Fix und Foxi machen Comics nach dem Krieg salonfähig

Ausstellung - Fix und Foxi
"Fix und Foxi" haben eine Torte ins Museum mitgebracht. Foto: Peter Steffen © deutsche presse agentur
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Wer sich richtig abgerackert hat, ist danach "fix und foxi". Die von Rolf Kauka erfundenen kleinen Füchse haben es bis in den Duden geschafft. Von 1953 bis zur vorläufigen Einstellung der Serie 1994 wurden sagenhafte 780 Millionen "Fix und Foxi"-Hefte verkauft.

Die Comic-Reihe mit den Abenteuern aus Fuxholzen ist so etwas wie die deutsche Antwort auf Walt Disneys Micky Maus. Worin liegt das Geheimnis des Erfolgs? "Herr Kauka hat gut erspürt, was in Deutschland geht und was nicht", sagt Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Museums Wilhelm Busch, das bundesweit erstmals einen umfassenden Einblick in das Kauka-Universum gibt.

Bei "Fix und Foxi" gibt es zunächst kein "Knall, Puff, Peng" und keine Schimpfwörter. "Man spürt den erzieherischen Anspruch", sagt die Museumschefin in Hannover. "Damit hat Kauka den Comic in Deutschland aus der Schmuddelecke in die Kinderzimmer geholt." Auch in der DDR kannte man die gewitzten Füchse und ihren Gegenspieler, den tollpatschigen Wolf Lupo. "Micky Maus war als Produkt des Klassenfeindes dagegen tabu", erzählt Vetter-Liebenow. Zudem machte der in Sachsen aufgewachsene Verleger über Lizenzen frankobelgische Comics wie "Gaston", "Die Schlümpfe" oder "Lucky Luke" populär.

Die bis zum 26. März laufende Schau "Fix und Foxi" konzentriert sich vor allem auf die 50er, 60er und 70er Jahre. Zu sehen sind etwa 150 Werke aus dem Nachlass von Rolf Kauka (1917-2000), der sich seit 2014 im Privatbesitz von Stefan Piëch befindet. Das von dem Wiener Medienunternehmer geführte Unternehmen Your Familiy Entertainment erwarb zudem die weltweiten Rechte an Kaukas Comic-Helden und startete einen Familiensender im Pay-TV namens "Fix & Foxi".

Piëch ist überzeugt davon, Fix und Foxi weltweit als TV- und Filmfiguren vermarkten zu können. Als wöchentliche Zeitschrift am Kiosk sieht er allerdings aktuell keine Zukunft. Derartige Wiederbelebungsversuche scheiterten seit der Jahrtausendwende zwei Mal. "Fix und Foxi" sei im Moment eher ein kulturrelevantes Thema für den Buchhandel, meint der Urenkel von Käfer-Konstrukteur Ferdinand Porsche. In Hannover erzählt Stefan Piëch, wie er den Kauka-Nachlass - etwa 16.000 Blätter - aufarbeiten ließ.

Sein persönlicher Liebling sei immer Lupo gewesen, sagt der Kinderfernsehen-Chef. Der gefräßige, faule Wolf mit der großen Nase entwickelte sich zum Sympathie-Träger und heimlichen Star der Serie. In der bunten Ausstellung in Hannover ist sein Domizil - ein baufälliger Turm - nachgebaut. Besonders gewürdigt werden darüber hinaus die Zeichner, die zu Kaukas Lebzeiten im Hintergrund bleiben mussten. Die ausgewählten Skizzen, Originalzeichnungen und farbigen Titelentwürfe stammen von Künstlern wie Dorul van der Heide, Ludwig Fischer oder Walter Neugebauer.


Quelle: DPA
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