischen Leistungen der Darsteller gleichen das allemal aus. Man spürt förmlich, wie viel Spaß Tom Hanks daran hat, den tollpatschigen und liebenswerten Larry Crowne zu spielen. Die Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben. Und das ist sicher kein Zufall. Als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor in Personalunion hatte er alle Freiheiten, den Charakter nach seiner Vorstellung zu gestalten - und das ist mehr als gelungen.

Auch die Rolle der unzufriedenen Lehrerin Mercedes Tainot ist mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet worden. Julia Roberts kann sich nach allen Regeln der Kunst austoben: Die Entwicklung von der frustrierten Zynikerin bis hin zur liebestollen Traumfrau nimmt man ihr problemlos ab. Die Nebendarsteller brauchen sich aber keineswegs vor dem Roberts-Hanks-Gespann zu verstecken. Die hübsche Gugu Mbatha-Raw (amerikanischer TV-Star) überzeugt als ausgeflippte Studentin genauso wie ihr Film-Freund Wilmer Valderrama (‚Die wilden 70er’), der als James-Dean-Latino-Verschnitt einige Lacher auf seiner Seite hat. Ein besonderes Highlight: George Takei (Mr. Sulu aus ‚Star Trek’) als strenger Handys hassender Wirtschafts-Dozent.

Mit ‚Larry Crowne’ hat Tom Hanks eine schöne College-Liebeskomödie der anderen Art geschaffen, die mit subtiler Situationskomik und cooler Musik daherkommt und den Zuschauer ein kurzweiliges Kino-Vergnügen bietet. Hanks und Roberts Fans können hier nicht viel falsch machen.

Von Sebastian Schmidt

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