Flache Story und flotte Sprüche: Der Ausbilder Schmidt-Film

Flache Story und flotte Sprüche: Der Ausbilder Schmidt-Film

Von Sebastian Schmidt

Spätestens Otto Waalkes und Michael „Bully“ Herbig haben bewiesen, dass auch überzeichnete und alberne Filme das Zeug zum Kino-Hit haben können. Kein Wunder also, dass immer mehr Comedians versucht sind, ihr eigenes Werk auf der Leinwand zu präsentieren. Ausbilder Schmidt alias Holger Müller ist jetzt der nächste Komiker der sich 2009 nach Mario Barth mit „Männersache“ als Leinwand-Star versucht. Unter der Regie von Mike Eschmann („Achtung, fertig, Charlie“, „Breakout“) präsentiert Müller mit „Morgen ihr Luschen! Der-Ausbilder-Schmidt-Film“ sein Klamauk-Debüt, das an Plattheit kaum zu überbieten ist. Neben den gewohnten sexistisch-rassistischen Sprüchen wie „Eine Frau in Uniform, Karneval ist doch schon längst vorbei“ kommt der Film mit einer enttäuschend flachen Story daher.

Als knallharter Ausbilder schikaniert Schmidt (Holger Müller) seine Rekruten auf einem Militärflughafen, um kriegsfeste Soldaten aus ihnen zu machen. Nur der leicht tuntige Rainer Zielinski (Axel Stein) lässt sich von Schmidts radikalen Methoden nicht beeindrucken. Schließlich ist sein Vater General. Unterdessen kündigt sich hoher Staatsbesuch an: Prinz Ravan (Fahri Ogün Yardim) und seine Gattin Shirin (Collien Fernandes) aus Kalluschistan wollen nach jahrelangem Bürgerkrieg in ihrem Land einen Friedensvertrag auf neutralem Boden unterzeichnen. Doch Prinz Ravans böser Zwillingsbruder versucht das zu verhindern. Alleine die schöne Prinzessin durchschaut Ravans hinterlistigen Plan und bittet Ausbilder Schmidt um Hilfe, der mit seinem Rekruten Zielinski eher zufällig die Zukunft von Kalluschistan rettet.

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Flache Story und flotte Sprüche: Der Ausbilder Schmidt-Film

Ebenso durchsichtig wie der Plot sind die Gags im Film. Von Situationskomik und guten Pointen fehlt in „Morgen ihr Luschen! Der-Ausbilder-Schmidt-Film“ jede Spur. Die einzige Abwechslung zur lahmen Geschichte bieten zahlreiche Gastauftritte deutscher Comedians und TV-Stars. Ingo Appelt in seiner Rolle als schwuler Tänzer Jackie, Tine Wittler als musizierender Hippie, Bernhard Hoecker als Schmidts Vorgesetzter oder Elton und Simon Gosejohann als Blinde Zankhähne bringen ein bisschen Pepp in den völlig unspannenden Plot.

Leider schaffen es aber weder die Spitzenbesetzung noch die für Ausbilder Schmidt typischen Proleten-Sprüche das schwache Drehbuch rauszureißen. Für Fans von Klamauk-Filmen wie Tom Gerhardts „Siegfried“ ist „Morgen ihr Luschen!“ genau der richtige Film. Auch wer sich bei Gangs wie „Flip-Flops aus – Springerstiefel an“ kringelt, sollte schon mal einen Termin für einen Kino-Abend machen. Wer jedoch trotz aller Comedy ein bisschen Anspruch an eine Komödie hat, sollte sich diese 90-minütige Musterung lieber ersparen.

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