'Final Destination 5’: Nie war Sterben so lustig

1,5 von 5 Punkten

Oh man, uns bleibt aber auch nichts erspart. Nicht genug, dass uns eine bleichgesichtige Puppe auf einem Dreirad in 'Saw’ seit mittlerweile sieben Jahren auf die Nerven geht, jetzt gibt sich auch noch der ’Tod’ erneut die Ehre. Was vor elf Jahren seinen Anfang nahm, setzt sich in diesem Sommer fort. Der mittlerweile fünfte Teil (!) der Horror-Reihe ’Final Destination’ hat es tatsächlich wieder auf die Leinwand geschafft. Und diesmal ist es grauenvoller und qualvoller als je zuvor – und zwar für den Zuschauer! Denn der Film ist so schlecht, dass man sich tatsächlich fragt: Wer leidet mehr? Die Todesopfer im Film oder der Zuschauer im Kinosessel?

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Eine Gruppe Arbeitskollegen befindet sich auf dem Weg zu einer Klausurtagung, als das Unglück über sie einbricht. Während der Busfahrt hat Sam (Nicholas D’Agosto, ’Fired Up!’), einer der Angestellten, eine Vision: Er sieht sich und viele andere Menschen bei einem Brückeneinsturz ums Leben kommen. Kurz darauf wacht Sam auf und muss feststellen, dass die Katastrophe, von der er geträumt hat unmittelbar bevorsteht und seine Vision zur entsetzlichen Realität wird. Voller Panik schafft er es, sich und einige seiner Freunde zu retten – doch den Überlebenden war es nicht vorbestimmt dem Tod zu entkommen. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, beziehungsweise gegen den Tod.

Offensichtlich haben es sich die Filmemacher mal wieder sehr einfach gemacht. Frei nach dem Motto ‘same procedure as every year’ wurde die altbekannte Story aus der Schublade rausgekramt und Schritt für Schritt umgesetzt: Man nehme ein Dutzend neuer Hauptdarsteller, einen neuen Unglücksort, neue Todesszenen und voilà – ein ’neuer’ ’Final Destination’-Streifen ist fertig. Lediglich eine kleine Änderung hält der Film bereit: Im fünften Teil bekommen die Überlebenden die Chance den Tod auszutricksen. Wie sich im Laufe des Films jedoch herausstellt, ist diese Idee nicht wirklich sinnvoll durchdacht.

Leider bleibt das nicht der einzige Kritikpunkt. Denn neben der Story können auch die Charaktere nicht punkten. Da - bis auf eine kleine Beziehungskrise am Anfang des Films - in keinster Weise auf die Hauptdarsteller eingegangen wird, bleiben die Charaktere vollkommen austauschbar. Das hat zur Folge, dass der Zuschauer keine Bindung zu den Protagonisten aufbauen kann und somit auch nicht von ihrem Schicksal berührt wird.

Nach der vierten Fortsetzung vor zwei Jahren ist ’Final Destination 5’ der zweite Film, der in 3D gedreht wurde. Doch leider sind die Effekte nicht wirklich ausgeklügelt und dienen vielmehr dazu, den Ekelfaktor im wahrsten Sinne des Wortes hervorzuheben. Schade, vor allem wenn man weiß, dass Regisseur Steven Quale 20 Jahre lang mit James Cameron gearbeitet hat und nicht nur mit der Entwicklung dritten Dimension aufgewachsen ist, sondern aktiv an der technischen und filmischem Evolution beteiligt war.

Eines muss man dem Film aber lassen: Selten hat es ein Horrorfilm geschafft, aus eigentlich geplanten Schockmomenten Lachanfälle auszulösen. ’Final Destination 5’ geht eindeutig am Genre vorbei und entwickelt sich schnell zu einer grotesken Satire. Die Todesfälle sind unglaubwürdig und so dermaßen absurd, dass sie beim Zuschauer nur noch die Lachmuskeln anregen. Bestes Beispiel dafür ist die Szene, in der einer Frau das Auge von einem Laser verbrannt wird, sie panisch aus dem Fenster fällt, nach dem tödlichen Aufprall auch noch ihr Augapfel rauskullert, der von einem Lastwagen zerquetscht wird. Was als nervenzerreisender Horrorstreifen angepriesen wird, weicht einer Parodie à la ’Scary Movie’ mit Splattersequenzen, die an die Cartoon-Serie ’Happy Tree Friends’ erinnern.

So erfolgreich der erste Teil auch war, irgendwann verlassen auch die treuesten Fans das sinkende Schiff. ‚Final Destination 5’ ist einfach nur ein Abklatsch seiner vier vorhergehenden Teile. Hier sei gesagt: Man soll aufhören wenn es am Schönsten ist!

Von Alexandra Mölgen

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